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„Versammlung war inspirierende Erfahrung für mich“

„Versammlung war inspirierende Erfahrung für mich“

Michael Lapsley bei der Vollversammlung in Busan.

08. November 2013

Im Abschlussgottesdienst der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen kamen die Teilnehmer ein letztes Mal zusammen, um gemeinsam zu beten. In seiner Predigt sprach Michael Lapsley vom Institute for the Healing of Memories aus Südafrika über die Geschichte seines Landes und die Heilung von Erinnerungen.

Im Gebet dankten die Gläubigen Gott für die erfolgreiche Vollversammlung, die Möglichkeit viele neue Menschen kennengelernt und mit Ihnen Ihre Ideen ausgetauscht zu haben.

Michael Lapsley vom Institute for the Healing of Memories hielt die Predigt. Darin sprach er über seine Arbeit für die Society of the Sacred Mission, die er in Südafrika leistete. 1976 war er für die Organisation in das afrikanische Land gegangen. Dies sei die Zeit gewesen in der er aufhörte ein Mensch zu sein und zu einem Weißen wurde, sagte er. Er begann sich gegen die Apartheid zu engagieren. 1990 wurde er Opfer eines Attentates. Die Explosion verletzte ihn schwer. "Mitten in diesem Leid spürte ich, dass Gott bei mir war."

Behandelt wurde er von Ärzten in Simbabwe und Australien. Doch vor allem die Gebete und die Liebe der ökumenischen Bewegung hätten ihm geholfen, sagt Lapsley. "Ihre Gebete waren das Werkzeug, das Gott benutze und mir half, aus dem Bombenanschlag etwas Erlösendes zu machen und den Weg von einem Opfer zu einem Überlebenden und schließlich einem Sieger zu gehen." In seiner Predigt rief er den ÖRK auf, anzuerkennen, dass das Heilen von Erinnerungen eine Sache sei, deren Zeit gekommen ist.

Für viele Teilnehmer war der Abschlussgottesdienst die letzte Veranstaltung bevor sie in ihre Länder zurückreisen. Auch Erzbischof Phillip Aspinall von der Anglican Church of Australia (Anglikanische Kirche Australien) fliegt morgen zurück. Er schaut mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen Tage zurück. „Die Versammlung war reich an Eindrücken", sagt er. Das sei aber auch ermüdend gewesen. “Wir haben viel gearbeitet und lange Nächte gehabt."

Busan war seine erste Vollversammlung als Delegierter. 1991 war er als Beobachter in Canberra in Australien. "Es ist immer anstrengend mit anderen Kulturen und in einer fremden Sprache zu arbeiten." Es lohne sich aber auch. Mit den Ergebnissen der Versammlung zeigte er sich zufrieden. „Die Themen waren zwar nicht alle neu", sagt er. „Aber bei vielen Themen ist es wichtig, sich immer wieder mit ihnen auseinanderzusetzen."

Die globale ökumenische Bewegung hat schon viel erreicht

Für Eun So Choi war das ihre erste Vollversammlung überhaupt. Sie studiert Theologie im koreanischen Daegu und hat das Organisationsteams des ÖRK in Busan unterstützt. „Man arbeitet anders zusammen, als ich es von Korea gewöhnt bin“, sagt Choi. „Ich konnte viele Ideen einbringen, eigenverantwortlich arbeiten und man hat meine Meinung respektiert.“ Dies habe ihr gut gefallen. Die 29-Jährige hofft deshalb, dass sie auch bei der kommenden Vollversammlung dabei sein kann. "Die Atmosphäre ist einmalig und sehr inspirierend."

Dass sie das nächste Mal wieder dabei sein kann, das hofft auch Olive Mahabir aus Atlanta. Die Pastorin vom Interdenominational Theological Center Atlanta (Interkonfessionelles Theologisches Zentrum Atlanta) ist eine der 170 Teilnehmer des Global Ecumenical Theological Institute (GETI). Die Konferenz hatte parallel zur Vollversammlung in Busan stattgefunden. Die Konferenz richtete sich an junge Nachwuchstheologen aus verschiedenen Ländern, die sich für ökumenische Themen interessieren. „Es war eine sehr inspirierende Erfahrung für mich“, sagt sie. „GETI und der ÖRK haben mir gezeigt, wie viel die globale ökumenische Bewegung bereits erreicht hat“, sagt Mahabir. Gleichzeitig habe sie aber auch gemerkt, wie viel noch getan werden muss.

In Busan habe sie besonders die Chance genoßen, Menschen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Hintergründen kennenzulernen. Die Teilnehmer von GETI stammten aus 60 Ländern. „Die Unterschiede haben sich in unseren Erwartungen, in unserer Arbeit und unserem Miteinander widergespiegelt.“ Das habe sie nicht nur persönlich, sondern auch aus kirchlicher Sicht als sehr bereichernd empfunden. „Durch die anderen Teilnehmer habe ich die Arbeit von lokalen Kirchen überall auf der Welt kennengelernt“, sagt sie. Dabei sei ihr Interesse für die Themen Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte geweckt worden. „Ich werde versuchen, in meiner eigenen Gemeinde in Atlanta Projekte zu entwickeln, die Frauen unterstützen.“

 

Dokumentation der 10. ÖRK-Vollversammlung in Busan

Hochauflösende Photos sind erhältlich über photos.oikoumene.org

Webseite der ÖRK-Vollversammlung