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27.09.07 14:50

Konsultation zum Heilen von Erinnerungen an Verbrechen großen Maßstabs in Dublin

 

"Hände über einem geteiltem Derry", ein Denkmal im Zentrum von Londonderry, Nordirland.

Der blutige Konflikt in Nordirland, die unter dem Apartheid-Regime in Südafrika und unter kommunistischer Herrschaft in der DDR begangenen Verbrechen, die von den Roten Khmer in Kambodscha oder der guatemaltekischen Armee in 35 Jahren Bürgerkrieg verübten Massenmorde: Fallstudien vom Umgang dieser unterschiedlichen Länder mit einer Geschichte schwerer Menschenrechtsverletzungen stehen im Zentrum der ökumenischen Konsultation "Erinnerungen heilen - Gemeinschaften versöhnen". Sie findet vom 1.-4. Oktober in Dublin, Irland, statt und wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und der Irish School of Ecumenics gemeinsam organisiert.

 

Rund dreißig Wissenschaftler/innen und Versöhnungsfachleute aus aller Welt werden im Dominican Retreat Centre Tallaght in Dublin zusammenkommen. Die ökumenische Konsultation wird, anhand der fünf Fallbeispiele, erfolgreiche Methoden sammeln und versuchen, eine Übersicht oder einen Leitfaden zu erstellen, der Kirchen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und politischen Verantwortlichen hilft, die Voraussetzungen und möglichen Wege für die Heilung von Gemeinschaften zu verstehen.

 

Die fünf Beispiele zeigen, wie die Erinnerungen an in der Vergangenheit erlittenes Unrecht Gemeinschaften über Jahrzehnte hinweg belasten können. Diese Erinnerungen "beeinflussen das Leben und die Politik von Gesellschaften weiter im negativen oder positiven Sinne, je nachdem, wie sie verarbeitet werden", meint Dr. Geiko Müller-Fahrenholz, Koordinator der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation (IöF) des ÖRK. Die Konsultation "Erinnerungen heilen – Gemeinschaften versöhnen" ist Teil des Vorbereitungsprozesses zur IöF 2011.

 

Von Gewalt betroffene Gemeinschaften sind oft geprägt von einseitigen und selektiven Erinnerungen. In diesem Zusammenhang weist Dr. Manoj Kurian, ÖRK-Programmreferent für Gesundheit und Heilen, auf die wörtliche Bedeutung des englischen Verbs 'to remember' (sich erinnern) hin: "Beim Erinnern werden die Glieder (members), die auseinander gerissen (dis-membered) worden sind, wieder zusammenfügt. 'Heilung' bedeutet, die schädlichen Auswirkungen des ‘Auseinanderreißens’ zu überwinden."

 

 

Weitere Informationen zur Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation

 

 

Weitere Informationen zur ÖRK-Programmarbeit "Gesundheit und Heilen"

  

Webseite der Irish School of Ecumenics (auf Englisch)