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„Welchen Beitrag können wir als weltweite Gemeinschaft leisten?“

„Welchen Beitrag können wir als weltweite Gemeinschaft leisten?“

ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit. © Albin Hillert/ÖRK

06.03.2017

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 08.03.2017

Während vier Tage, die der Planung gewidmet waren, versammelten sich diese Woche die Mitarbeitenden des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und dachten über ihre Arbeit in den zahlreichen modernen Kontexten der Welt sowie über ihre zukünftige Rolle nach.

In seinen einleitenden Bemerkungen sagte ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, dass sich viele Menschen aus aller Welt mit einer Frage an den ÖRK richteten: „Welchen Beitrag können wir als weltweite Gemeinschaft leisten?“

Im Rahmen des Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens hat sich der ÖRK für das Jahr 2017 für einen regionalen Schwerpunkt für Afrika entschieden, während der Fokus 2018 auf Lateinamerika gerichtet wird. Anhand von Beispielen aus verschiedenen Ländern stellte Tveit Fragen, anhand derer die Reflexion der Mitarbeitenden darüber vertieft wurde, wie sie mit ihrer Arbeit die Wahrheit voranbringen, für Gerechtigkeit kämpfen und vielen Menschen auf der Welt Hoffnung bringen können.

„Wie können wir dazu beitragen, den Reichtum und die Stärken der Völker in Afrika wahrzunehmen, ihr Wachstum im Glauben und als Kirchen zu sehen, aber auch dabei helfen, sich gemeinsam auf Gerechtigkeit und Frieden und auf dringende Bedürfnisse zu konzentrieren? Wie kann der ÖRK dabei helfen, die Wahrheit zu sagen? Wie kann der ÖRK als Gemeinschaft mit seinen Partnerorganisationen im ACT-Bündnis zu Zeichen der Hoffnung beitragen?“

Das ACT-Bündnis – das vor allem humanitäre Hilfe, Entwicklung und Advocacy-Arbeit leistet – ist ein bedeutender ökumenischer Partner des ÖRK.

Mit Bezug auf den kürzlichen Beginn der Fastenkampagne des ÖRK „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“, las Tveit die Worte des Propheten Amos vor: „Es ströme aber das Recht wie Wasser“.

Wasser sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sagte Tveit, sondern auch „ein Bild für die Gerechtigkeit Gottes. Sie wird kommen, auf welche Weise auch immer. Und die Worte Amos' spenden auch weiterhin Hoffnung in all der Ungerechtigkeit, die vielen Menschen widerfährt. Dies ist die heutige Botschaft des ÖRK; wie sie dies schon seit 70 Jahren ist.“

Während sich der ÖRK auf seinen Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens sowie auf den bevorstehenden 70. Jahrestag konzentriere, müsse er in der Einschätzung der gegenwärtigen Auseinandersetzung über die Seele der Religion und des Christentums ehrlich sein, sagte Tveit. „Ist es ein Glaube, den man dazu benutzen kann, zu polarisieren, gewissen Menschen Privilegien zuzusprechen und anderen nicht, zum Ausgrenzen oder mit Blick auf das eigene Wohl die Bedürfnisse anderer zu ignorieren?“

Vielmehr sei es der Sinn für die Einheit, der wichtig sei, meinte Tveit. „Die Welt braucht die Einheit unter den Jüngern, damit sie glauben kann – und weiß –, dass wir in Jesus den wahren Gott sehen und die Wahrheit über Gott hören“, sagte er. „Wir befinden uns im Zentrum. Im Ökumenischen Zentrum einerseits, aber auch im Zentrum der wichtigsten Fragen der Welt. Was ist Wahrheit?“

„Was bedeutet es heute (und im Jahr 2018), gemeinsam an den einen Gott zu glauben, der die eine Menschheit geschaffen hat, in der jeder und jede nach dem Bild Gottes gemacht wurde?“, fragte Tveit abschließend.

Rede von ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit in vollem Wortlaut (in englischer Sprache)

Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens