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„Wir können uns nicht darauf verlassen, dass im Paradies alles gut wird“

„Wir können uns nicht darauf verlassen, dass im Paradies alles gut wird“

Die 19-jährige Daniela Kayßer ist die jüngste Delegierte aus Deutschland.

30. Oktober 2013

Bei der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen nehmen 21 Delegierte aus Deutschland teil. Die jüngste Teilnehmerin ist die 19-jährige Daniela Kayßer. Im Interview spricht sie über ihre Erwartungen.

Du bist das erste Mal als Delegierte bei einer Vollversammlung des ÖRK. Welches Thema ist Dir besonders wichtig?

Das Thema Ecojustice, das heißt Umweltgerechtigkeit. Damit habe ich mich auch bereits beim Vorbereitungstreffen der Jugendlichen beschäftigt. Ich finde den Ansatz spannend, der hinter diesem Thema steht: Das Himmelreich fängt jetzt schon an, vollendet werden kann es aber erst durch Gott. Wir sind also für die Schöpfung verantwortlich. Das heißt, dass wir uns nicht darauf verlassen, dass am Ende im Paradies alles gut wird. Das reich nicht. Wir sind für die Erde verantwortlich und müssen uns deshalb um die Umwelt kümmern.

Was bedeutet das konkret?

Das bedeutet beispielsweise, dass wir ein Bewusstsein dafür entwickeln müssen, dass hinter jedem Kleidungsstück, das wir kaufen, auch noch Menschen stehen, die es produziert haben.

Wie bist Du Jugenddelegierte geworden?

Ich habe nach dem Abitur 2012 einen Freiwilligendienst auf Kreta absolviert. Im gleichen Jahr tagte der Zentralausschuss des ÖRK in Kolympari. Dort habe ich bei der Organisation geholfen und bin zum ersten Mal mit der deutschen Delegation in Kontakt gekommen. Später hat man mich dann gefragt, ob ich nicht für die Evangelische Kirche in Deutschland selbst als Delegierte zu einer Vollversammlung fahren möchte - ich habe sofort zugesagt.

Du bist die jüngste Delegierte aus Deutschland. Hast Du einen anderen Blick auf die Themen als die älteren Mitglieder der Delegation?

Auf jeden Fall. Die älteren Delegierten sind meist viel länger im ÖRK aktiv und kennen sich besser mit den Themen aus. Trotzdem ist es auch wichtig, dass junge Delegierte dabei sind. So findet auch innerhalb der Delegation ein Austausch zwischen den Generationen statt.

Von den Erfahrungen der älteren Delegierten profitieren

Ist das normal für die Arbeit des ÖRK?

Der Rat bemüht sich sehr um die Einbindung von Jugendlichen. Beim Vorbereitungstreffen hier in Busan wurde von den jungen Teilnehmern immer wieder betont, dass man seine Stimme als Jugend geschlossen erheben müsste – das stimmt ja auch. Aber ich denke nicht, dass man sich deshalb von den anderen Delegierten abtrennen sollte. Wir können von den Erfahrungen der älteren Teilnehmer profitieren.

Heute war die feierliche Eröffnung der Vollversammlung. Hast Du sie Dir so vorgestellt?

Ich kenne die Stimmung bereits durch meine Arbeit beim Zentralausschuss. Trotzdem finde ich es immer wieder beeindruckend, dass es gelingt, trotz der vielen Termine und Sitzungen auch eine spirituelle Atmosphäre zu schaffen.

Was erhoffst Du Dir von der Konferenz?

Bei einer Vollversammlung bearbeitet man viele Themen und entwickelt wahnsinnig viele Ideen. Ich hoffe, dass wir am Ende so ausgerüstet sind, dass wir möglichst viel davon umsetzen können. Die Arbeit soll nicht in Korea aufhören. Am Ende müssen wir wissen, wie wir uns in Deutschland besser vernetzen und welche Themen wir mit in unsere Gemeinden nehmen können. Oft habe ich das Gefühl, dass im ÖRK viel beraten wird, davon aber wenig in den Gemeinden ankommt. Das müssen wir ändern.

 

Hochauflösende Photos sind erhältlich über photos.oikoumene.org

Website der ÖRK-Vollversammlung