Sichtbare Einheit bleibt das Ziel, erinnert Vorsitzender Altmann den ÖRK-Zentralausschuss
Die Tagung vom 13. bis 20. Februar in Genf bietet dem Zentralausschuss, der die Geschicke des Rates in den Sieben-Jahres-Zeiträumen zwischen den ÖRK-Vollversammlungen leitet, unter anderem Gelegenheit, dessen 60-jähriges Bestehen zu feiern. In diesem Zusammenhang erinnerte Altmann an das Hauptziel, das sich die ÖRK-Gemeinschaft in ihrer Verfassung gesetzt hat: "einander zur sichtbaren Einheit in dem einen Glauben und der einen eucharistischen Gemeinschaft aufzurufen" und sie gemeinsam "durch Zeugnis und Dienst an der Welt" zum Ausdruck zu bringen.
Als Erfolg für das "tiefe Verlangen" nach Einheit, das die ökumenische Bewegung seit ihrer Gründungszeit antreibt, verbuchte Altmann, "dass die Notwendigkeit der Einheit heute nicht nur von unseren Kirchen, sondern auch von evangelikalen und Pfingstkirchen anerkannt wird". Ein weiterer "wichtiger Erfolg der ökumenischen Bewegung" ist, so der brasilianische Theologe, dass alle Kirchen heute die Überzeugung teilen, "dass theologischer Dialog, Mission und Diakonie integraler Bestandteil des Kircheseins sind."
"Wir brauchen die Gabe der Beharrlichkeit"
Grundsätzliche, kritische Fragen - etwa ob die ökumenische Bewegung ihre Leidenschaft durch zu routinierte Professionalität gefährde - müsse man als Herausforderung annehmen, rief der Vorsitzende die Delegierten auf. Bei aller Bereitschaft zur Reue über verpasste Gelegenheiten oder Umwege auf der ökumenischen Reise sei nun aber vor allen Dingen Ausdauer gefragt: "Der Heilige Geist möge uns die Gabe der Beharrlichkeit und den festen Willen schenken, unseren Weg weiterzugehen."
In der anschließenden Diskussion griffen die Delegierten sowohl die kritischen Fragen auf, als auch den dringenden Wunsch nach Fortschritten auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Kirchen. Bischof Dr. Martin Hein, EKD-Vertreter im Zentralausschuss, betonte, die ökumenische Bewegung brauche in erster Linie Menschen, die begeistert darauf hinwirken, dass Schritte weg vom Beharren im Eigenen und hin zum beharrlichen Streben nach Einheit tatsächlich umgesetzt werden.
Der ÖRK ist eine Gemeinschaft von 349 Kirchen - zwei davon wurden auf der aktuellen Tagung offiziell aufgenommen - aus über 110 Ländern und nahezu allen christlichen Traditionen. Pfarrer Dr. Walter Altmann wurde auf der letzten ÖRK-Vollversammlung in Porto Alegre, Brasilien, zum Vorsitzenden des Zentralausschusses gewählt.
Mehr Informationen zur Tagung des Zentralausschusses
Bericht des Zentralausschuss-Vorsitzenden im Volltext
Biografie des Zentralausschuss-Vorsitzenden



