Jamaika wird Ort der Friedenskonvokation zum Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt
Die jamaikanische Hauptstadt Kingston wird im Mai 2011 Schauplatz der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation sein. Dies beschloss der ÖRK-Zentralausschuss heute in Genf. Die Konvokation stelle eine Art Erntefeier der Dekade zur Überwindung von Gewalt dar, erklärte Pfarrer Dr. Geiko Müller-Fahrenholz, der die Vorbereitungen für 2011 im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) koordiniert.
Pfarrer Dr. Fernando Enns, der Vorsitzende der Steuerungsgruppe für die Dekade zur Überwindung von Gewalt, sieht in der Friedenskonvokation eine Gelegenheit, Erfolgsbeispiele für Friedensarbeit ins Rampenlicht zu rücken und so zu beweisen, dass ein besserer Weg möglich ist, als Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten.
Während der Plenarsitzung zur Friedenskonvokation erfuhren die Mitglieder des Zentralausschusses von verschiedenen Initiativen der Mitgliedskirchen - unter anderem von den "Schritten gegen Tritte", mit denen sich die evangelischen Landeskirche Hannovers für Gewaltlosigkeit an den Schulen stark macht. Pfarrer Dr. Moiseraele Prince Dibeela berichtete wie seine Kirche, die Vereinigte Kongregationalistische Kirche des südlichen Afrika sich gegen Gewalt im Geschlechterverhältnis engagiert. Dazu gehört für ihn auch, Jungen und Männern ein positives männliches Rollenbild zu vermitteln, das Eigenschaften wie Verletzlichkeit, Kreativität und Fürsorglichkeit einschließt. Gegenüber Pressevertretern erwähnte er zudem die Rolle der Kirchen in seinem Heimatland Botswana an der erfolgreichen Lobby-Arbeit für ein Gesetz gegen häusliche Gewalt.
Pater Gosbert Byamungu, der als Beobachter für den Vatikan an der Tagung des Zentralausschusses teilnimmt, bekräftigte das Bekenntnis der römisch-katholischen Kirche zu der Dekade, an der sie von Anfang an mit beteiligt war.
Die Entscheidung für Kingston ist in gewisser Weise eine Rückkehr an den Ursprung der ökumenischen Friedensarbeit. Die jamaikanische Hauptstadt war eine von fünf Städten auf verschiedenen Kontinenten, die zum Auftakt der Dekade an der Initiative "Friede für die Stadt" teilnahmen.
"Friedensarbeit und die Frage nach christlicher Einheit hängen eng zusammen," erklärte der deutsche mennonitische Theologe Enns. Während der Sitzung fragte er Müller-Fahrenholz, warum er sich in der Dekade zur Überwindung von Gewalt engagiere statt seinen Ruhestand zu genießen. Der altgediente Friedenstheologe erwiderte: "Wie könnte ich meine beiden kleinen Enkelsöhne lieben und nicht Einspruch erheben gegen die Mächte der Gewalt?"
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Pfarrer Dr. Fernando Enns, der Vorsitzende der Steuerungsgruppe für die Dekade zur Überwindung von Gewalt.



