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16.08.07 14:36

Kirchen aus sechs Ländern begleiten Sechs-Parteien-Gespräche kritisch

 

Die entmilitarisierte Zone zieht sich quer über die ganze Koreanische Halbinsel als Puffer zwischen Nord und Süd. Foto: Flickr

Die Sechs-Parteien-Gesprächen über Korea sollen kritische Beobachtung durch ein paralleles Treffen von Kirchen aus den beteiligten Ländern erfahren. Zahlreiche Kirchen unterstützten diesen Vorschlag vergangenes Wochenende bei einer Konferenz in Seoul zum 100. Jahrestag der großen koreanischen Erweckung von 1907. Ein weiteres Thema des Treffens war die Rolle der Kirchen bei der Friedensstiftung in dem geteilten Land.

 

Pfarrer Dr. Samuel Kobia, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), stellte die Idee in seiner Rede auf der Konferenz vor. Er regte an, die Kirchen in den USA, Russland, China, Japan und den beiden Koreas sollten "ihre Regierungen davon überzeugen, dass diese Gespräche fortgesetzt werden müssen, damit Spannungen und Konflikte auf der Halbinsel abgebaut werden und die Menschen in Frieden zusammenleben können."


Zu diesem Zweck schlug Kobia vor, dass die Kirchen in den sechs Ländern "sich Möglichkeiten überlegen, wie während der nächsten Runde der Sechs-Parteien-Gespräche ein paralleles Kirchenforum organisiert werden könnte", an dem sich auch Kirchen aus Kanada, Skandinavien und der Europäischen Union beteiligen würden. Das Forum übernähme bei den Gesprächen eine Beobachterrolle.


Die Sechs-Parteien-Gespräche wurden im Jahr 2003 lanciert, nachdem Nordkorea vom Nichtverbreitungsvertrag für Atomwaffen zurückgetreten war. Die Gespräche waren blockiert, bis sich Nordkorea kürzlich bereit erklärte, seine nuklearen Anlagen abzuschalten.


In einer Erklärung baten die koreanischen Kirchen den ÖRK, das parallele Kirchenforum zu organisieren, und riefen die Kirchen weltweit auf, "anzuerkennen, dass Frieden und Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel regionale Anliegen mit weltweiten Auswirkungen" sind.


Die Erklärung rief zudem die Regierungen Nord- und Südkoreas und alle Teilnehmenden an dem für den 29.-30. August geplanten Gipfeltreffen auf, Pläne für die wirtschaftliche Entwicklung auszuarbeiten und den Austausch zwischen den beiden Staaten auf allen Ebenen in beiden Gesellschaften zu fördern.


Der von den Konferenzteilnehmenden unterstützte Vorschlag lädt die koreanischen Kirchen ein, füreinander zu beten, an einem klaren Verständnis von Wiedervereinigung auf der Halbinsel zu arbeiten und gleichzeitig die Beziehungen untereinander zu vertiefen.


An der Konferenz am vergangenen Wochenende nahmen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedskirchen des Nationalrates der Kirchen in Korea und des Christenrates von Korea teil. Insgesamt kamen mehr als 300 Teilnehmende aus Korea sowie aus 27 Ländern Asiens und der ganzen Welt zu der Veranstaltung.

 

Mehr Informationen über die Arbeit der koreanischen Kirchen für den Frieden und die Wiedervereinigung

 

Die vollständige Rede von Pfr. Dr. Kobia (auf Englisch)

 

Gemeinsames Gebet für Frieden und Wiedervereinigung, verfasst vom Nationalrat der Kirchen in Korea (NCCK) in Südkorea und vom Bund der Christen (KCF) in Nordkorea (auf Englisch)