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27.03.08 11:49

Christen und Muslime müssen Gemeinsamkeiten stärken und Unterschiede anerkennen, empfiehlt der ÖRK

 

Kirche und Moschee - friedliches Nebeneinander in Leeds, Groβbritannien.
Foto: Nuala Bugeye, 2008

Die Liebe zum Nächsten ist im Christentum wie im Islam "wesentlicher und integraler Bestandteil des Glaubens an Gott und der Liebe zu Gott". Die Frage, wie Christen und Muslime gemeinsam das Verständnis dieser Liebe erschließen können, steht im Mittelpunkt einer Stellungnahme, die der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) am Donnerstag, dem 20. März, herausgegeben hat. Diese Stellungnahme, die von christlichen Fachleuten für christlich-muslimische Beziehungen erarbeitet worden ist, richtet sich an die Kirchen und enthält Vorschläge, die ihnen helfen sollen, auf den Offenen Brief zu reagieren, den 138 leitende muslimische Repräsentanten im Oktober 2007 an christliche Führungspersönlichkeiten gerichtet haben.

 

Die Stellungnahme mit der Überschrift "Gemeinsam das Verständnis der Liebe erschließen – ein Lernprozess" ist Teil eines Konsultationsprozesses, in den der ÖRK seine Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner seit November 2007 einbezogen hat. Diese werden in dem Text eingeladen, "gemeinsam mit ihren muslimischen Gesprächspartnern über die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten in ihrem jeweiligen Kontext nachzudenken".

 

"Wir ermutigen unsere Mitgliedskirchen, diese Einladung seitens der Muslime als neue Chance für den interreligiösen Dialog zu begreifen", erklärte der Generalsekretär des ÖRK, Pfarrer Dr. Samuel Kobia. "Es ist unsere Hoffnung, dass diese Stellungnahme den Kirchen in ihrer Reflexion über das ‚Gemeinsame Wort’ und im beginnenden Dialog mit der muslimischen Gemeinschaft als nützliches Werkzeug dienen kann."

 

Das Dokument lädt die Kirchen ein, über die zwei wichtigsten theologischen Themen des "Gemeinsamen Wortes" – die Liebe zu Gott und die Nächstenliebe – nachzudenken. Es verweist auf die historischen Herausforderungen und die neuen Hoffnungen, die mit solchen Dialogen verbunden waren und sind, und regt einen Prozess zur Fortsetzung des Dialogs zwischen muslimischen und christlichen Führungspersönlichkeiten an. Es sei "dringend notwendig, dass Christen und Muslime einerseits Wege finden, wie sie das, was ihnen gemeinsam ist, stärken können; sie müssen aber andererseits auch Wege finden, wie sie die zwischen ihnen bestehenden Unterschiede anerkennen und respektieren können."

 

"Dieses Dokument signalisiert die Einleitung eines Prozesses", betonte Rima Barsoum, ÖRK-Referentin für den christlich-muslimischen Dialog. "Es ruft zur Einrichtung einer gemeinsamen Planungsgruppe auf, die sorgfältige Vorbereitungen treffen und muslimische und christliche Führungspersönlichkeiten und Gelehrte einladen wird, gemeinsam an künftigen Dialog-Veranstaltungen teilzunehmen, die die interreligiöse Zusammenarbeit auf globaler und lokaler Ebene stärken werden."

 

Dieser Prozess wurde vom Zentralausschuss des ÖRK auf seiner Tagung im Februar 2008 in Genf bestätigt.

 

Voller Text von "Gemeinsam das Verständnis der Liebe erschließen - ein Lernprozess"

 

Der muslimische Brief "Ein gemeinsames Wort" an christliche Führungspersönlichkeiten (auf Englisch)

 

Weitere Informationen über das ÖRK-Programm "Interreligiöser Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit"