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Junge Menschen bei einer Andacht in Taizé, Frankreich.

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Wann kam Ihnen die Idee, diesen bewegenden Dokumentarfilm zu machen?

Kuczka: Ich bin Kirchenmusikerin und singe schon mein ganzes Leben Taizélieder. Als ich 2022 in Italien Englisch unterrichtete, bin ich das erste Mal selbst nach Taizé gefahren. Ich wollte damals auch gerne meine Kompetenzen rund um die Produktion von Filmen erweitern und als ich mich genauer mit der Geschichte von Taizé und der Vision des Taizé-Gründers Frère Roger beschäftigte, war der Funke übergesprungen. Mir war klar, dass ich die Geschichte dieser Gemeinschaft aus einem neuen Blickwinkel erzählen wollte.  

Warum haben Sie sich für einen Dokumentarfilm und nicht für einen Spielfilm entschieden?

Kuczka: Ich habe mich für einen Dokumentarfilm entschieden, weil man Taizé erlebt haben muss, das kann man nicht nachbilden. Es ist etwas an der Schlichtheit dieser Gemeinschaft – die Stille, die Lieder, die Tausenden jungen Menschen, die gemeinsam Andacht halten –, das sich in einem Spielfilm nur schwer authentisch einfangen ließe.

Außerdem wollte ich, dass die jungen Menschen selbst von diesem Ort erzählen. Statt mit Schauspielern zu versuchen, das Gefühl zu vermitteln, das Taizé in einem auslöst, wollte ich, dass das Publikum den Ort zusammen mit echten Teenagern entdeckt. Ich wollte ihre Reaktionen einfangen, ihre Fragen, ihr Lachen und auch die Momente, in denen sie sich unsicher fühlen, – all das macht den Film so lebendig. Ich wollte den Menschen nicht einfach erzählen, was Taizé mit den jungen Menschen macht. Ich wollte, dass sie es selbst miterleben.

Wie haben Sie die neun Jugendlichen ausgewählt, die in Ihrem Film zu sehen sind? Wussten Sie, dass sie so viel positive Energie und Hoffnung zum Ausdruck bringen würden oder war das eine schöne Überraschung?

Kuczka: Es sind Mitglieder einer Jugendgruppe aus Dover, Massachusetts (USA), und ich fand toll, dass es wirklich eine bunte Truppe von jungen Menschen ist – manche sind katholisch, andere evangelisch, einige tief in ihrem Glauben verwurzelt und andere versuchen noch, herauszufinden, was sie glauben.

Ich hatte natürlich gehofft, dass sie in Taizé interessante Erfahrungen machen würden, aber ich glaube nicht, dass mir klar war, wie lebendig und authentisch sie den Film machen würden. Aber genau das war eine der großen Überraschungen bei der Produktion dieses Films.

Besonders toll finde ich, dass sie unterschiedlich auf Taizé reagieren. Einige von ihnen sind sofort von der Stille und den Andachten fasziniert, andere sind eher skeptisch und unruhig. Sie ziehen sich gegenseitig auf, werden müde, lachen miteinander und ringen mit einigen wirklich wichtigen Fragen. Aber im Laufe der Woche verändert sich etwas. Sie hören anders zu – gegenseitig, aber auch sich selbst.

Ich glaube, dadurch entsteht das Gefühl von Hoffnung in dem Film. Wir stellen die Teenager nicht als perfekte junge christliche Gläubige dar, für die alles klar ist. Es sind einfach junge Erwachsene, die bereit sind, sich auf etwas Unbekanntes einzulassen. Und dadurch entdecken sie etwas – und mit ihnen das Publikum.

Erzählen Sie uns etwas über die Konferenzen, Festivals und Gemeindeveranstaltungen, wo der Dokumentarfilm auf dem Programm stand.

Kuczka: Die Reaktionen auf den Film machen Mut, weil der Film Menschen in ganz unterschiedlichen Kontexten angesprochen hat. Der Film ist im Juni und Juli in den USA auf mehr als 200 lokalen Fernsehsendern der American Broadcasting Company gelaufen. Die Premiere bei einer Konferenz in Nordamerika war beim Kongress der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Washington, DC. Es war großartig zu sehen, dass sich die Kirchenmusikerinnen und -musiker nicht nur für die Geschichte von Taizé interessierten, sondern auch begeistert waren, welch zentrale Rolle die Musik für das Gemeinschaftsgefühl dort spielt.

Außerdem wurde der Film in verschiedenen Gemeinden gezeigt, unter anderem erst vor Kurzem im historischen Tara Theatre in Atlanta, wo im Anschluss noch ein Gespräch mit den Filmemachenden stattfand. Im September wird er beim Wild Goose Festival in North Carolina gezeigt und danach auch noch bei verschiedenen anderen Festivals. Außerdem haben wir begonnen, den Film Kirchengemeinden, Diözesen, Schulen, Theologie-Seminaren, spirituellen Begegnungsstätten und anderen gemeinnützigen Organisationen für Filmvorführungen zur Verfügung zu stellen.

Am meisten gespannt bin ich darauf, was in den verschiedenen Gemeinschaften mit dem Film passiert, wenn das Licht wieder an ist. Der Film kann Gespräche übers Beten, über junge Erwachsene, über die Einheit aller christlichen Gläubigen oder einfach darüber anstoßen, was es bedeutet, einander zuzuhören. 

Haben Sie bereits weitere Projekte in Planung?

Kuczka: Ja. Ich arbeite bereits an einem anderen Dokumentarfilm, der mich thematisch in eine ganz andere Richtung führt. Er heißt „Where Mercy Dared to Go: Women Religious and the AIDS Crisis, (Wozu Barmherzigkeit ermutigt: Ordensfrauen und die AIDS-Krise) und beleuchtet die außergewöhnliche Rolle von Ordensfrauen auf dem Höhepunkt der AIDS-Epidemie.

An beiden Projekten fasziniert mich, dass sie auf unterschiedliche Weise von Menschen erzählen, die Grenzen überschritten haben: In Taizé überwinden junge Menschen Nationalität, Konfession, Kultur und Sprache, um einander kennenzulernen. Und in der AIDS-Krise überwanden Ordensfrauen Angst und Stigmatisierung, um Menschen beizustehen, die ein Großteil der Gesellschaft aus Angst nicht einmal berühren wollte.

Mich faszinieren Geschichten, in denen nicht nur über den Glauben gesprochen wird, sondern in denen er gelebt wird – Geschichten, die beleuchten, was geschieht, wenn Menschen Barmherzigkeit, Gastfreundschaft und Mut tatsächlich praktisch leben. Das ist wahrscheinlich der rote Faden, der sich durch alles ziehen wird, was ich in Zukunft mache.

Wollen Sie den Film „Taizé: A Pilgrimage of Trust“ in Ihrer Kirche, Diözese, Schule oder Gemeinde zeigen? Das ist jetzt möglich! Mehr Informationen in englischer Sprache auf https://taizedoc.com/.

Über den Film „Taizé: A Pilgrimage of Trust“ (in englischer Sprache)

Weitere Informationen über die Communauté von Taizé