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19.07.06 17:11

Haiti: Hoffnung hängt von der Sicherheit der Menschen ab, sagen die Kirchen

 

Ein bettelndes Kind in Port-au-Prince. Haiti April 2004

Am 14. Juli fand in New York ein Treffen auf höchster Ebene statt, um auf eine Verstärkung und Fortsetzung der UN-Friedenstruppen auf Haiti zu drängen. Veranstaltet wurde das Treffen von der kanadischen Regierung in Zusammenarbeit mit dem UN-Verbindungsbüro des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und World Vision.

 

Haiti, die erste von Schwarzen geführte Republik der Welt und der erste Staat der Karibik, der die Unabhängigkeit erlangte, ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Zwar hat die UN-Friedensmission in Haiti, MINUSTAH, seit der Erneuerung ihres Mandats 2005 das Ausmaß der Gewalt reduzieren können, doch leidet Haiti nach wie vor unter Bandenkriegen und Kriminalität, die Hunderten von Menschen das Leben kosten.

 

Vertreter/innen der Kirchen in Haiti sowie mehrerer internationaler Nichtregierungsorganisationen wie Caritas Haiti, World Vision, International Crisis Group und Action Aid trafen mit Vertretern/innen von Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates, aus der Gruppe „Freunde von Haiti" und höheren Beamten der UN-Hauptabteilung für Friedenssicherungseinsätze zusammen, um auf die anhaltende Unsicherheit im Land hinzuweisen. Der ÖRK führt seit Jahrzehnten internationale kirchliche Bemühungen um Frieden und Entwicklung in Haiti an.

 

„Haiti ist aufgerufen sich zwischen zwei Wegen zu entscheiden", sagte Pfr. Edouard Paultre, Generalsekretär des Haitianischen Protestantischen Kirchenbundes, der bei dem Treffen den ÖRK vertrat. „Den Weg des Friedens und der nachhaltigen Entwicklung oder den Weg des Krieges. Der Weg zum Frieden ist der schwierigste. Er verlangt Opfer, er erfordert die Verwirklichung retaurativer Gerechtigkeit, er setzt anspruchsvolle Perspektiven voraus, aber auch die Anerkennung des Unrechts, das gegen das Land begangen wurde."

 

Die Teilnehmenden wiesen auf die dringende Notwendigkeit hin, für Sicherheit zu sorgen, äußerten sich aber auch hoffnungsvoll und verwiesen auf die Chance, die mit der Erneuerung des Mandats der UN-Friedenstruppe verbunden ist, die dem Volk von Haiti zur Seite steht.

 

Trotz der außerordentlichen Schwierigkeiten, mit denen das Land zu kämpfen hat, bleibt Pfr. Paultre zuversichtlich. „Haiti bleibt für die internationale Gemeinschaft eine Herausforderung. Und da so viele menschliche, finanzielle und materielle Ressourcen für die Stabilisierung und Normalisierung der Situation auf Haiti mobilisiert werden, kann es sich die internationale Gemeinschaft nicht erlauben, zu versagen."

 

ÖRK-Links zum Thema:
-
ÖRK-Exekutivausschuss, Erklärung zu Haiti (engl.), 16.09.2005
- Besuch des ÖRK-Generalsekretärs in Haiti, 08.2005
- ÖRK/UN-Verbindungsbüro, New York

 

Andere Links zum Thema:
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International Crisis Group – Haiti reports