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Gemeinsame Arbeitsgruppe von katholischer Kirche und ÖRK mit neuem Mandat

Gemeinsame Arbeitsgruppe von katholischer Kirche und ÖRK mit neuem Mandat

Leitende Mitglieder der Gemeinsamen Arbeitsgruppe mit dem ÖRK-Generalsekretär

13. April 2016

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 19. April 2016

Die zukünftige Zusammenarbeit der römisch-katholischen Kirche mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) stand im Mittelpunkt der jüngsten Tagung der leitenden Mitglieder der Gemeinsamen Arbeitsgruppe vom 11. bis 12. April 2016 in Genf.

Die Gemeinsame Arbeitsgruppe ist eine ökumenische Zusammenarbeit, die 1965 – am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils – ins Leben gerufen wurde. Sie stellte eines der ersten Ergebnisse des ökumenischen Frühlings nach dem Konzil dar und feierte vor kurzem ihr fünfzigjähriges Bestehen. Die leitenden Mitglieder der Arbeitsgruppe erarbeiteten die Planung für die nächsten Initiativen, die anschließend vom Plenum auf seiner Tagung im September übernommen werden soll.

An der Sitzung nahmen unter anderem die folgenden Personen teil. Für den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen: Erzbischof Diarmuid Martin von Dublin, Co-Vorsitzender, Sekretär von Bischof Brian Farrell vom Päpstlichen Rat, Msgr. Juan Usma Gomez, Leiter der ökumenischen Kontakte des Päpstlichen Rates mit den Pfingstkirchen und den Evangelikalen, und Pfarrer Andrzej Choromanski, Ansprechsperson des Päpstlichen Rates für multilaterale ökumenische Initiativen. Von Seite des Ökumenischen Rates der Kirchen waren der Co-Vorsitzende, Metropolit Nifon von Târgovişte, der beigeordnete ÖRK-Generalsekretär Prof. Fr. Ioan Sauca, der Direktor von Glauben und Kirchenverfassung, Pastor Dr. Odair Pedroso Mateus, und der ÖRK-Sonderberater Pastor Dr. Martin Robra anwesend.

ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit begrüßte die Gruppe. Er erklärte: „Ich freue mich, zu sehen, dass für die Gemeinsame Arbeitsgruppe eine neue Phase und ein neuer Arbeitsmodus beginnt. Sie ist offen für die weiterreichenden Anliegen des Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens. Ich hoffe, dass sie interreligiöse Begegnung, insbesondere mit der jüdischen Gemeinschaft, erforschen wird – im Streben, das Pariser Übereinkommen im Leben der Kirchen umzusetzen, sowie im gemeinsamen Bemühen, die dunkle Seite von Religion, die zu Gewalt führt, anzugehen und als Kirchen gegen religiöse Diskriminierung gegen Christen und andere ein Zeugnis der Solidarität abzulegen. Unser Streben nach Einheit zeigt sich auch durch gemeinsame theologische Reflexion über die leidende Welt, an der wir dienen.“

Nach einer Aufforderung des Generalsekretärs führte die Gruppe gestützt auf eine Präsentation von Erzbischof Martin eine würdigende Diskussion über das neue nachsynodale apostolische Schreiben von Papst Franziskus mit dem Titel „Amoris laetitia“, das sich mit moralischer und seelsorgerischer Anleitung zu Themen rund um Familie, Jugend, Sexualität und Erziehung befasst.

Die Gruppe prüfte Empfehlungen der letzten Exekutivausschusstagung und wurde über den aktuellen Stand des ÖRK-Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens, der ÖRK-Programme über Migrantinnen und Migranten und Flüchtlinge, interreligiösen Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit sowie über die Arbeit von Glauben und Kirchenverfassung informiert.

In Zukunft plant die Gruppe, das Thema interreligiöser Dialog im Angesicht von Gewalt zu untersuchen, aber auch die Verbindungen zwischen Religion und Gewalt, das Thema Flüchtlinge und Migration sowie die Unterstützung für den Gebetstag zur Bewahrung der Schöpfung, den Papst Franziskus nach einer früheren Initiative des ökumenischen Patriarchen voranzutreiben beschloss.

Odair Pedroso Mateus, Direktor von Glauben und Kirchenverfassung, erklärte: „Die laufende Arbeit von Glauben und Kirchenverfassung über die moralische Urteilsbildung in den Kirchen erhält durch das apostolische Schreiben zusätzliche Dynamik. ‚Amoris laetitia‘ bietet einen Ausgangspunkt für unsere gemeinsamen Bemühungen, den Prozess der moralischen Bildung und Urteilsbildung zu beleuchten, um weitere Spaltungen wegen dieses Anliegens zu verhindern.“

Zudem erklärte Pastor Robra: „Dank dieser Arbeit mit dem Päpstlichen Rat und den Beiträgen von Papst Franziskus hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem ÖRK und der römisch-katholischen Kirche in den letzten Jahren bedeutend intensiviert, im Besonderen durch die Päpstlichen Räte für den Interreligiösen Dialog, der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs und für Gerechtigkeit und Frieden.“

In seiner Grußbotschaft zum letztjährigen Jubiläum hatte Papst Franziskus die Gruppe eindringlich dazu aufgefordert, noch tiefer zu gehen, und festgehalten: „Wir müssen jedoch anerkennen, dass trotz der zahlreichen ökumenischen Errungenschaften der letzten fünfzig Jahre die christliche Mission und das christliche Zeugnis immer noch unter unseren Spaltungen leiden ... Die Gemeinsame Arbeitsgruppe sollte kein nach innen gerichtetes Forum sein. Vielmehr sollte sie mehr denn je zu einem ‚Think-Tank‘ werden, der offen ist für alle Möglichkeiten und Herausforderungen, vor denen die Kirchen heutzutage in ihrer Mission, die leidende Menschheit auf dem Weg zum Reich Gottes zu begleiten, stehen, wenn sie die Gesellschaft und die Kultur mit Wahrheiten und Werten des Evangeliums durchdringen.“

Die nächste Plenartagung der Gemeinsamen Arbeitsgruppe findet vom 13. bis 17. September 2016 im Château de Bossey, in Celigny in der Nähe von Genf statt.

Lesen Sie auch:

Gemeinsame Arbeitsgruppe des ÖRK und der römisch-katholischen Kirche feiert 50 Jahre ökumenischer Tätigkeit (ÖRK-Pressemitteilung vom 25. Juni 2015)

Neunter Bericht der Gemeinsamen Arbeitsgruppe(2014)

Gedanken von Erzbischof Diarmuid Martin über das neue nachsynodale apostolische Schreiben des Papstes (in englischer Sprache)