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Frauen und Kinder als Flüchtlinge im Fokus der KEK-Summer-School

24 May 2016

English version published on: 26 May 2016

Unter den Massen von Flüchtlingen der letzten Monate waren auch viele Frauen und Kinder. Ihre Rechte stehen deswegen im Fokus einer von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) organisierten Summer School in Griechenland.

Die dritte Summer School der KEK zu Menschenrechten in Thessaloniki (Griechenland) steht unter dem Motto „Engagement für Frauen und Kinderrechte“ und findet vom 31. Mai bis 4. Juni in Zusammenarbeit mit der theologischen Fakultät der Aristoteles-Universität von Thessaloniki statt.

Griechenland ist der ideale Ort, um über diese Rechte zu diskutieren, da das Land in den letzten Jahren die Hauptlast der Hunderttausenden Flüchtlinge zu tragen hatte, die vor dem verheerenden Krieg in Syrien und anderen Konflikten nach Europa flohen, und für die Griechenland die erste Station war.

Diese Frauen und Kinder müssen eine Menge Herausforderungen bewältigen, mit denen sich die Summer School befassen wird. Die Teilnehmenden beleuchten das Thema aus theologischer, rechtlicher und politischer Perspektive und tauschen sich über erfolgreiche Vorgehensweisen aus.

Die Hauptkonferenz beginnt am 1. Juni mit einem theologischen Fokus auf Kinderrechten unter der Leitung von Natallia Vasilevich vom Christlichen Studenten-Weltbund in Europa.

Hauptredner sind Pastor Dr. Göran Gunner von der Kirche von Schweden, Pastor Luca Baratto vom Bund der Evangelischen Kirchen in Italien und Dr. Christos Tsironis von der theologischen Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki.

Mag. Elizabeta Kitanović, KEK- Referentin für Menschenrechte, sagte, es gebe noch zahlreiche Orte in der Welt, an denen die Rechte von Frauen und Kindern „noch stark missachtet werden”.

Hierbei gehe es um zivile, politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte.

„Die Teilnehmenden der KEK-Summer-School zum Thema Menschenrechte werden sowohl theologische Ansätze in Bezug auf Frauen- und Kinderrechte als auch internationale Rechtsinstrumente und Mechanismen besprechen, mit denen diese Rechte geschützt und gefördert werden können.“

In Bezug auf das Thema der Tagung erklärte Kitanović, dass aus den Evangelien klar hervorgehe, dass vor Gott Frauen und Männer dieselbe menschliche Würde besäßen.

„In der Heilsgeschichte ist die Rolle der Frauen sichtbar, und es gibt ein besonderes Augenmerk auf Witwen sowie auf die Frauen, die Jesus nachfolgten und seine treuesten Jünger waren", sagte Kitanović. „Diese Frauen waren die ersten Zeugen der Auferstehung.“

Am zweiten Tag wird es unter der Leitung von Dr. Lina Papadopoulou von der juristischen Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki um rechtliche Themen im Zusammenhang mit Europa und den Vereinten Nationen gehen.

Hauptredner sind Dr. Anne Negre, Gleichstellungsexpertin der Konferenz internationaler Nichtregierungsorganisationen im Europarat, Dr. Fulata Mbano-Moyo, Programmreferentin des Ökumenischen Rates der Kirchen für Frauen in Kirche und Gesellschaft, und Pastor Dr. Patrick Schnabel, juristischer Referent für Europa bei der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Die Themen im Zusammenhang mit Frauenrechten reichen von Menschen- und Organhandel, sexueller Ausbeutung, über Arbeitsbedingungen und Entlohnung, Bildungschancen und Fortschritt auf dem Arbeitsmarkt bis hin zu arrangierten Ehen und weiblicher Genitalverstümmelung.

„Aufgrund solcher entwürdigenden Behandlung, der Frauen und Kinder täglich ausgesetzt sind, werden sich die Teilnehmenden mit Maßnahmen auseinandersetzen, die bereits von Kirchen, von europäischen Institutionen wie dem Europarat oder der EU und von der NATO geleistet wurden“, sagte Kitanović.

Auch die Kinder, die viele der nach Europa flüchtenden Frauen begleiten, werden im Fokus stehen.

„Aufgrund ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung brauchen Kinder besondere Aufmerksamkeit. Damit sich Kinder körperlich und sozial gesund entwickeln, müssen sie gute Bedingungen vorfinden“, erklärte Kitanović.

Weitere Informationen zur KEK-Summer-School zum Thema Menschenrechte