"Historischer Durchbruch" - Globales Christliches Forum wird fortgesetzt und lädt weitere Interessierte ein

Von links, vorne: Robina Winbush, Leonid Kishkovsky, Peter Sleebos, Linda Bond, Geoff Tunnicliffe; hinten: John Radano (Moderator des Podiums), Brian Farrell, Robert Welsh. Foto: Juan Michel/ÖRK
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Nach viertägigen Sitzungen haben sich rund 240 führende Persönlichkeiten aus einem breiten Spektrum von Kirchen, Konfessionen und zwischenkirchlichen Organisationen aus über 70 Ländern darauf geeinigt, den sogenannten "Konsultationsprozess für ein Globales Christliches Forum" fortzusetzen. Das Forum soll eine offene Plattform für Begegnung und Dialog bieten, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsame Herausforderungen aufzugreifen und anzusprechen.
Als die endgültige Fassung einer "Botschaft des Globalen Christlichen Forums an unsere Brüder und Schwestern in Christus auf der ganzen Welt" gebilligt wurde, brachen die Teilnehmenden in eine spontane Lobpreisung Gottes aus. Die Sitzung bildete den Abschluss der Tagung des Forums vom 6. bis 9. November in Limuru bei Nairobi, Kenia.
Die Botschaft, eines der wenigen greifbaren Ergebnisse des Forums, bezeichnet die Veranstaltung als einen historischen Durchbruch, da die Teilnehmenden sich "so global wie nie zuvor" versammelt hätten. An der Tagung nahmen Vertreter und Vertreterinnen der historischen protestantischen Kirchen, der katholischen Kirche, der orthodoxen Kirchen, der Pfingstkirchen, der umfassenden evangelikalen Bewegung sowie anderer christlicher Kirchen, Gemeinschaften und zwischenkirchlicher Organisationen teil.
"Wir sind hoch erfreut über Entwicklung und Ergebnis dieser Tagung", sagte Pfarrer Dr. Walter Altmann, der Vorsitzende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). "Was vor einem Jahrzehnt innerhalb des ÖRK als eine Idee mit eher ungewissen Aussichten auf Verwirklichung entstand, ist zu einem Meilenstein auf der ökumenischen Reise geworden."
Als Verdienst des Forums ist zu werten, dass Teilnehmende erklärten, sie fühlten sich ermutigt, "vertrauten Boden zu verlassen und einander auf gemeinsamen Grund zu begegnen, wo gegenseitiges Vertrauen wachsen könnte" und wo sie "bestärkt werden könnten, miteinander zu feiern, den Dialog untereinander aufzunehmen und gemeinsam zu handeln".
Sie verständigten sich auch darauf, im Blick auf ihre Beziehungen "Versäumnisse in der Vergangenheit zu bereuen", und fühlten sich ermutigt, "ein neues Bewusstsein und Verständnis voneinander zu entwickeln und anzuerkennen, dass Gottes Gnade unter uns am Werk ist". Gleichzeitig räumten die Teilnehmenden ein, dass sie noch "unterschiedliche Auffassungen in substanziellen Fragen wie Ekklesiologie [Kirchenverständnis], Reichweite der Evangelisation und Mission haben".
Für Pfarrer Wesley Granberg-Michaelson, Generalsekretär der Reformierten Kirche in Amerika und Mitglied des Fortsetzungsausschusses des Forums im Namen des ÖRK, ist die Veranstaltung "eine Wasserscheide in der modernen Geschichte des Christentums... Gottes Heiliger Geist ist dabei, die Vorwände wegzuwischen, die Christen benutzt haben, um einander fern zu bleiben und über einander zu urteilen".
In der Botschaft verpflichten sich die Teilnehmenden, "zu wachsendem Verständnis und zunehmender Zusammenarbeit unter den Christen" beizutragen. Dazu wollen sie aufbauen "auf den Grundlagen zahlreicher ökumenischer, interkonfessioneller und anderer historischer Initiativen zur Überwindung von Spaltungen innerhalb der christlichen Familie. Wir wollen diese Bemühungen nicht ersetzen."
Nächste Schritte
In einem separaten Dokument mit dem Titel "Vorschläge für die Zukunft" formulierten die Teilnehmenden konkrete Empfehlungen im Blick auf die nächsten Schritte. Im Mittelpunkt des Forums stehen auch weiterhin "Beziehungen" und "Gespräche", während "daraus hervorgehende gemeinsame Initiativen von den beteiligten Kirchen und Organisationen ausgearbeitet werden".
Der Prozess wird auch in Zukunft auf "engagierter Beteiligung" basieren und keine "Organisation mit Mitgliedschaft" anstreben. Der "Kreis der Beteiligten" soll "erweitert und vertieft" werden, wobei "unterrepräsentierten Gruppen, einschließlich Frauen, jungen Menschen, indigenen Völkern und Menschen mit Behinderungen besonderes Augenmerk gilt".
Der Fortsetzungsausschuss des Forums, in Zukunft nur noch Ausschuss genannt, wird den Forumsprozess auf regionaler, nationaler und lokaler wie auch auf internationaler Ebene weiterführen.
Ein kleines Sekretariat - das zurzeit aus einer halbtags arbeitenden Person besteht - wird für die Folgearbeit zuständig sein und zu seiner Finanzierung werden die beteiligten Kirchen und kirchlichen Einrichtungen gebeten, finanzielle Verantwortung zu übernehmen. Der Ausschuss des Forums wird sich um eine breite und nachhaltige finanzielle Grundlage für seine Arbeit bemühen.
"Der ÖRK verpflichtet sich zusammen mit anderen Partnerorganisationen, das Sekretariat des Forums wie bisher zu unterstützen", sagte der Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses Walter Altmann im Hinblick auf diese Empfehlung.
Es soll eine ausführliche Evaluierung des neunjährigen Forumsprozesses vorgenommen und im Rahmen einer repräsentativen Konsultation geprüft werden. Die Konsultation wird sodann weiter über die Zukunft des Forums nachdenken. Der Ausschuss des Forums wird hinsichtlich der Ernennung eines neuen Ausschusses "den Dialog mit den in Limuru vertretenen Kirchenfamilien und Organisationen aufnehmen". |
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Ein bewegender Moment war, als sich die Teilnehmenden bei der Schlusssitzung zum Applaus für Hubert van Beek erhoben, den Sekretär des Fortsetzungsausschusses des Forums, der durch seinen beispiellosen Einsatz den ganzen Prozess erst ermöglicht hatte. "Es hat andere vor uns gegeben und es wird weitere nach uns geben", beantwortete er den Beifall dankend, "weil unser Ziel nicht von einzelnen Menschen abhängt, sondern in Gottes Händen liegt".
Zielsetzung des Globalen Christlichen Forums (auf Englisch)
Weitere Geschichten und Reflexionen von der Tagung des Globalen Christlichen Forums in Limuru, Kenia
Website des Globalen Christlichen Forums


