Kirchen bekräftigen 40-jährigen Kampf gegen Rassismus
Ellen Musialela aus Namibia während einer vom ÖRK-Programm zur Bekämpfung des Rassismus (PCR) im Jahre 1987 organisierten Tagung. Foto: Peter Williams/WCCDie Königin der Niederlande ist Ehrengast auf einer Konferenz, die in der Tradition des Anti-Rassismus-Engagements des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) steht.
Die internationale Konferenz "Kirchen gegen Rassismus" findet vom 14. bis 17. Juni in Doorn bei Utrecht in den Niederlanden statt; das ist genau 40 Jahre nach der Konferenz in Notting Hill, die die Grundlage für das ÖRK-Programm zur Bekämpfung des Rassismus (PCR) legte.
Das PCR kämpfte gegen die Apartheid in Südafrika und inspiriert und unterstützt indigene Völker in verschiedenen Teilen der Welt, unterdrückte Gruppen in Australien, Neuseeland, Nord- und Südamerika sowie die Dalits in Indien.
"Hier in den Niederlanden haben viele Familien Verwandtschaftsbeziehungen nach Südafrika. Die meisten Kirchen haben das Engagement des PCR gegen die Apartheid unterstützt, weil ihnen klar war, dass der Aufruf zu Gerechtigkeit mit dem Aufruf des Evangeliums übereinstimmte", sagt Pfarrer Klaas van der Kamp, Generalsekretär des Kirchenrates der Niederlande.
40 Jahre später entschloss sich der Kirchenrat der Niederlande, eine weitere Anti-Rassismus-Konferenz auszurichten, weil "wir sehen, dass der Kampf um Inklusivität weitergeht", wie van der Kamp sagt.
Selbst in einem liberalen und offenen Land wie den Niederlanden "gab es 2007 4.247 offizielle Beschwerden von Menschen, die unter Rassismus und Ausschluss zu leiden hatten. In anderen Ländern mit weniger demokratischem Hintergrund wird solche Ungerechtigkeit sogar als normal angesehen."
Zu der Konferenz werden etwa 50 Kirchenleitende, Aktivisten/innen und Theologen/innen aus verschiedenen Ländern erwartet. Sie eint ihr Engagement, integrative Kirchen und Gemeinschaften aufzubauen, rassistischer Diskriminierung in ihren Gesellschaften Widerstand zu leisten und den Ausgeschlossenen Wege zur Mitbestimmung zu eröffnen.
"Die Konferenz muss Strategien finden, die mächtiger als Waffen sind, um die Situation verschiedener Minderheiten in den unterschiedlichen Ländern zu verändern", meint van der Kamp. "Denken Sie an Dalits in Indien, Menschen afrikanischer Herkunft in Lateinamerika, Aborigines in Australien oder Sinti und Roma in Europa."
Eröffnet wird die Konferenz mit einem Dankgottesdienst für das durch den PCR geleistete Zeugnis am Sonntag, dem 14. Juni um 16:00 Uhr in der Martinskirche in Doorn. Prediger ist ÖRK-Generalsekretär Pfarrer Dr. Samuel Kobia.
Während eines abschließenden Gottesdienstes am 17. Juni wird eine Verpflichtungserklärung verlesen werden. Vor dem Gottesdienst findet um 12:30 eine Pressekonferenz im Hydepark-Konferenzzentrum in Doorn statt.
Königin Beatrix wird am Abschlussgottesdienst teilnehmen und auf dem darauf folgenden Empfang das Wort ergreifen.
Durch Analyse, theologische Reflexion und den Aufbau von Netzwerken für gemeinsames Handeln will die Konferenz Inklusivität als theologische und ethische Antwort auf den Rassismus fördern.
Die Konferenz wird vom ÖRK gemeinsam mit dem Rat der Kirchen in den Niederlanden, der Vereinigung der Migrantenkirchen in den Niederlanden SKIN, dem missionarischen und diakonischen Werk KerkinActie, der zwischenkirchlichen Organisation für Entwicklungszusammenarbeit ICCO und der ökumenischen Fürsprachegruppe Oikos veranstaltet.
Pressekontakt in den Niederlanden:
Henk van IJken: +31 (0)30 880 1791
ÖRK-Aktivitäten für gerechte und integrative Gemeinschaften

