Indigene Völker suchen politische Bestätigung
Teilnehmende an der Tagung indigener Völker im Vorfeld der ÖRK-Vollversammlung in Porto Alegre, Brasilien, 2006."Einem indigenen Volk anzugehören, bedeutet nicht, bunte Folklore-Kleidung zu tragen, sondern sich politisch zu engagieren und für Alternativen zu dem bestehenden, krisenanfälligen Zivilisationsmodell einzutreten", erklärt María Chávez, eine bolivische Ureinwohnerin, die Beraterin für indigene Fragen beim Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) ist.
María Chávez gehört dem Volk der Aymara an, das in den Bergregionen Südamerikas zu Hause ist. Als ÖRK-Beauftragte für Solidarität mit indigenen Völkern wird sie die Teilnahme einer ökumenischen Delegation auf der 8. Tagung des Ständigen UN-Forums für indigene Fragen koordinieren, das vom 18.-19. Mai in New York stattfindet.
Einer der Punkte auf der Tagesordnung des Forums ist die Überprüfung der Fortschritte bei der Umsetzung der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker, welche die Generalversammlung im September 2007 angenommen hat.
Unter der Schirmherrschaft des Lutherischen Weltbundes und des ÖRK wird eine 12-köpfige ökumenische Delegation mit Berichten aus ihren verschiedenen Heimatkontexten zur Diskussion beitragen. "Indigenen, die einer Kirche angehören, wird manchmal Misstrauen entgegengebracht", sagt Chávez, "Wir wollen nicht nur zeigen, dass die Kirchen die Anliegen der indigenen Völker unterstützen, sondern auch, dass es eine indigene Kirche gibt."
Chávez, die methodistische Laientheologin ist, hält es für unbedingt notwendig, dass in Debatten auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Foren wie der UNO, über regionale Realitäten und Kämpfe an der Basis berichtet wird. Sie ist überzeugt, dass "die indigenen Völker in der ökumenischen Bewegung eine Verbündete" haben, um dies zu erreichen.
"Einige unserer Brüder und Schwestern sagen: 'Wir rufen nur danach, gehört zu werden'", sagt Chávez. "Aber um dies zu erreichen, müssen wir über die Romantisierung unseres Bildes in der öffentlichen Meinung hinausgehen und zu tatsächlichen Akteuren werden; schließlich haben wir der Menschheit einen alternativen Lebensstil anzubieten, der auf einer ganzheitlichen Weltsicht und Spiritualität beruht."
ÖRK-Arbeit zur Solidarität mit indigenen Völkern

