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5.03.08 13:01

Die Generalsekretäre von UNO und ÖRK besiegeln engere Partnerschaft in Klima- und Demokratiefragen

 

Am 3. März trafen ÖRK-Generalsekretär Samuel Kobia (links) und UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon (rechts) am Sitz des ÖRK im Ökumenischen Zentrum Genf zusammen. Foto: Peter Williams/ÖRK Hohe Auflösung

In einer breit angelegten Diskussion am Sitz des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf stimmten UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon und ÖRK-Generalsekretär Pfarrer Dr. Samuel Kobia darin überein, dass die beiden Weltorganisationen zu mehreren Fragen von globalem Interesse und speziell zum Klimawandel enger zusammenarbeiten sollten.

 

"Die globale Erderwärmung ist ein Problem, das die Weltgemeinschaft nur gemeinsam lösen kann, und wir brauchen Ihre Hilfe", sagte Ban Ki-Moon zu Kobia und anwesenden ÖRK-Mitarbeitenden. Der UNO-Chef war auf Einladung Kobias in den ÖRK gekommen. Die Generalsekretäre waren erstmals im vergangenen Oktober in New York zusammengetroffen.

 

Zu Beginn des Treffens beschrieb Kobia kurz, was der ÖRK und seine Mitgliedskirchen für ein besseres Verständnis der globalen Erderwärmung, ihrer Folgen und notwendiger Maßnahmen über das Kyoto-Protokoll hinaus unternehmen. "Wir begrüßen Ihren Besuch in der Antarktis, um sich aus erster Hand über die Folgen des Klimawandels zu informieren," sagte Kobia. "Es war ein beeindruckendes Zeugnis."

 

"Die Arbeit zum Klimawandel ist eine Glaubensangelegenheit", erklärte Kobia weiter. "Sie können auf den ÖRK als einen starken Partner setzen, der sich gemeinsam mit Ihnen für das Wohl der Menschheit und der ganzen Schöpfung einsetzt."

 

"Wir wollen die enge Partnerschaft mit dem ÖRK fortsetzen", erwiderte Ban Ki-Moon. "Sie haben große moralische Kraft und Ihr Handeln gründet auf Ihren christlichen Überzeugungen." Er sei mit der Arbeit des Rates vertraut, erklärte der erste koreanische UN-Generalsekretär weiter und fügte hinzu, dass der Rat eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung Koreas gespielt habe.

 

Das Gespräch wandte sich dann dem Thema demokratischer Wahlprozesse zu, wobei Kobia Kenia erwähnte und die Ausschreitungen, zu denen es am Wochenende in Armenien gekommen war. "Ich möchte Ihnen dafür danken, wie Sie in Kenia geholfen haben", sagte Kobia, der selbst kenianischer Pastor ist.

 

Ban Ki-Moon berichtete von seinen Plänen, die Frage der Intoleranz, die für einen Teil der Unruhen und Gewaltausbrüche bei Wahlen verantwortlich sei, stärker in den Vordergrund zu stellen. "Auch hier kann der ÖRK einen Beitrag leisten", erklärte er. "Die Welt leidet schon viel zu lange unter Intoleranz."

 

Kobia wies darauf hin, dass der ÖRK mit seinen Aktivitäten zu interreligiösem Dialog und interreligiöser Zusammenarbeit Verständnis und Toleranz zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen fördere. Er kündigte ferner an, dass der ÖRK und seine afrikanischen Mitgliedskirchen beabsichtigten, die bevorstehenden Wahlen am 29. März in Simbabwe zu beobachten.

 

Ban Ki-Moon erwiderte: "Der christliche Glaube ist das Fundament Ihrer Sorge und Verantwortung. Ich schätze mich glücklich, dass die UNO im ÖRK einen starken Partner hat."

 

Nach dem Gespräch nahmen die beiden Generalsekretäre in der Kapelle des Ökumenischen Zentrums an einem kurzen Gebetsgottesdienst für den Frieden teil, bevor Ban Ki-Moon in das nahegelegene UNO-Gebäude zurückfuhr.

 

ÖRK-Erklärung zu demokratischen Wahlen

 

Protokollpunkt des ÖRK-Zentralausschusses zur globalen Erwärmung und zum Klimawandel

 

Fotogalerie zum Besuch von Ban Ki-Moon