Heilige Stätten auf Heiligem Land
Licht von oben
Auf dem kleinen Zipfel Erde, den die Christen das heilige Land nennen, gibt es zahlreiche Orte, an denen der Himmel der Erde besonders nahe zu sein scheint. Der Besuch, den der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Samuel Kobia, zusammen mit einer kleinen ökumenischen Delegation im Juni 2007 in Palästina/Israel durchführte, begann in der Grabeskirche [Foto] in Jerusalem. © Juan Michel/ÖRK
Judentum
Die Altstadt Jerusalems beherbergt Heilige Stätten aller drei Abrahamitischen Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Auf einem Gebiet von knapp einem Quadratkilometer findet man mehrere Heiligtümer einer jeden dieser drei Religionen. Für die Juden ist Jerusalem - "das Vermächtnis des Friedens" – ihre heiligste Stadt, die im jüdischen Leben und Selbstverständnis eine zentrale geistliche Rolle spielt. Das Land steht im Mittelpunkt des Bundes Gottes mit dem jüdischen Volk und zahlreiche Gebote der Tora nehmen darauf Bezug.
Islam
Für den Islam ist Jerusalem – arabisch al-Quds, "die Heilige" – die dritte heilige Stadt nach Mekka and Medina in Saudi Arabien. Der Prophet Mohammed soll während der sog. “nächtlichen Reise” von Jerusalem aus in den Himmel hinaufgestiegen sein. Der Felsendom [auf dem Foto rechts] steht an dieser Stelle und soll den Juden zufolge auf den Überresten des Tempels errichtet worden sein.
Christentum
Christen kommen als Pilger aus aller Welt nach Jerusalem, um auf den Spuren Jesu zu wandeln. Die Stätten, die mit den bedeutsamsten Ereignissen im Leben Jesu verbunden werden, sind der Obhut verschiedener christlicher Konfessionen unterstellt. Die gemeinsame Nutzung erfolgt nach einem jahrhundertealten Übereinkommen, das hin und wieder Anlass zu Spannungen gibt. Das Foto zeigt ÖRK-Generalsekretär Samuel Kobia und seine Frau Ruth Kobia in der Grabeskirche. © Christo Asfour/ÖRK
Eine schrumpfende Gemeinschaft
Obwohl das heilige Land die Geburtsstätte ihres Glaubens ist, wird die dort lebende christliche Gemeinschaft zunehmend kleiner. Nach gegenwärtigen Schätzungen leben ca. 50 000 Christen und Christinnen in Westjordanland, Ostjerusalem und dem Gaza-Streifen sowie 100 000 in Israel selbst. Einer neueren Umfrage zufolge sind die Hauptgründe für die Emigration von Christen in der politischen und wirtschaftlichen Situation zu suchen.
Frieden in Jerusalem?
Viele sind heute der Ansicht, dass Jerusalem notwendig im Mittelpunkt einer dauerhaften Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts stehen muss. In den Augen des ÖRK muss ein umfassendes Friedensabkommen Jerusalem im Hinblick auf Souveränität und Staatsangehörigkeit als eine offene, integrative und gemeinsame Stadt vorsehen. Die Rechte der in ihr lebenden Gemeinschaften - Muslime, Juden und Christen, Palästinenser und Israelis – müssen garantiert werden, ebenso der Zugang zu den heiligen Stätten sowie die freie Religionsausübung.
Al-Aqsa-Moschee
In der Altstadt von Jerusalem gibt es Hunderte von heiligen Stätten, die Besucher aller Glaubensrichtungen bei einem Rundgang wie eine interreligiöse Pilgerreise erfahren können. Der Anblick dieser vorbeiströmenden Gläubigen beflügelt die Hoffnung auf eine „offene, integrative und gemeinsame“ Stadt für ihre Einwohner und die drei Religionen. Die Al-Aqsa-Moschee [Foto] ist auf einer Stätte erbaut, die die Muslime das prächtige Heiligtum nennen und die Juden den Tempelberg.
Die Westmauer
Die ÖRK-Delegation besuchte die Westmauer, die auch als Klagemauer bekannt ist und als bedeutendstes Heiligtum des Judentums gilt. Sie ist ein Überrest des Fundaments der weiten Esplanade, die zu dem 19 v.Chr. von Herodes durchgeführten Ausbau des zweiten Tempels gehörte. Im Bild: ÖRK-Generalsekretär Kobia. © Christo Asfour/ÖRK
Holocaust-Gedenkstätte
Die Gedenkstätte Yad Vashem, die dem Andenken der Millionen von Menschen gewidmet ist, die dem Holocaust zum Opfer fielen, stand ebenfalls auf der Tagesordnung der ÖRK-Delegation. Das Foto zeigt Delegationsmitglieder in der Halle der Namen -- Christina Biere von der Evangelischen Kirche in Deutschland (links), ÖRK-Generalsekretär Samuel Kobia (Mitte) und Olav Fykse Tveit von der Kirche Norwegens (rechts).
Christliche heilige Stätten
Zwischen den Begegnungen mit christlichen Führungspersönlichkeiten und Gemeinschaften besuchte die ÖRK-Delegation einige der Stätten, an denen sich Schlüsselereignisse in Jesu Leben abspielten, wie z.B. Taghba am Ufer des See Genezareth. Nach der Überlieferung ist dies der Ort, wo mit fünf Broten und zwei Fischen fünftausend Menschen gespeist wurden, wie auch dieses byzantinische Mosaik aus dem 4. Jahrhundert dokumentiert [siehe Foto].
Alle Fotos © Peter Williams, wenn nicht anders angegeben.
Hochauflösende Fassungen der Fotos sind auf Anfrage erhältlich.


