Afrikanisch-stämmige Minderheiten in Lateinamerika
Managua, NicaraguaErstmalig versammeln sich vom 22. bis 24. Juni 2011 Kirchen und Organisationen afrikanisch-stämmiger Minderheiten aus ganz Lateinamerika zu einer Tagung in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua.
In Lateinamerika und der Karibik gibt es zahlreiche, oft kleine und verstreut lebende Bevölkerungsgruppen afrikanischer Abstammung. Ohne Stimme in der Gesellschaft verfügen sie über keinerlei politische Macht. Sie sind vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt, die häufig unbeachtet bleiben. Mehr als andere Teile der Gesellschaft sind sie von Problemen wie extremer Armut, Arbeitslosigkeit, Mangel an Bildung, mangelhafter Wohnungssituation, Beeinträchtigungen der Gesundheit und Unterernährung betroffen.
In einer Politik, die diese Minderheiten um ihre Existenzgrundlage bringt und ihnen keine Chancengleichheit einräumt, kommt ein institutionalisierter Rassismus zum Tragen: Land und Ressourcen werden ihnen geraubt, internationalen Konzernen werden Waldkonzessionen erteilt, die politischen und administrativen Strukturen indigener und afrikanisch-stämmiger Gruppen, ihr Wissen, ihre Überzeugungen, Werte und Sprachen werden geringgeachtet.
Zu der Tagung in Managua werden Teilnehmende aus Brasilien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Ecuador, Honduras, Kolumbien, Kuba, Nicaragua, Panama, Peru, Puerto Rico and Venezuela erwartet. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungsaustausch, Schaffung von Solidarität und Planung gemeinsamen Handelns.
Träger der Veranstaltung sind die vom Lateinamerikanischen Rat der Kirchen (CLAI) kürzlich eingerichtete Abteilung für afrikanisch-stämmige Minderheiten sowie das ÖRK-Programm Gerechte und integrative Gemeinschaften. Sie baut auf den Ergebnissen der Konferenz „Rassismus heute“ in Cleveland (Ohio, USA) auf, die sich im August 2010 mit Konzepten für das fortgesetzte Engagement der Kirchen in diesem Bereich auseinandersetzte.
Arbeit des ÖRK zur Förderung gerechter und integrativer Gemeinschaften
Erklärung der Konferenz „Rassismus heute“ 2010 (in englischer Sprache)


