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ÖRK: Verhandlungen statt Konfrontation mit Nordkorea

ÖRK: Verhandlungen statt Konfrontation mit Nordkorea

Besucher am Denkmal für Kim Il Sung und Kim Jong Il in Pjöngjang (Nordkorea). Foto: Sean Hawkey

04 September 2017

English version published on: 06 September 2017

Nach dem sechsten Atomwaffentest Nordkoreas am Sonntag, dem 3. September, erneuerte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) seinen Aufruf, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel durch Verhandlungen zu mindern, anstatt die Konfrontation immer weiter zu eskalieren.

Am Montag berichteten südkoreanische Quellen, es gebe Anzeichen dafür, dass Nordkorea weitere Raketenstarts vorbereite – möglicherweise eine Interkontinentalrakete. Als Reaktion auf den Atomwaffentest am Sonntag hat Südkorea Feueralarmübungen durchgeführt.

„Nordkorea hat genug getan, um seinen Status als Atomwaffenstaat zu demonstrieren“, sagte Peter Prove, der Direktor der ÖRK-Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten. „Der ÖRK setzt sich konsequent für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen überall ein; auch auf der koreanischen Halbinsel, wo das Risiko eines nuklearen Konflikts momentan am allergrößten ist.“

Trotzdem müsse anerkannt werden, dass Nordkorea über Atomwaffen verfüge, und dies diplomatisch gelöst werden – nicht durch weiter eskalierende Konfrontation, fügte er hinzu. Außerdem drückte Prove seine Missbilligung weiterer Sanktionen gegenüber Nordkorea aus; diese „würden wahrscheinlich nur den Schwächsten in Nordkorea schaden und gleichzeitig neue Spannungen verursachen“.

„Der ÖRK ruft alle Akteure auf, nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen, von diesem gefährlichen Abgrund zurückzutreten und stattdessen den Weg des Dialogs und der Diplomatie zu wählen und neue Initiativen zum Krisenmanagement und zum Spannungsabbau zu entwickeln“, sagte Prove. „Das Risiko eines Konflikts – sei er beabsichtigt oder Folge eines Missgeschicks – und die Größenordnung seiner potenziellen Folgen sind zu hoch, als dass der gegenwärtige Kurs so beibehalten werden könnte. In dieser Situation ist er keiner Partei dienlich.“

Jetzt sei die Zeit für Diplomatie, nicht für Waghalsigkeit, so sein Fazit. „Wir rufen alle ÖRK-Mitgliedskirchen dazu auf, für die Menschen und Kirchen in Korea und in Nordostasien zu beten und sie in ihrem Zeugnis für Frieden und Versöhnung zu begleiten und zu unterstützen.“

 

Vollständiger Wortlaut der Erklärung der ÖRK-Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten zum Atomwaffentest Nordkoreas (auf Englisch)

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