Eines der Ziele dieser Regionalkonferenz war die Erneuerung des Pfades der Einheit, auf dem die Menschen christlichen Glaubens in Lateinamerika und der Karibik unterwegs sind.
Gefördert von der römisch-katholischen Kirche von Lateinamerika und dem Caribbean Episcopal Council bot diese Veranstaltung Raum für Gespräche, um die Stärken und Schwächen des von der Ökumene und dem interreligiösen Dialog eingeschlagenen Weges zu analysieren und perspektivisch Szenarien für Begegnungen und Synodalität zu entwickeln.
Rodolfo Valenzuela, Bischof von Verapaz in Guatemala, verfügt über umfassende Erfahrungen mit Themen des interreligiösen Dialogs und der Ökumene. Damit war er als Mitorganisator dieser Konferenz prädestiniert, die eine Plattform für den Dialog bereitstellen will, Menschen einander näherbringt und gemeinsamen Anliegen Priorität gibt.
„Wir veranstalten diese Konferenz auf unserem Kontinent, um ökumenische Themen wie die Frage der christlichen Einheit in Lateinamerika anzusprechen, denn unsere Problemstellungen unterscheiden sich von der Arbeit, die in Europa für die Einheit geleistet wird. Unser Ziel ist es, die Herausforderungen herauszuarbeiten und Möglichkeiten für Wachstum in der Gemeinschaft zu erkennen“, bekräftigt Valenzuela, der ebenfalls der Gemeinsamen Arbeitsgruppe des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und der römisch-katholischen Kirche angehört.
Pastorin Dora Ester Arce Valentin von der Presbyterianisch-Reformierten Kirche in Kuba ist geschäftsführendes Mitglied des Bundes der Presbyterianischen und Reformierten Kirchen Lateinamerikas und hielt die Predigt während einer der Andachten auf der Konferenz in Guatemala City.
Zu den Teilnehmern und Teilnehmerinnen gehörten Angehörige der lutherischen, anglikanischen, methodistischen, orthodoxen, baptistischen und pfingstkirchlichen Glaubensgemeinschaften. Die Delegierten fanden in den Präsentationen der Konferenz Zugang zum Verständnis der kontextuellen Umstände des Konzils von Nizäa und seiner Bezüge zu der aktuellen Geschichte der Gläubigen.
Der ÖRK-Programmdirektor für Kirche, ökumenische Beziehungen und Kommunikation, Dr. Marcelo Schneider, übermittelte Grußworte des ÖRK-Generalsekretärs und nahm an einer Podiumsdiskussion über das Vermächtnis von Nizäa und seine Bedeutung für die ökumenischen Beziehungen von heute teil.
„Für uns als Christen und Christinnen, die wir der Ökumene verpflichtet sind, ist Nizäa auch heute noch sowohl eine Erinnerung als auch eine Inspiration. Nizäa zeigt, dass die Frühkirche selbst angesichts tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten einen Weg gefunden hat, zusammenzukommen, um die Wahrheit zu erkennen und um eine gemeinsame Vision zu formulieren“, sagte er. „Wir sind alle dankbar für die Erkenntnis, dass die Gespräche hier neue Möglichkeiten für ökumenische Begegnungen in einer Region eröffnet haben, die in den vergangenen Jahren durch eine Entfremdung im Bereich des ökumenischen Engagements gekennzeichnet war.“
Ein konstanter Punkt auf der Agenda dieser Lateinamerika- und Karibik-Konferenz war der gemeinschaftliche Austausch von Erfahrungen in der Gruppenarbeit. Dies ermöglichte eine Fülle von Begegnungen, die ein gemeinsames Interesse an der aktuellen Auslegung und Verwirklichung des Vermächtnisses von Nizäa erkennen ließ – nicht als doktrinäres Relikt, sondern als lebendige Quelle für christliche Mission, Gemeinschaft und Zeugnis in der Welt von heute.
An der Konferenz in Guatemala nahmen Delegierte aus 15 Ländern Lateinamerikas teil.