Glaubens- und wertebasierte Organisationen bilden Koalition zugunsten einer UN-Dekade für interreligiöse Zusammenarbeit für den Frieden
Stein Villumstad, stellvertretender Generalsekretär der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden, führt den Vorsitz im Lenkungsausschuss der neu gebildeten Koalition.
11. März 2009
Eine Koalition aus 45 religiösen, interreligiösen und wertebasierten Organisationen aus fünf Kontinenten hat sich zum Ziel gesetzt, eine "Dekade der Vereinten Nationen für interreligiösen und interkulturellen Dialog, Verständnis und Zusammenarbeit für den Frieden" auf den Weg zu bringen. Die Mitglieder der neu gegründeten Koalition gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die 64. UN-Generalversammlung, die ihre Beratungen im September 2009 aufnimmt, eine Resolution zur Ausrufung einer solchen Dekade für den Zeitraum 2011-2020 annehmen wird.
Die Mitglieder der neuen Organisation kamen vom 2. bis 4. März in Maryknoll, New York, zusammen. Unter den Teilnehmenden der Tagung waren Baha'i, Buddhisten, Christen, Hindus, Juden, Muslime, Shintoisten, Sikhs, Zoroastrier sowie Vertreter und Vertreterinnen indigener Traditionen.
Ein vorläufiger Lenkungsausschuss hat im Verlauf des Jahres 2008 bei den UN-Mitgliedsstaaten für die Dekade geworben. Die UN-Generalversammlung hat mit der Annahme der Resolution 63/22, die zur Sondierung der Durchführbarkeit einer solchen Dekade aufruft, am 14. November 2008 den ersten Schritt getan. Die Resolution wurde von 78 Staaten unterstützt.
Am Montag wiederholte der Vorsitzende der UN-Generalversammlung, Miguel d'Escoto Brockmann, seine früher geäußerten Forderungen nach einem "neuen Geist der Solidarität" und danach, "unser wirtschaftliches und politisches Tun wieder auf ein starkes Fundament moralischer und ethischer Werte zu stellen". Er rief die religiösen Verantwortlichen eindringlich dazu auf, mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, weil diese Anliegen ein "lebenslanges Engagement" erforderten und die religiösen Institutionen "Standfestigkeit und Durchhaltevermögen angesichts dieser Herausforderungen" bewiesen hätten.
Die Koalition wählte einen Lenkungsausschuss, dem Organisationen angehören, die religiöse Gemeinschaften vertreten, sowie interreligiöse und wertebasierte zivilgesellschaftliche Organisationen. Er soll strategisch unter den UN-Mitgliedsstaaten für die Dekade-Idee werben.
Eine Chance für die Friedensarbeit
Stein Villumstad, stellvertretender Generalsekretär der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden, der größten und repräsentativsten multireligiösen Organisation der Welt, führt den Vorsitz des Lenkungsausschusses der Koalition. "Dies ist eine einmalige Chance für die religiösen Traditionen, die so leicht für zerstörerische Zwecke missbraucht werden, um mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten und ihre Gemeinschaften und Organisationen gemeinsam für dringend erforderliche Friedensaktionen zu mobilisieren", erklärte er. "Im Zeitraum der Dekade sollten wir etwas bewegen und Veränderungen für die Armen, die Ausgegrenzten und die Unterdrückten dieser Welt bewirken."
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), der im Januar 2008 zu der ersten Tagung der Koalition nach Bossey, Schweiz, eingeladen hatte, setze sich auch weiterhin für diese Initiative ein, sagte Shanta Premawardhana, ÖRK-Direktor für interreligiösen Dialog und Zusammenarbeit. "Unsere Kirchen haben durch die Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA) eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit der UNO und ihren Behörden in einer Vielzahl von Projekten, die zu dauerhaftem Frieden beitragen", fügte er hinzu.
Das nächste Treffen der Koalition ist im Rahmen des Parlaments der Weltreligionen geplant, das im Dezember 2009 in Melbourne, Australien, tagen wird. Dirk Ficca, geschäftsführender Direktor des Parlaments und selbst Mitglied des Lenkungsausschusses, begrüßte diese Initiative.
Die Koalitionsmitglieder hoffen, dass die UN-Dekade am 21. September 2010, dem Internationalen Friedenstag, ausgerufen werden kann. Damit würde sie sich unmittelbar an die laufende Internationale Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit zu Gunsten der Kinder der Welt (2001-2010) und an das Internationale Jahr der Annäherung der Kulturen (2010) anschließen.



