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Ganz in Schwarz gegen Gewalt an Frauen

Ganz in Schwarz gegen Gewalt an Frauen

Marleen R. Henry und Pastorin Nicole Aswood bei der ÖRK-Vollversammlung in Busan

31. Oktober 2013

Am zweiten Tag der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Busan waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu aufgerufen, sich an der Kampagne „Donnerstag in Schwarz“ zu beteiligen. Diese setzt sich gegen die Gewalt an Frauen ein. Mithilfe der schwarzen Kleidung soll daran erinnert werden, dass viele Frauen weltweit täglich unter Gewalt leiden und sich aus eigener Kraft nicht dagegen wehren können.

„Ich habe vorher davon gehört und mir extra schwarze Kleidung mitgebracht“, sagt Jun Yi. Die 24-jährige Studentin ist das erste Mal auf einer ÖRK-Vollversammlung. „Ich denke, dass es wichtig ist sich für Frauen einzusetzen, die dazu selbst keine Möglichkeit haben.“ Ihr gefällt vor allem, dass so viele der Besucher mitgemacht haben und in Schwarz gekommen sind.

Die soziale Bewegung hat ihren Ursprung in Südamerika. Zur Zeit der Argentinischen Militärdiktatur in den 1970er Jahren, die durch Chaos und Terror geprägt war, wurden viele Menschen entführt, vergewaltigt und getötet. Häufig war der Verbleib der Opfer unklar. Als immer mehr Menschen verschwanden, begannen Frauen für ihre verschwundenen Kinder, Männer und Freunde auf die Straße zu gehen, um auf die Vorgänge im Land aufmerksam zu machen. Jeden Donnerstag protestierten sie gewaltlos gegen die Gewalt – und trugen als Symbol schwarze Schärpen.

Aus diesen Protesten entwickelte sich eine weltweite Bewegung gegen Gewalt, die durch das Tragen schwarzer Kleidung zum Ausdruck gebracht wurde. In den 1980er Jahren startete die internationale Menschenrechtskampagne „Donnerstag in Schwarz“, die auch vom Ökumenischen Rat der Kirchen unterstützt wurde und seit langem Teil der Vollversammlungen ist.

Auch dieses Jahr nimmt das Thema Gewalt eine wichtige Rolle in Busan ein. Bei einer der Pre-Assembly wurde speziell die Gewalt gegen Frauen thematisiert. Dabei stand nicht nur die Gewalt in Kriegsgebieten im Fokus, sondern jegliche Gewalt gegen Frauen weltweit.

Viele Frauen können nicht selbst entscheiden

Eine der Organisatoren der Kampagne ist Vanessa Jane Michael vom Netzwerk Inerela+. Sie hat an der Vorbereitung der Aktion mitgearbeitet. Michael trägt nicht nur an den zwei Donnerstagen der Vollversammlung schwarze Kleidung, sondern jeden Donnerstag. „Ich kann jeden Tag selbst entscheiden, ob ich schwarz trage oder nicht.“ Sie trage zwar auch lieber helle und bunte Farben. Aber Frauen, die unter Gewalt leiden, hätten diese Wahl nicht. „Deshalb werde ich solange schwarz tragen, bis keine Frau mehr unter Gewalt leiden muss.“

Die Kampagne wird unter anderem von der Diakonia Council of Churches (Diakonischer Rat der Kirchen), dem Christian AIDS Bureau of Southern Africa (Christlichen Büro für AIDS in Afrika), der Ökumenischen HIV/AIDS-Initiative in Afrika (EHAIA) und dem internationalen Netzwerk Inerela+, indem sich religiöse Führungskräfte organisieren, die von HIV betroffen sind. Weitere Informationen zum Donnerstag in Schwarz auch auf der Internetseite der Bewegung.

 

Hochauflösende Photos sind erhältlich über photos.oikoumene.org

Website der ÖRK-Vollversammlung