Habgier, Überproduktion und Überkonsum sind Sünde, sagen afrikanische Christen
Photo: Marcelo Schneider/WCCKlicken Sie hier für Version in hoher Auflösung
An "den Reichtum, der aus dem fortgesetzten Raubbau an den afrikanischen Ressourcen und aus der Ausbeutung der Menschen in Afrika geschöpft und zementiert worden ist," erinnerten die Teilnehmenden an einer afrikanischen ökumenischen Konsultation zum Thema "Die Wechselbeziehung von Armut, Reichtum und Umwelt" letzte Woche die Christen und Christinnen auf der nördlichen Halbkugel.
Auf der Tagung vom 5.-9. November in Daressalam, Tansania, arbeiteten gut fünfzig gläubige Frauen und Männer überwiegend aus Afrika - junge Menschen, Aktivisten, Theologen und kirchliche Verantwortliche - an ökumenischen Strategien und Maßnahmen für den Umgang mit den zusammenhängenden Problemen von Armut, exzessivem Reichtum und Umweltzerstörung.
Auf Klassen- und Geschlechtsunterschieden oder der ethischen Zugehörigkeit beruhende Strukturen der Beherrschung und Ausbeutung sind Sünde, erklärten die Teilnehmenden und verwiesen auf das traurige Vermächtnis von Sklaverei und Kolonialismus wie auch auf die negativen Folgen der neoliberalen Globalisierung.
Neoliberale Handelspolitiken und Patentsysteme, die Afrika zwingen, landwirtschaftliche Exportprodukte anzubauen und den Armen den Zugang zu Medikamenten und Gesundheitsversorgung verwehren, sowie reduzierte Chancen für junge Menschen durch die Privatisierung von Bildungssystemen sind einige der konkreten Kritikpunkte in der Schlusserklärung. Ferner prangert sie "die hoffnungslosen Wirtschaftsverhältnisse" an, "die eine Folge von System-immanenten Handelsdefiziten, Außenverschuldung und Strukturanpassung sind" und die Umweltzerstörung, Arbeitslosigkeit, Menschenhandel und gewaltsamen Konflikten über Ressourcen Vorschub leisten.
Die Konsultation in Daressalam war die erste von fünf regionalen Kirchentagungen, die von Mitgliedern des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in den nächsten sechs Jahren auf verschiedenen Kontinenten organisiert werden. Die Regionalkonsultationen und der Studienprozess, in den die Ergebnisse einfließen sollen, bilden die Fortsetzung eines ÖRK-Projekts, das als AGAPE-Prozess (Alternative Globalisierung im Dienst von Menschen und Erde) bekannt geworden ist.
Der vollständige Wortlaut der Schlusserklärung der Konsultation in Daressalam (auf Englisch)
Mehr Fotos und Eindrücke von Teilnehmenden der Konsultation (auf Englisch)
Mehr Informationen über die Arbeit des ÖRK zu Armut, Reichtum und Umwelt

