ÖRK > Programme
Programme

Eingedenk seiner zentralen Aufgabe als ein Rat von Kirchen, die Kirchen zur sichtbaren Einheit zu rufen, baut der ÖRK auf den Initiativen von Kirchen und Partnerorganisationen auf, hält die Dialog- und Fürsprachearbeit sowie den Aufbau von Beziehungen und die Förderung des gesellschaftlichen Zeugnisses im Gleichgewicht, spricht mit prophetischer Stimme zu den dringenden Problemen unserer unruhigen Zeit und legt prophetisches Zeugnis ab. 

Im Februar 2006 formulierte die 9. Vollversammlung des ÖRK die Programmschwerpunkte für die zukünftige Arbeit des Rates. So wird der Rat seine Arbeit in den nächsten sieben Jahren im Rahmen sechs neuer Programme durchführen, die alle auf der bisher geleisteten Arbeit aufbauen und jeweils mehrere zeitlich befristete Projekte und Aktivitäten einschließen. 

Bei den sechs Programmen handelt es sich um:

Ökumenischen Bewegung 1910-2010

Hauptziel dieses Programms ist es,

  • die ökumenischen Beziehungen – unter Mitgliedskirchen und mit ökumenischen Partnern – zu pflegen;

  • die ökumenische Vision zu interpretieren und zu vermitteln und eine globale Plattform für die theologische Analyse der ökumenischen Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu schaffen;

  • aktiv für den Zusammenhalt der ganzen ökumenischen Bewegung einzutreten.

Dieses Programm wird die Kirchen ermutigen,

  • einander zur sichtbaren Einheit aufzurufen, kirchentrennende Fragen zu untersuchen und Konsenspositionen dazu zu entwickeln und Ausgrenzung und Diskriminierung in Kirche und Gesellschaft zu überwinden;

  • sich gemeinsam für eine authentischere Mission in der Welt zu engagieren und zu untersuchen, wie die Verpflichtung zur Einheit und der Auftrag zu Mission und Evangelisation zusammengehalten werden können;

  • sich mit traditionellen und neueren Dimensionen der Spiritualität in der ökumenischen Bewegung zu befassen und so die spirituellen Dimensionen kirchlichen Lebens zu vertiefen. 

Die Arbeit des ÖRK zu Einheit, Mission, Evangelisation und Spiritualität wird von seiner Kommission für Glauben und Kirchenverfassung sowie seiner Kommission für Weltmission und Evangelisation (CWME) geleitet und auf den Weg gebracht. Beide Kommissionen setzen sich aus engagierten und fachkundigen Personen aus Mitgliedskirchen und Nichtmitgliedskirchen zusammen, die über Verbindungen zu Netzwerken verfügen, die in diesen Bereichen tätig sind.

Trennmauer
Foto: EAPPI/Martin Smedjeback

Aufbauend auf dem Engagement der Kirchen gegen Gewalt, Krieg, Menschenrechtsverletzungen, wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Armut und Ausgrenzung wird dieses Programm Macht hinterfragen und für Frieden eintreten, indem es

  • diese Anliegen vor der UNO und anderen zwischenstaatlichen Einrichtungen zu Gehör bringt;

  • Kirchen in kritischen Situationen begleitet und prophetisches Zeugnis gegen Gewalt ablegt - insbesondere im Nahen Osten und im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt;

  • Kirchen zusammenbringt, um diese Fragen zu untersuchen und darüber nachzudenken;

Die Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA) hat 38 Mitglieder, die von Kirchen und regionalen ökumenischen Organisationen ernannt werden, um den ÖRK in internationalen Angelegenheiten zu beraten.

Poster einer Anti-Minenkampagne
Foto: ACT/Paul Jeffrey

Dieses Programm wird die Kirchen in ihren Anstrengungen unterstützen, menschliche Not zu lindern, Ungerechtigkeit zu bekämpfen und Gefahren für die Schöpfung abzuwenden. Insbesondere wird es

  • dazu beitragen, die organisatorischen Kapazitäten der Kirchen und die gegenseitige Rechenschaftspflicht beim Miteinanderteilen von Ressourcen zu stärken;

  • die Arbeit der Kirchen mit entwurzelten Menschen unterstützen;

  • die Arbeit der Kirchen im Bereich Gesundheit und Heilen unter besonderer Berücksichtigung von HIV/AIDS und psychischer Gesundheit stärken;

  • die Arbeit der Kirchen in den Bereichen Klimawandel, Wasser, Energie, Nukleartests, Nutzung bzw. Missbrauch neuer Technologien unterstützen.

Theologiestudierende, Indonesien

Dieses Programm wird sowohl Anstrengungen im Bereich ökumenischer und religiöser Bildung unterstützen als auch (im Ökumenischen Institut Bossey) selbst Ausbildungsprogramme anbieten. Zur Unterstützung der kirchlichen Bildungsarbeit/Ausbildungsprogramme wird es:

  • Netzwerke für praxiserfahrene Pädagogen/innen aufbauen;

  • Bildungs-/Ausbildungsbedarf feststellen und Stipendien vergeben;

  • Lehrpläne entwickeln und zugänglich machen;

  • die ökumenische Bibliothek und ihr Archiv fortführen.

Interreligiösen Jugendforum

Zur Förderung des respektvollen Zusammenlebens und der friedlichen Integration in pluralistisch geprägten Gesellschaften wird dieses Programm

  • bi- und multilaterale Dialoge, regionale und kulturübergreifende Begegnungen zu Fragestellungen wie die Wahrnehmung des „Anderen“ ermöglichen; Religion und Gewalt; etc.

  • die Kirchen zur Reflexion über die Bedeutung des Christseins in einer Welt vieler Religionen ermutigen;

  • Kirchen in Ländern, in denen die Religion missbraucht wird, um Konflikte zu schüren, in ihrem Engagement für Veränderungen unterstützen.

In seiner Arbeit bis zur nächsten Vollversammlung wird der ÖRK versuchen, sich auf Aufgabenbereiche zu konzentrieren, für die er als weltweite Gemeinschaft von Kirchen besonders gut positioniert ist. Sein Bemühen, „weniger zu tun und dies gut zu tun“, setzt voraus, dass bestimmte Projekte von den Programmen gemeinsam angegangen werden.