Namhafte religiöse Führungspersonen, Akademikerinnen und Akademiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter von christlichen Kirchen und dharmischen Religionsgemeinschaften (Buddhismus, Hinduismus, Jainismus und Sikhismus) sind dazu in der Päpstlichen Universität des Heiligen Thomas von Aquin (Angelicum) zusammengekommen.
„An der Veranstaltung nahmen Menschen teil, die sich für die Stärkung der Geschwisterlichkeit unter den Menschen durch interreligiösen Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit in Europa einsetzen“, heißt es in einem Kommuniqué der Konferenz. „Sie bekräftigten vor diesem Hintergrund, welch zentrale Bedeutung das Gefühl von Geschwisterlichkeit für die Schaffung von Zusammenhalt und Frieden in der Gesellschaft habe.“
Die Teilnehmenden unterstrichen, wie wichtig es sei, gegenseitigen Respekt, Zusammenarbeit und gemeinsames Engagement zu stärken, aber gleichzeitig in den eigenen religiösen Traditionen verwurzelt zu bleiben.
„Die Tagung hat das gemeinsame Bekenntnis zur Förderung einer Kultur der Begegnung und Zusammenarbeit zum Wohle aller bekräftigt“, so das Kommuniqué. „Die Teilnehmenden brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass eine solche Zusammenarbeit auch weiterhin Quelle der Inspiration für die breitere Gesellschaft sein könne und zur Förderung von Geschwisterlichkeit und Frieden beitrage.“
Es wurde die Frage erörtert, wie die zunehmende religiöse Vielfalt und der zunehmend säkular geprägte Lebenskontext in Europa das öffentliche Leben, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Rolle von Glaubensgemeinschaften verändern. Die Gespräche berücksichtigten buddhistische, christliche, hinduistische, jainistische und sikhistische Sichtweisen und beschäftigten sich mit Geschwisterlichkeit im Sinne eines gelebten Engagements für Menschenwürde, Gewaltlosigkeit, Gleichberechtigung, Dienst am Nächsten und gegenseitiger Fürsorge.
Darüber hinaus berichteten sich die Teilnehmenden gegenseitig von konkreten positiven Erfahrung im Zusammenhang mit Integration und friedlichem Zusammenleben sowie den damit verbundenen Herausforderungen, und betonten, dass Dialog und Zusammenarbeit auf lokaler Ebene nicht nur zu einem besseren gegenseitigen Verständnis, sondern auch zu gemeinsamem Handeln führen könne. Am Ende der Konferenz wurden Vorschläge für eine gemeinsame Strategie zur Förderung von Geschwisterlichkeit in Europa durch robustere Beziehungen, praktische Zusammenarbeit und langfristiges interreligiöses Engagement vorgelegt.
ÖRK-Generalsekretär Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay unterstrich in seinen Grußworten an die Teilnehmenden, dass der öffentliche Diskurs oftmals von „Polarisierung, Misstrauen und Ausgrenzung“ geprägt sei.
Er rief die Glaubensgemeinschaften auf, „durch Begegnung, Solidarität und Vertrauen Brücken zu bauen“, und mahnte alle Gläubigen, nicht zuzulassen, dass ihr Glaube „missbraucht und zweckentfremdet wird, insbesondere nicht durch die Mächtigen und Einflussreichen“. Er bekräftigte, dass der interreligiöse Dialoge „mutig Grenzen überschreitet und Vielfalt wertschätzt, und gleichzeitig die Wahrheit und Integrität aller Glaubenstraditionen wahrt“.
Prof. Dr. Angeliki Ziaka, ÖRK-Programmreferentin für interreligiösen Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit, unterstrich, dass gegenseitige Anerkennung Voraussetzung für jeden Dialog sei: „Bevor Menschen einen Dialog beginnen können, müssen sie sich erst gegenseitig sehen und anerkennen.“ Sie bekräftigte, dass Sichtbarkeit, Begegnung, Vertrauen und Zusammenarbeit es Religionsgemeinschaften möglich machen würden, sich umfassender in das gesellschaftliche, bildungsbezogene, kulturelle und öffentliche Leben in Europa einzubringen.
Die Teilnehmenden bekräftigten ihr Bekenntnis zur Förderung einer Kultur der Begegnung und Zusammenarbeit zum Wohle aller. Sie brachten die Hoffnung zum Ausdruck, dass ihr gemeinsames Engagement einen Beitrag zu mehr Frieden, Inklusion und Geschwisterlichkeit in Europa leisten würde.