Ökumene ist eine Lebensart
Lesen Sie mehr: Feature von Sara Speicher
Sechs Schwestern aus orthodoxen, römisch-katholischen und protestantischen Gemeinschaften sind für ein Jahr am Ökumenischen Institut Bossey nahe Genf zusammengekommen.
Einheit, sagt Diakonisse Agnes Simbo Lema von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, "bedeutet, zusammenzusitzen, sich auszutauschen, sich gegenseitig zu lieben und sich zu akzeptieren."
Die Schwestern koordinieren die Gottesdienste und Gebete am Ökumenischen Institut, nehmen an Kursen teil – und verkörpern eine Art "ökumenischer Spiritualität" im täglichen Leben.
Maria Elena Romero Molina, eine dominikanische Missionsschwester aus Guatemala, bringt es auf den Punkt: "Ökumene ist kein Konzept. Sie ist eine Lebensart."
"Für uns bedeutet ökumenische Spiritualität, zusammen zu leben", sagt Dominikaner-Schwester Ivy Athipozhiyil. "Wir teilen alles, lachen gemeinsam. Das bieten wir unbewusst den Anderen, den Studierenden an. Für sie ist es ein Zeichen".
Schwester Pina erinnert sich: "Das Motto der Kommission Leben und Arbeit war damals: Doktrin trennt, Dienst eint." Heute könnte es heißen: "Doktrin trennt, Spiritualität eint."
Die Anwesenheit der Ordensschwestern in ihrem auffälligen Habit ist für alle, die für Tagungen und Veranstaltungen in das Institut kommen, schnell zu bemerken.
Während einer Tagung der Gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen der katholischen Kirche und dem ÖRK sah ein Bischof "wie wir gemeinsam hier entlang gingen, und sagte [zu einem anderen Teilnehmer]: Wir reden und reden, und hier - hier sieht man es!"

