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Morgenandacht im Rahmen der Konsultation von Führungspersonen zur Strategieplanung in der Kapelle des Ökumenischen Instituts in Bossey. 

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Ziel der Konsultation war es, gemeinsam strategische Prioritäten, Erwartungen und Verantwortungsbereiche in der ökumenischen Zusammenarbeit, Kooperation und Verantwortung herauszuarbeiten und den besonderen Wert, den strategischen Mehrwert und das transformative Potenzial der ökumenischen Zusammenarbeit unter denjenigen zu eruieren, die sich dem ökumenischen Zeugnis und ökumenischen Handeln verpflichtet fühlen.

Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay, der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen, erklärte zu Beginn: „Dass wir hier heute zusammenkommen hat nicht nur einen institutionellen Grund, sondern ist höchst theologisch, hat mit unserer Mission zu tun und ist angesichts der Lage in der Welt, der zu dienen wir berufen sind, sehr wichtig.“ Er rief die anderen Teilnehmenden auf, nicht mehr nur zusammenzuarbeiten, sondern bewusst und auf allen Ebenen zu kooperieren. „Eine der ganz dringenden Herausforderungen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, ist die Zerstückelung unserer Stimme, unserer Mittel und zuweilen auch der von uns verfolgten Strategie“, sagte er.

„Kohärenz und Zusammenwirken sind für die Glaubwürdigkeit unseres Zeugnisses von entscheidender Bedeutung“, so Pillay. „Unsere theologische Reflexion und unser humanitäres Engagement, unsere Advocacyarbeit auf globaler Ebene und die Weggemeinschaft an der Basis, unsere institutionellen Strukturen und die konkreten Lebensrealitäten der Kirchen und Gemeinden vor Ort müssen schlüssig und stimmig sein und zusammenwirken.“

„Das verlangt nicht Einheitlichkeit oder Uniformität, aber es erfordert eine bewusste gemeinsame Ausrichtung“, betonte er. „Ich glaube, dies ist ein Kairos-Moment für uns. Es geht hier nicht um das Überleben unserer Institutionen, sondern um glaubenstreue Nachfolge in einer verwundeten Welt.“ Er rief zur Zusammenarbeit auf und wagte die Hoffnung: „Lasst uns den Mut haben, nicht nur zusammenzuarbeiten, sondern durch unsere Zusammenarbeit verwandelt zu werden.“

Pastorin Dr. Anne Burghardt, die Generalsekretärin des Lutherischen Weltbundes, sprach über den globalen Kontext, der eine global koordinierte Antwort brauche.

„Es ist sehr deutlich, dass sich die Machtzentren verlagern, und die Lage kann sich abhängig vom Standpunkt und abhängig davon, mit welchen Werten man auf sie schaut, sehr unterschiedlich darstellen“, sagte sie. „Verschiedene Akteure haben das Gefühl, bisher nicht mit am Tisch zu sitzen.“

Wo das säkulare multilaterale System immer mehr Schwachpunkte bekomme, so Burghardt, hätten christliche Akteure, die aus dem Glauben heraus handeln, eine besondere Verantwortung, gemeinsam für die Menschenwürde einzustehen.

„Auch müssen wir klar Stellung gegen die Instrumentalisierung des christlichen Glaubens beziehen, insbesondere dann, wenn der christliche Glaube missbraucht wird, um eine Missachtung der Menschenwürde zu rechtfertigen“, sagte sie.

Für Rudelmar Bueno de Faria, den Generalsekretär der ACT Alliance, bot die Konsultation Raum für einen offenen und zukunftsorientierten Dialog.

„In der Vergangenheit war die ökumenische Zusammenarbeit immer eine Reaktion auf politische und gesellschaftliche Dynamiken“, erklärte er. „Bei diesem Treffen soll es um vorausschauende strategische Gespräche auf der Führungsebene gehen.“

Alle Anwesenden würden versuchen, die Lage in der Welt ganzheitlicher zu betrachten, so Faria weiter.

„Es ist der Anfang eines längeren Prozesses“, sagte er. „Was es nicht ist: Eine Konsultation, auf der wir Entscheidungen treffen. Sondern ein erster Schritt hin zu einem längeren Austausch.“

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De Faria, Burghardt und Pillay im Garten des Ökumenischen Instituts in Bossey.

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Bibelarbeiten im Rahmen der Morgenandachten an beiden Tagen der Konsultation betteten die Gespräche in einen theologischen Rahmen.

Pastorin Pauliina Parhiala, Exekutivdirektorin von FELM, der Finnischen Evangelisch-Lutherischen Mission, unterstrich in ihren Gedanken zu 2.Korinther 1,1-6 am 29. April, dass die Konsultation in einer Zeit stattfände, in der die Welt fragil wirke, es aber gleichzeitig viel Engagement, Mut und Hoffnung gebe.

„Die Hoffnung entsteht, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass Gott uns schon genau dort begegnet ist, wo es schwierig ist – und uns nicht verlassen hat“, erklärte sie. „Wir sind nicht gerechtfertigt, weil unsere Lage vielsprechend aussieht, sondern weil Gott uns treu bleibt“, sagte sie weiter. „Nicht durch unsere menschliche Leistungsfähigkeit oder unser Tun ist die Zukunft gesichert, sondern durch Gottes Verheißung.“

In der Morgenandacht am ersten Tag wurde zudem an Prof. Jione Havea erinnert. Havea war ein renommierte ökumenischer Theologe aus Tonga, der in den frühen Morgenstunden dieses Tages verstorben war. Die Generalsekretärin des LWB und die Generalsekretäre des ÖRK und der ACT Alliance zündeten eine Kerze an und riefen zu einer Schweigeminute auf, um sein Vermächtnis zu würdigen.

Am zweiten Morgen durfte Pastor Dr. Japhet Ndhlovu, Leitender Geistlicher der Missionsabteilung der Vereinigten Kirche von Kanada, in der Bibelarbeit Gedanken über Römer 5,1-11 formulieren. Er sprach über Hoffnung als Trotzreaktion, die verankert sei in der Überzeugung, dass „der Gott der Hoffnung uns erfüllt mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass wir überströmen mit Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes“.

„Jedes Mal, wenn wir uns entschließen, den Menschen am Rand der Gesellschaft zuzuhören, anstatt die Menschen in der Mitte zu schützen, jedes Mal, wenn wir grenzüberschreitend unsere Mittel gemeinsam nutzen, jedes Mal, wenn in unseren Gottesdiensten die Wahrheit über das Weltreich ausgesprochen und den Armen die frohe Botschaft verkündigt wird, verkörpern wir eine große Hoffnung, wagen wir mutige Hoffnung und setze eine kühne Hoffnung in die Tat um. Und damit schließen wir uns der Vision der Vereinigten Kirche an, ‚Gemeinschaften zu sein, die voller Hoffnung sind, vereint in fest verankerter Spiritualität, animierendem Gottesdienst und kühner Gerechtigkeit‘.“

Zum Abschluss der Konsultation wurden die weiteren Schritte der verschiedenen Organisationen und der bei der Tagung anwesenden Personen erörtert.

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„Gemeinsam unterwegs in Richtung Zukunft“, Reflexion von Pastorin Pauliina Parhiala in englischer Sprache

„Hoffnung“, Reflexion von Pastor Dr. Japhet Ndhlovu in englischer Sprache

Hochrangige Konsultation mit globalen ökumenischen Organisationen und Partnern über gemeinsame Prioritäten (ÖRK-Pressemitteilung vom 28. April 2026)