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17.10.07 17:19

ÖRK und Pfingstkirchen vertiefen ihre Gespräche

 

Teilnehmende der Tagung im Fokolar-Zentrum in Baar.

Eine zweite Dialogrunde zwischen Mitgliedern des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und verschiedener Pfingstkirchen hat letzte Woche in Baar in der Schweiz begonnen. Eine Gruppe von siebzehn evangelischen, orthodoxen und pfingstkirchlich orientierten Christen/innen kam zusammen, um die Arbeit fortzuführen, die die erste Gemeinsame Beratungsgruppe des ÖRK und der Pfingstkirchen in der Zeit von 2000 bis 2005 geleistet hatte.

 

In seiner Reflexion über die Bedeutung dieses Treffens erklärte Cecil M. Robeck Jr., Professor für Kirchengeschichte und Ökumene im Fuller Theological Seminary, der die Pfingstkirchen auch dieses Mal als Ko-Vorsitzender der Gruppe vertritt, dass "dieses Treffen uns einen sehr guten Start in unsere gemeinsame Arbeit der nächsten fünf Jahre ermöglicht hat".

 

Jennifer S. Leath von der Afrikanischen Methodistisch-Bischöflichen Kirche (USA), die als Ko-Vorsitzende des ÖRK in der Gruppe fungiert, gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Mitglieder der Gemeinsamen Beratungsgruppe "im gegenseitigen Verständnis wachsen und schwierigen Fragen oder Herausforderungen für die Einheit der Kirche nicht aus dem Weg gehen werden".

 

Nach mehreren Jahren des Dialogs mit Pfingstkirchen aus aller Welt wurde die erste Gemeinsame Beratungsgruppe des ÖRK und der Pfingstkirchen 1998 von der Vollversammlung in Harare eingesetzt. 2006 legte sie der Vollversammlung in Porto Alegre ihren Bericht vor und empfahl, die Gemeinsame Beratungsgruppe als wichtige Plattform für die Fortsetzung der Gespräche zwischen dem ÖRK und den Pfingstkirchen und die Entwicklung eines tieferen Verständnisses zwischen ihnen fortzuführen. Einige Mitglieder der ersten Gruppe wurden von ihren Kirchen in ihrer Funktion bestätigt und werden dazu beitragen, die Kontinuität der Gespräche zu gewährleisten.

 

Die Zusammenkunft in Baar begann und endete jeden Tag mit Gebeten und Bibellesungen der verschiedenen Kirchentraditionen. Jeden Morgen stand intensive Bibelarbeit auf dem Programm und die Teilnehmenden sprachen über ihre persönlichen Glaubenserfahrungen und berichteten aus dem Leben ihrer Kirche. Die Gruppe nahm sich auch Zeit, noch einmal über den Dialog nachzudenken, der in den Jahren 2000 bis 2005 geführt worden war. Ferner stellte sie eine Tagesordnung für ihre zukünftige Arbeit auf.

 

Veli-Matti Kärkkäinen von der Finnischen Pfingstmission gab einen Überblick über den bilateralen Dialog der Pfingstkirchen mit der römisch-katholischen Kirche und dem Reformierten Weltbund sowie die Gespräche mit dem Lutherischen Weltbund. Er betonte, dass diese Arbeit das Fundament gelegt habe, "auf dem die Pfingstkirchen ihre Mitwirkung am Ringen um die Einheit der Kirche Christi fortsetzen".

 

Harold D. Hunter von der International Pentecostal Holiness Church leitete ein Gespräch über die "Geistesgaben in der Kirche". Unter der Leitung von Marina Kolovopoulou, Kirche von Griechenland, und Cephas Omenyo, Presbyterianische Kirche von Ghana, wurde über die "Sakramente als Gottes Gabe an die Kirche" diskutiert. Beide Themen waren von der ersten Beratungsgruppe für weitere Gespräche empfohlen worden.

 

Die Gruppe setzte die Fortführung des theologischen Dialogs über das Wesen der Kirche auf ihre Tagesordnung und wird 2008 mit einer Untersuchung der Kirchenmerkmale - Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität - beginnen. Im weiteren Verlauf ihrer Arbeit wird sie 2009 über das Wesen der Mission diskutieren.

 

Die Gruppe wurde zu ihrem ersten Treffen im Fokolar-Zentrum in Baar willkommengeheißen und verbrachte einen gemeinsamen Abend mit der dort lebenden Fokolar-Gemeinschaft. Gruppenmitglieder nahmen an Gottesdiensten der reformierten, der freikirchlichen und der syrisch-orthodoxen Gemeinde teil. Das zweite Treffen der Gruppe ist auf Oktober 2008 anberaumt.

 

 

Liste der Teilnehmenden an der Tagung in Baar (auf Englisch)

 

Bericht der Gemeinsamen Beratungsgruppe des ÖRK und der Pfingstkirchen 2000-2005