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„Aufgerufen, gute Nachbarn zu sein“

„Aufgerufen, gute Nachbarn zu sein“

Die ÖRK-Leitung traf sich mit Seiner Eminenz Erzbischof Makarios von Kenia. Bild: ÖRK

14. Oktober 2017

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 19. Oktober 2017

Während eines Solidaritätsbesuches in Kenia vom 10. bis 12. Oktober trafen sich Leitende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) mit kirchlichen Vertreterinnen und Vertretern aus Kenia und gaben ihre Unterstützung für die Kirchen in Kenia zum Ausdruck, die nach Frieden und Gerechtigkeit streben. Weiter vertieften sie ihre Vision für anstehende Anlässe des ÖRK, beispielsweise für die im März 2018 geplante Konferenz für Weltmission und Evangelisation.

Unter den anwesenden Organisationen befand sich die Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz, der Nationale Kirchenrat von Kenia sowie die Fellowship of Christian Councils and Churches der Region der Großen Afrikanischen Seen und des Horns von Afrika, zusammen mit Vertretenden von vielen weiteren Kirchen und Partnerorganisationen.

Dr. Agnes Aboum, Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, sagte in ihrer Rede an der Pressekonferenz: „Wir sind gemeinsam auf dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens. Wir arbeiten, gehen, und beten gemeinsam. Die Einheit der Kirche und die Einheit der menschlichen Gemeinschaft sind miteinander verwoben.“ Sie fügte hinzu: „Ohne ein tiefes Verständnis davon, was es bedeutet, gemeinsam im Leibe Christi und in der Liebe Christi zu leben, können die ökumenischen Bestrebungen nicht gelingen.“

ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit dankte den kenianischen Kirchen für ihre wichtigen Beiträge für den ÖRK. „Der Ökumenische Rat der Kirchen hat eine hohe Mitgliederzahl“, sagte er. „Wir sind 350 Kirchen und vertreten mehr als eine halbe Milliarde Menschen. Doch die Stärke dieser Gemeinschaft ist, dass wir uns dazu verpflichten, gemeinsam Jesus Christus nachzufolgen, gemeinsam Zeugen zu sein von Jesus Christus, aber Seinem Beispiel folgend auch der Welt zu dienen, denn wir sind dazu aufgerufen, gute Nachbarn zu sein und zu zeigen, dass wir uns gegenseitig lieben, wie Christus uns geliebt hat.“

Die bevorstehende Konferenz für Weltmission und Evangelisation in Arusha, Tansania, sei eine Art, wie der ÖRK Menschen helfe, sich erneut zu einer gemeinsamen Mission zu verpflichten, sagte Tveit. „Wir werden erörtern, was es bedeutet, heute Jüngerinnen und Jünger zu sein“, so Tveit. „Was bedeutet transformative und transformierende Nachfolge? Es bedeutet, dass wir offen sein sollen, die Welt so zu verändern, dass sie für uns alle zu einem besseren Ort wird, an dem wir leben können.“

Die ÖRK-Leiterschaft widmete sich außerdem den Vorbereitungen zur im November 2017 geplanten ÖRK-Exekutivausschusstagung, die einen besonderen Schwerpunkt auf Gerechtigkeit, Menschenrechte und Friedensstiftung im Nahen Osten und auf der koreanischen Halbinsel legen wird. Weiter diskutierte die Delegation das kürzlich veröffentlichte Dokument „Ökumenische Diakonie“, Pläne für die 11. Vollversammlung des ÖRK sowie besondere Anlässe zum 70. Jubiläum des ÖRK.

Daneben standen auf dem Tagesprogramm Besuche des ostafrikanischen Büros der Ökumenischen HIV- und AIDS-Initiativen und Advocacy sowie des Sitzes des Ökumenischen Aktionsbündnisses von und für Menschen mit Behinderungen.

Am Donnerstag, 12. Oktober, nahm die ÖRK-Leitung an der weltweiten Kampagne „Donnerstag in Schwarz“ teil, die zum Ziel hat, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, wie ÖRK-Zentralausschussvorsitzende Dr. Agnes Aboum den Teilnehmenden erklärte.

„Wir glauben, dass Frauen, Männer, Jungen und Mädchen in jeder Gesellschaft eine besondere Rolle spielen, wenn wir zusammen arbeiten, um einen Beitrag zu einer lehrreichen, inklusiven Gesellschaft zu leisten, in der Gerechtigkeit für alle herrscht, ungeachtet der Rasse, der Farbe, des Geschlechts oder der ethnischen Zugehörigkeit“, sagte sie. „Deshalb treten wir den Dämonen der Gewalt entgegen, die die Würde eines Menschen in einer beliebigen Gesellschaft irgendwo auf der Welt entmenschlichen und verleugnen.“

Tveit und Aboum sprachen beide ermutigende Worte für kenianische Kirchenleitende, die daran arbeiten, in ihrem Land einen Geist des Friedens wiederherzustellen. Kenia steht zunehmenden Unruhen gegenüber, die möglicherweise zu einer Neuwahl des Präsidenten führen könnten, die am 26. Oktober geplant ist.

„Kenia hat zur weltweiten Kirche beigetragen, aber auch zum globalen, politischen und wirtschaftlichen Forum, und es ist wichtig, dass wir Kenianer und Kenianerinnen auch anerkennen, dass wir über Ressourcen verfügen, die wir anderen Menschen anbieten können“, sagte Aboum.

ÖRK-Mitgliedskirchen in Kenia

Ökumenisches Aktionsbündnis von und für Menschen mit Behinderungen (EDAN)

Ökumenische HIV- und AIDS-Initiativen und Advocacy (EHAIA)

Exekutivausschusstagung, 17. – 23. November, Amman, Jordanien

Video der Pressekonferenz in Nairobi am 12. Oktober 2017 (in englischer Sprache)

Konferenz für Weltmission und Evangelisation