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28.09.07 15:26

Kirchenleute in den USA treffen Irans Präsidenten Ahmadinedschad

 

Bei einem Treffen mit Irans Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad (links) in New York sprach Pfarrer Christopher Ferguson (rechts), der Vertreter des ÖRK bei der UNO, die Frage der Menschenrechte im Iran an.
Foto: Melissa Engle / MCC

Im Bemühen, den Dialog als Alternative zu einer möglichen militärischen Konfrontation zwischen dem Iran und den USA zu fördern, beteiligte sich der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) an der Organisation einer Diskussion zwischen dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und fast 140 Kirchenleute aus allen Teilen der USA.

Die Veranstaltung fand am 27. September in der Tillman Inter-Faith Chapel des Kirchenzentrums der Vereinten Nationen in New York statt und wurde vom Mennonite Central Committee organisiert, einem Hilfswerk der nordamerikanischen Mennoniten, das sich auch für Entwicklung und Frieden einsetzt. Sie fand einen Tag nach Ahmadinedschads Rede vor der UN-Generalversammlung statt.

Pfarrer Christopher Ferguson, der Vertreter des ÖRK bei den Vereinten Nationen, war Mitglied des Podiums, das Ahmadinedschad verschiedene Fragen stellte, u. a. über seine umstrittenen Bemerkungen zum Holocaust, über Irans Atompläne und über Menschenrechtsfragen.

"Die Evangelien berichten uns vom Eintreten für die Armen, die Witwen, die Gefangenen und die Unterdrückten als dringende Anliegen", leitete Ferguson seine Frage an Ahmadinedschad ein. "In Ihrer Rede vor der Generalversammlung zeigten Sie sich besorgt über diejenigen Nationen, die angeblich die Menschenrechte verteidigen, in Wirklichkeit aber die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen begehen."

Weiter sagte er: "Wir möchten Sie vor dieselbe Herausforderung stellen: Denken wir daran, dass alle Regierungen und alle Nationen dem Auftrag, den Gott uns übertragen hat, nicht gerecht werden. Dies gilt auch für den Iran. Können wir als Menschen, die an Gott glauben und alle Menschenrechte achten, einen Weg finden, darüber zu sprechen, wo der Iran diese Menschenrechte ernsthaft missachtet?"

Ahmadinedschad antwortete: "Meine Anliegen werden vom gleichen Geist geleitet wie Ihre; ich bin sehr traurig darüber, dass die Welt voller Feindschaft, Besetzung, Massaker, Kriege und Diskriminierung ist."

"Ich bin auch ernsthaft besorgt über die weitreichende Verletzung von Menschenrechten", fuhr er fort und fügte hinzu: "Einige Personen, die Menschenrechte verletzen, versuchen, die Probleme unserer Welt ausschließlich mit Waffengewalt zu lösen. Wir verfügen noch immer nicht über solide Menschenrechtsstandards auf der Welt; es bestehen unterschiedliche Auslegungen. Eine Zusammenarbeit ist möglich, um dazu beizutragen, solide Menschenrechtsstandards zu erreichen."

Als Abschluss seiner Antwort sagte er, im Iran "verfügen wir über die höchsten möglichen Standards für die Einhaltung der Menschenrechte". Der Gesprächsleiter brachte die Verletzung der Rechte religiöser Minderheiten im Iran zur Sprache, das Thema konnte jedoch aufgrund der knappen Zeit nicht mehr besprochen werden.

Es handelte sich um das dritte einer Reihe von Gesprächen mit Ahmadinedschad, die die Mennoniten organisierten. Das erste Treffen fand vor genau einem Jahr in New York statt, das zweite im Februar 2007 in Teheran, als eine religiöse Delegation den Iran besuchte.

Pater Drew Christiansen, Herausgeber der katholischen Zeitschrift America, sagte, die "Mauern des Schweigens und des Vermeidens müssen fallen" und betonte: "Es ist falsch, keinen Dialog mit denjenigen aufzunehmen, mit denen wir uneinig sind, denn dies führt bloß zur Verbreitung von Vorurteilen und Feindseligkeit."