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Samuel Matsikure

Samuel Matsikure

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„Die Ausbreitung von HIV und AIDS wird durch Stigmatisierung, Diskriminierung, fehlenden Zugang zu Information und angemessenen Präventionsmaßnahmen verschärft“, erklärte Samuel Matsikure anlässlich des Dialogs über HIV/AIDS, der im vergangenen Juli von der Ökumenischen HIV- und AIDS-Initiative (EHAIA) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Simbabwe organisiert wurde.

Wie Matsikure betonte, „ist es dringend notwendig, sich im öffentlichen Gesundheitssystem die Politik und den Anspruch der betroffenen Bevölkerungsgruppen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte und auf HIV-Dienste vorzunehmen, damit diese auch tatsächlich genutzt werden“.

Matsikure arbeitet in Harare mit dem 1990 gegründeten Netzwerk „Schwule und Lesben in Simbabwe“ (Gays and Lesbians of Simbabwe, GALZ), das sich im ganzen Land für die Anerkennung, den Respekt und die Rechte von lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen (LGBTI) einsetzt.

Laut UNAIDS-Berichten ist die HIV-Prävalenz in Simbabwe in den letzten zehn Jahren von 25% auf etwa 15% gesunken. Dieser Erfolg wird dem multisektoralen Ansatz zugeschrieben, an dem die Hauptbetroffenen wie Personen aus der LGBTI-Gemeinschaft, glaubensgestützte Organisationen und andere Akteure aus der Zivilgesellschaft in Simbabwe beteiligt sind.

Auch die Kirchen in Simbabwe haben durch die Bereitstellung medizinischer Einrichtungen wie Krankenhäuser und psychologischer Betreuung einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung von HIV geleistet. Dennoch, so Matsikure, seien Stigmatisierung und Diskriminierung in den Kirchen nach wie vor gang und gäbe. „Der Staat und manche religiöse Führungspersonen geben eine derartige Homophobie von sich, dass die LGBTI-Gemeinschaft praktisch vergessen und zum Schweigen gebracht wird“.

Diese mit HIV verbundene Stigmatisierung wurde vom Internationalen Netzwerk religiöser Verantwortungsträger/innen, die HIV-positiv oder persönlich von AIDS betroffen sind, (International Network of Religious Leaders Living with or Personally Affected by HIV or AIDS, INERELA+) in Simbabwe und einigen Nachbarländern thematisiert. Als Partner-Netzwerk von EHAIA führen INERELA+ und das GALZ im Bereich HIV/AIDS Diskussionen mit den LGBTI-Gemeinschaften durch, um ihre Bedürfnisse zu ermitteln.

In Bezug auf den Dialog über HIV/AIDS in Simbabwe berichtete Matsikure, dass „offenbar manche religiöse Verantwortliche praktisch nichts über die Bedürfnisse der LGBTI-Gemeinschaft wussten, andere hingegen gut über das Thema informiert waren. Der Anlass bot die Gelegenheit zu offenen Gesprächen und schuf größeres Verständnis für die Anliegen der LGBTI und dem Zusammenhang mit HIV“.

Matsikure erwähnte ebenfalls, dass die Veröffentlichungen von EHAIA zum Thema HIV/AIDS, die anlässlich des Dialogs verteilt wurden, erheblich zu einem besseren Verständnis von sexuellen Fragen insbesondere im prä- und postkolonialen Simbabwe beitragen. „Durch den Dialog über die HIV-Kompetenz der Kirchen sind sich Kirchenleitende über ihre Rolle bei der Eindämmung der Pandemie bewusst geworden. Der Wille der Kirchenleitenden, HIV und AIDS zu beenden, bot der LGBTI-Gemeinschaft die Gelegenheit, das Problem der Homophobie zu thematisieren“, erklärte er.

Im Vorlauf zur kommenden Internationalen Konferenz über AIDS und sexuell übertragbare Infektionen in Afrika, die dieses Jahres in Simbabwe stattfindet, zielte der Dialog darauf ab, die Mitwirkung aller wichtigen Akteure einschließlich der LGBTI-Gemeinschaft und religiösen Verantwortlichen im Kampf gegen HIV/AIDS zu verstärken.

„Wir leben im Glauben und in der Hoffnung akzeptiert zu werden. Als gläubige und spirituelle Menschen erwarten wir im Umgang mit HIV/AIDS mehr Unterstützung von den Kirchen“, schloss Matsikure.

Ökumenische HIV- und AIDS-Initiativen und Advocacy (EHAIA)

ÖRK-Mitgliedskirchen in Simbabwe