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Debt event livestreaming

An der Podiumsdiskussion „Jubiläum 2025 – Aufruf zu einer gerechten Schuldenstruktur: Ein Bogen zwischen Ethik und Politik“ befassten sich Fachleute aus Wirtschaft und Politik sowie religiöse Führungspersonen im von Papst Franziskus ausgerufenen Jubiläum mit neuen Ansätzen für den Schuldenerlass.

Mtata, der die 350 Mitgliedskirchen des ÖRK sowie über 500 Millionen Christinnen und Christen vertrat, richtete den Fokus auf die öffentliche Schuldenquote Simbabwes – d.h. das Verhältnis der Staatsschulden zur Wirtschaftsleistung eines Staates –, die etwa 98,5 % beträgt. Das Land sei seit 2000 von den globalen Finanzmärkten ausgeschlossen, bemerkte er. „Hinter diesen Zahlen stecken Menschen: Familien, die versuchen zu überleben, junge Menschen ohne Arbeit und Gemeinschaften, die von Dürren und Überflutungen getroffen wurden“, sagte Mtata. „Schulden beschreiben nicht einfach finanzielle Verbindlichkeiten – sie stellen eine menschliche und moralische Krise dar, die Armut verfestigt und den Menschen die Hoffnung raubt.“

Pastorin Jackline Makena Mutuma, Pastorin der Methodistischen Kirche in Kenia und stellvertretende Vorsitzende der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, ergriff ebenfalls das Wort. Sie ging darauf ein, dass Schulden nicht nur ein wirtschaftliches Thema seien, sondern ein moralischer Frevel, der den Menschen die Würde und das Leben selbst verwehre. Sie drängte zu einem sofortigen Erlass aller ungerechter Schulden für die vom Klimawandel betroffenen Länder, konzipiert als Reparationszahlungen für die Klimaschäden, die durch wohlhabende Länder verursacht werden.

Der ÖRK forderte die Umsetzung dieser Reformen innerhalb der nächsten zwei Jahren und betonte, dass viele Länder in Afrika und im globalen Süden eine ähnliche Schuldenlast zu tragen hätten. Der ÖRK legte konkrete Reformen dar: der Erlass illegitimer Schulden aus der Kolonialzeit, die Aufnahme spezifischer Klauseln bezüglich Katastrophen in Schuldentiteln und die Gewährung von Klimafinanzierungen als Förderungen statt Darlehen. An der Veranstaltung nahmen auch Vertretende der Katholischen Entwicklungshilfe (CAFOD), Islamic Relief Worldwide sowie zahlreiche regionale Organisationen im Entwicklungsbereich teil.

Der Ökumenische Rat der Kirchen richtete das Forum im Rahmen seiner Bemühungen um einen Wandel des globalen Finanzwesens in Zusammenarbeit mit Jubilee USA Network, Caritas Internationalis und der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz aus. Die Organisationen werden diese Vorschläge der Führungsspitze des IWF planmäßig noch im Rahmen der laufenden Jahresversammlung vorlegen.

Zachäus-Kampagne für Steuergerechtigkeit und Reparationszahlungen

Schulden in Hoffnung verwandeln