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Behinderung, Gerechtigkeit und Spiritualität als wichtige Themen einer Konferenz in Melbourne

Behinderung, Gerechtigkeit und Spiritualität als wichtige Themen einer Konferenz in Melbourne

Vicki Terrell hat die Disability Faith Community in Auckland ins Leben gerufen.

24 August 2016

English version published on: 25 August 2016

Die „Exclusion and Embrace Conference: Disability, Justice and Spirituality" fand vom 20. - 24. August in Melbourne, Australien statt. Auf dieser interreligiösen Konferenz ging es um die Bedeutung von Glauben und Sinn in der gelebten Erfahrung der Behinderung. Die Teilnehmenden sprachen über Themen wie Ethik, Betreuung und Pflege, Inklusion in Glaubensgemeinschaften, Freundschaft, Diskriminierung, Liebe, Gerechtigkeit und Befreiung. Dr. Samuel Kabue, Geschäftsführer des Ökumenischen Aktionsbündnisses von und für Menschen mit Behinderungen (EDAN) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), hielt einen Vortrag über „Behinderung/Theologie in Lehrplänen theologischer Institute."

In seinen Ausführungen zur theologischen Ausbildung und zum Thema Behinderung erklärte er: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass die am besten geeignete Grundlage für einen Diskurs innerhalb der Kirche über Behinderungen die Durchführung von Studien in theologischen Instituten ist, die sich mit dieser Frage befassen."

Dies sei der einzige Weg, so Kabue, um sicherzustellen, dass die Frauen und Männer, die von ihrer Ausbildung her eine Lehrtätigkeit in der Kirche, in  Laienschulungszentren und in theologischen und ökumenischen Instituten ausüben, über das theoretische Rüstzeug verfügen, um sich mit den seelsorgerischen, theologischen und ethischen Fragen auseinanderzusetzen, die von Menschen mit Behinderungen gestellt werden.

Prof. Hans Reinders von der Vrije Universität Amsterdam führte gemeinsam mit Kabue ein Gespräch über das vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) herausgegebene Grundsatzdokument „Das Geschenk des Seins", das zum ersten Mal seit seiner Annahme durch den ÖRK-Zentralausschuss im Juni auf einem internationalen Forum präsentiert wurde.

Unter Hinweis auf die Kernaussage des Dokuments erklärte Kabue der Versammlung: „Ohne Miteinander sind wir als Kirche keine vollkommene Gemeinschaft. Auf Menschen mit Behinderungen einzugehen und sie voll in unsere Gemeinschaft zu integrieren, ist keine Wahlmöglichkeit für die Kirche. Es ist das Kennzeichen, das Kirche ausmacht."

Gegen Ende der Konferenz kamen die Teilnehmenden überein, ein interreligiöses Netzwerk für Menschen mit Behinderungen in Australien und Asien sowie ein Netzwerk theologischer Institute zu gründen.

Ein weiterer Höhepunkt der Konferenz war die Präsentation mit dem Titel „Igniting the Fire: Disabled People creating church" eines Teams unter der Leitung von Vicki Terrell, der EDAN-Vertreterin aus Aotearoa, Neuseeland. Frau Terell ist eine anglikanische Priesterin und leidet unter Zerebralparese.

Sie hat in Auckland eine Glaubensgemeinschaft von Menschen mit Behinderungen (Disability Faith Community) ins Leben gerufen, die kein Ersatz für die Kirche sein soll, sondern als konfessionsfreie Hausgruppen-Treffen gedacht ist, auf denen die Teilnehmenden gemeinsam die Schrift lesen, beten, Gottesdienste feiern und ihre Gemeinschaft leben.

Die Gemeinschaft feiert diesen Monat ihren ersten Geburtstag. Nach Aussage von Anna Nelson, die Vicki bei der Gründung der Gruppe unterstützt hat, bringt die Disability Faith Community Menschen zusammen, die sich mit Glaubensfragen aus einer biblischen Perspektive auseinandersetzen wollen und Kirchen über das Thema Behinderung informieren möchten. „Menschen mit Behinderungen schätzen die Einzigartigkeit der Gemeinschaft und die Anwesenheit Gottes auf unseren Versammlungen", sagte sie.

Frau Terrell ist zurzeit auch die Vorsitzende des Disability, Spirituality and Faith Network von Aoetearoa in Neuseeland, das in zwei Jahren in Auckland die nächste Disability, Faith and Spirituality-Konferenz ausrichten wird.

Ökumenisches Aktionsbündnis von und für Menschen mit Behinderungen (EDAN)

Konferenz setzt sich für eine behinderteninklusive Entwicklung in Ostafrika ein (ÖRK-Pressemitteilung vom 11. August 2016)

Mensch zu sein bedeutet verletzlich zu sein (ÖRK-Pressemitteilung vom 14. Juli 2016, in englischer Sprache)