Einberufen vom Südafrikanischen Kirchenrat, wurde die Andacht vom Führungspersonal des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) besucht, das anlässlich der Tagung des Zentralausschusses in Johannesburg vom 18.–24. Juni in Südafrika präsent ist. Zu dem Nationalen Gebetstag für Heilung und Versöhnung haben sich 4.400 Menschen aus Kirchen überall in Südafrika versammelt.
Pastor Mzwandile Molo, Generalsekretär des Südafrikanischen Kirchenrates, eröffnete die Zusammenkunft und reflektierte darüber, dass Menschen im Glauben von Gott eingeladen werden, neue Möglichkeiten zu erkunden.
„Diese metatonia, diese radikale Veränderung des Herzens, des Geistes und des Lebens, kann nicht auf Lügen aufgebaut werden, sondern nur auf Wahrheit und Liebe“, sagte er. „Die Wahrheit ist es, die unserer Reise hin zu einer authentischen Heilung und Versöhnung den Weg weisen muss.
Gege Sono von der Grace Bible Church, die die Veranstaltung beaufsichtigte, begrüßte die Menschen und forderte sie auf, sich entspannt im Hause Gottes zu bewegen. „Ich weiß, dass wir aus unterschiedlichen Gemeinden und unterschiedlichen Kirchen usw. kommen“, sagte sie. „Ich weiß, dass wir hier Menschen aus unterschiedlichen Ländern haben. Ich glaube, dass die Gegenwart Gottes in diesem Haus spürbar ist.“
Bischof Sithembele Sipuka, Präsident des südafrikanischen Kirchenrates, spricht den Segen zum Abschluss des Nationalen Gebetstages für Heilung und Versöhnung 2025, der im Rahmen einer ökumenischen Andacht in der Grace Bible School, Soweto stattfand und vom Südafrikanischen Kirchenrat zum Thema „Sich der Vergangenheit stellen: Aufbau einer versöhnten Gesellschaft für Erneuerung und Würde“ ausgerufen worden war.
Neben ausdrucksstarker Musik, von Kindern angezündeten Kerzen und Botschaften, worum es bei der Versöhnung wirklich geht, war während der Andacht ebenfalls eine Predigt von Bischof Sithembele Sipuka, Präsident des Südafrikanischen Kirchenrates zu hören.
Die Predigt zum Thema „Vom familiären Streit zur Versöhnung der Familien: Die Rolle der Kirche zur Beendigung endlos wiederkehrender Beschuldigungen“ beschrieb, wie Menschen die Kunst der gegenseitigen Anschuldigungen perfektioniert haben, dabei aber verlernt haben, zuzuhören.
„Während der Apartheid haben die schwarzen Menschen in Südafrika im Exil in ihrem eigenen Land gelebt“, sagte er. Schwarze Familien wurden vom Land ihrer Vorväter vertrieben, ihre Sprache an den Rand gedrängt, ihre Kultur unterdrückt.
Jetzt reflektierte er darüber, wie zurzeit aus vielerlei Gründen weiße und südafrikanische „Coloureds“ in der Angst vor Vertreibung leben. „Schluss mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen“, sagte er. „Deine Befreiung ist mit der Befreiung deines Nachbarn verbunden.“
Dein Wohlergehen, so fügte er hinzu, ist mit dem Wohlergehen deines Feindes verbunden. Ihr seid eine Familie, ob ihr es wollt oder nicht“, sagte er. „Das Heilmittel gegen das Exil besteht nicht darin, neue Exile zu errichten, sondern eine Stadt – eine Gesellschaft aufzubauen, in der sich niemand vor Vertreibung fürchten muss und in der sich jeder zu Hause fühlt.“
Der Kirche, so Sipuka, komme hier eine besondere Rolle beim Aufbau einer solchen Gesellschaft zu. „Wir sind dazu aufgerufen, die prophetische Stimme zu sein, die den Mächtigen die Wahrheit sagt, aber auch dort zur Versöhnung beizutragen, wo die Wahrheit gesagt werden kann, ohne Zerstörungen anzurichten, wo Beschwerden vorgetragen werden, ohne dass es um Vergeltung geht, wo Feinde entdecken können, dass sie eine Familie sind“, sagte er. Unsere Aufgabe besteht darin, glaubhaft darzustellen, wie Versöhnung aussehen kann, wenn sie über eine bloße Koexistenz hinausgeht und zu einer wirklichen Verwandlung führt.
22. Juni 2025, Johannesburg, Südafrika: Der Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, Bischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm (links), und ÖRK-Generalsekretär Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay (rechts) übermitteln Grüße vom Ökumenischen Rat der Kirchren während eines Nationalen Gebetstages für Heilung und Versöhnung 2025 im Rahmen einer ökumenischen Andacht in der Grace Bible Church, organisiert vom Südafrikanischen Kirchenrat zum Thema: „Sich der Vergangenheit stellen: Aufbau einer versöhnten Gesellschaft für Erneuerung und Würde“.
Der Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, Bischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und ÖRK-Generalsekretär Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay übermittelten ihre Botschaften.
Bedford-Strohm zeigte sich erfreut über den Moment des Gebetes und der Bewegung. „Ich spüre den Geist der Bruderschaft und Schwesternschaft in diesem Raum – und das Beste ist, dass ich spüren kann, wie er sich bewegt!“, sagte er. „Es ist einfach wunderbar zu erleben, wie sich der Geist in all seiner Fülle bewegt, und deshalb ist es so wunderbar, hier zu sein.“
Er stellte fest, dass das ÖRK-Leitungsgremium Kenntnis von all den zahlreichen Kämpfen in Südafrika habe – Kämpfe, die auch global stattfinden. „Südafrika braucht ebenfalls die Solidarität der Welt“, sagte er. „Wir beten für Sie überall auf der Welt.“
Pillay äußerte seine Freude über die Zeit des wirkmächtigen Gebetes. „Einige erzählen uns, dass Gebete eine machtvolle Erfahrung sind, dass sich der Himmel öffnet und die Erde sich bewegt, wenn Menschen Gottes gemeinsam beten“, sagte er. „Gebete sind so machtvoll, wenn wir uns versammeln, weil Gebete uns dabei helfen, die Kraft zu finden, einander zu verzeihen. Gebete helfen uns, die Kraft zur Versöhnung zu finden.“
Lulama Ntuta, erste Vizepräsidentin des südafrikanischen Kirchenrates, bedankte sich bei allen, die die Andacht geplant und daran teilgenommen haben, sowohl online als auch als Präsenzveranstaltung. „Danke an die Gemeinde dafür, dass Sie hier sind, dank an alle diejenigen, die virtuell mit dabei waren, danke für Ihre Hingabe an das Gebet“, sagte sie.
Als die Gemeinde sich verabschiedete, betete sie: „Begleite uns jetzt auf dem Weg zu unseren Gemeinschaften. Hilf uns, lebendige Beispiele für Deine Liebe und Versöhnung zu sein. Gib uns den Mut, auf der Seite der Wahrheit zu stehen, zu lieben und die Wunden der Rassentrennung zu heilen.“
Gemeindemitglieder beten während eines Nationalen Gebetstages für Heilung und Versöhnung 2025, der im Rahmen einer ökumenischen Andacht in der Grace Bible School, Soweto stattfand und vom Südafrikanischen Kirchenrat zum Thema „Sich der Vergangenheit stellen: Aufbau einer versöhnten Gesellschaft für Erneuerung und Würde“ organisiert worden war.
Predigt von Bischof Sithembele Sipuka, SACC-Präsident (in englischer Sprache)