Klimavertriebene, indigene Völker und Kolumbien auf der UN-Advocacy-Agenda der Kirchen
Flutregen zwangen im August 2008 im Südsudan Tausende zur Flucht. Solche Wetterextreme werden durch den Klimawandel in Zukunft wohl verstärkt auftreten. © UN Photo/Tim McKulkaVertreter und Vertreterinnen von Kirchen in aller Welt werden vom 15. bis 20. November in New York zusammenkommen, um drei Anliegen auf die Tagesordnung der Vereinten Nationen zu bringen: Menschen, die durch Klimaveränderungen aus ihrer Heimat vertrieben werden, Rechte indigener Völker sowie der anhaltende Konflikt in Kolumbien.
Die Advocacy-Woche bei den Vereinten Nationen (UNAW) wird jährlich vom Verbindungsbüro des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) bei den Vereinten Nationen in New York veranstaltet. Zu der Woche kommen über 80 Personen aus mehr als 40 Ländern zusammen, die in Kirchen, nationalen Kirchenräten, kirchlichen Diensten und Werken, regionalen ökumenischen Organisationen und regionalen Fürsprachenetzen mit Advocacy-Fragen zu tun haben.
"Als Kirchen setzen wir uns auf der COP15-Tagung im Dezember in Kopenhagen für ein ehrgeiziges, faires und verbindliches Klimaabkommen ein, das auch auf die Frage der von Klimaveränderungen vertriebenen Menschen Bezug nimmt. Diese Botschaft wollen wir mit Nachdruck während der Advocacy-Woche bei der UNO einbringen", sagt Dr. Guillermo Kerber, ÖRK-Programmreferent für Klimawandel.
Im Zusammenhang mit der Vertreibung infolge klimatischer Veränderungen werden zwei Regionen herausgehoben: der Pazifik und Afrika. "Pazifikinseln wie Tuvalu und Kiribati werden mit dem steigenden Meeresspiegel wahrscheinlich in den kommenden Jahrzehnten verschwinden. Kirchen in der Region befassen sich deshalb bereits mit der Frage der Umsiedlung", sagt Kerber. "Am Horn von Afrika und im Gebiet der großen Seen werden Bevölkerungsverschiebungen, hervorgerufen durch die Auswirkungen veränderter Wetterbedingungen auf landwirtschaftliche Gemeinschaften, zunehmend zu einem Problem", fügt er hinzu.
Die Sitzungen zu indigenen Völkern werden sich auf die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker konzentrieren sowie auf die Frage, wie sich die Kirchen in den Kämpfen der indigenen Völker um ihre Rechte engagieren können – unter Berücksichtigung der historischen Rolle der Kirchen bei der Kolonialisierung und der Gewalt gegen indigene Völker.
Menschen aus Kolumbien werden in den Sitzungen über den dortigen Konflikt und die Reaktion der Kirchen das Wort ergreifen. Der langjährige Konflikt hat bereits Zehntausende zivile Opfer gefordert und mehr als zwei Millionen Kolumbianer und Kolumbianerinnen aus ihrer Heimat vertrieben.
Gemeinsam beten, die Stimme erheben und handeln
"Die UNAW ist ein Aufruf zu ökumenischer Fürsprache auf globaler Ebene", sagt Pfarrer Christopher Ferguson, ÖRK-Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York. "Sie ist eine entscheidende Gelegenheit für die Kirchen, sich gemeinsam zu diesen drängenden Anliegen zu positionieren. Die UNO in New York ist gewissermaßen der 'öffentliche Platz' für eine Welt in der Krise geworden. Die Stimme der Kirchen, die sich denjenigen zur Seite stellt, deren Leben und Würde bedroht sind, muss hier hörbar sein."
In diesem Jahr wird die UNAW in Partnerschaft mit der Globalen Plattform für theologische Reflexion veranstaltet, einer Tagung mit Vertretern und Vertreterinnen von ÖRK-Mitgliedskirchen, kirchlichen Diensten und Werken, ökumenischen Organisationen und theologischen Institutionen, die vom 20. bis 22. November in New York stattfindet.
Die Tagung der Globalen Plattform wird sich unmittelbar an die UNAW anschließen. Ihr Thema lautet "Gemeinsam beten, die Stimme erheben und handeln – theologische Reflexion über Fürsprache".
Die Anwesenheit der 20 Teilnehmenden an der Globalen Plattform während der UNAW soll dazu beitragen, sicherzustellen, dass die kirchlichen Fürsprachebemühungen auf soliden theologischen Grundlagen aufbauen, während ihre praktischen Erfahrung in der UNAW Ausgangspunkte für die Diskussionen während der Globalen Plattform liefern werden.
"Diese beiden Veranstaltungen zusammengenommen werden versuchen, eine neue Begründung für das aktive Engagement der Kirchen im öffentlichen Bereich und insbesondere im Kontext von massivem Missbrauch und Zerstörung von Leben in der heutigen Welt zu artikulieren", sagt Pfarrer Dr. Deenabandhu Manchala, ÖRK-Programmreferent für gerechte und integrative Gemeinschaften und Einberufer der Globalen Plattform.
"Was wir in dieser Woche hören und lernen, wird uns helfen zu erkennen, was wir den Kirchen und der ökumenischen Gemeinschaft über die Berufung sagen müssen, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen und führend zu sein bei der Verteidigung von Gerechtigkeit und Leben", hält Manchala fest.
Medienkontakt in New York: Mark Beach +41 (0)79 507 6363
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