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Koptische Orthodoxe Kirche

Kirchenfamilie:Orientalisch-orthodoxe Kirchen
Hauptsitz in:Ägypten
Vertreten in:
Mitgliederzahl*:

Zur Mitgliederzahl

Die statistischen Angaben zur Zahl der Kirchenmitglieder, Kirchen, Gemeinden, Pfarrer/innen usw. stammen, wenn nicht anders angegeben, von den Kirchen und Organisationen selbst. Die ÖRK-Mitgliedskirchen wenden unterschiedliche Methoden zur Definition ihrer Mitgliedschaft an: in den Staatskirchen werden praktisch alle Bürger/innen getauft und somit als Mitglieder gezählt; andere Kirchen führen alle Getauften, auch wenn sie sich nicht aktiv am Kirchenleben beteiligen, als Mitglieder an; sodann gibt es Kirchen, in denen nur getaufte Erwachsene oder Getaufte, die am Abendmahl teilnehmen, gezählt werden, usw. Es ist kein Versuch unternommen worden, die Mitgliederzahlen nach solchen Kategorien zu klassifizieren, weil es dafür keine vereinbarten Kriterien gibt.

12,000,000
Bischöfe/-innen:101
Priester/-innen:3,100
Diözesen:72
Gemeinden:1,500
Mitglied von:
 WCC (1948) 
Assoziiertes Mitglied von:
Regelmäßige Publikationen:El-Kerazah and Watany (weekly, in Arabic)
Website: www.coptic.org

*Geografische Verteilung der Mitgliederschaft:
  - Ägypten: 11,000,000
  - Außerhalb Ägyptens: 1,000,000 (Australien, Europa, Nordamerika)

Ein multimediales Porträt der koptischen Kirche in Kenia bietet die Website "Keeping the Faith" (auf Englisch).

 

Kopten sind die in Ägypten heimischen Christen und direkten Nachfahren der alten Ägypter. Eusebius berichtet, dass die Tradition der Kirche in Ägypten von dem Evangelisten Markus begründet worden ist und dass Alexandria als einer der Hauptstühle der frühen Kirche auf derselben Stufe stand wie Antiochien und Rom. Die koptische Kirche hatte stark unter den Verfolgungen unter Diokletian zu leiden. Die rasche Ausbreitung des Mönchstums in Ägypten wird durch die zahlreichen koptischen „Heiligenbücher“ und „Sprüche der Väter“ belegt. Die politische Vorherrschaft von Byzanz und die Fehlinterpretationen der koptischen Lehre brachten unter den byzantinischen Herrschern großes Leid über die koptische Kirche. 616 kamen die Kopten unter persische Herrschaft. 642 wurde ihr Land von den Arabern erobert, deren Herrschaft in unterschiedlicher Form bis heute anhält. Lange, verhältnismäßig friedliche Zeiträume wurden jäh von Zeiten der Verfolgung abgelöst, zum Beispiel unter dem Kalifen al-Hākim, dem nachgesagt wird, 3000 Kirchen zerstört und zahlreiche Gläubige zum Abfall vom christlichen Glauben genötigt zu haben. Die koptische Kirche ist die größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten. Die koptische Sprache wird hauptsächlich in der Kirche und in den Gottesdienstbüchern verwendet, die den arabischen Text in parallelen Spalten zeigen. Die verwendeten Liturgien sind die des hl. Basilios, des hl. Gregor und des hl. Kyrill. Es werden fünf wichtige Fastenzeiten eingehalten: 1) die Vorfastenzeit von Ninive, 2) das große Fastenfest, 3) die Fastenzeit der Geburt Christi vor Weihnachten, 4) die Fastenzeit der Apostel nach Himmelfahrt und 5) das Marienfasten vor Mariä Entschlafung, wie es im orthodoxen Sprachgebrauch heißt. Zusätzlich sind Mittwoch und Freitag zwischen Ostern und Pfingsten Fastentage. Von den hunderten Klöstern, die es einst in der ägyptischen Wüste gab, gibt es heute noch zwanzig mit insgesamt über 1000 Mönchen und sieben Nonnenklöster mit rund 600 Nonnen.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts begannen neue Entwicklungen in der koptischen Kirche. Es wurden Primar-, Sekundar- und technische Schulen für Jungen und Mädchen eingerichtet, einige vom Patriarchat und den Diözesanbehörden, andere von verschiedenen koptischen Wohltätigkeitsgesellschaften. Die theologische Schule zur Ausbildung von Priestern und Laienführern wurde 1975 in Kairo unter dem Namen Theologisches Seminar neu gegründet. Heute gibt es neun Seminare in Ägypten und fünf außerhalb des Landes.

Die koptische Sprache ist die letzte Entwicklungsstufe der alten ägyptischen Sprache (die ursprünglich in Hieroglyphen genannten Bildern geschrieben wurde) und als solche Voraussetzung für das Studium der Geschichte der Pharaonen wie auch für biblische Studien. Im 2. Jahrhundert v. Chr. arbeitete Pantänus, Vorsteher der Katechetenschule in Alexandria, das koptische Alphabet aus, wobei er griechische Schriftzeichen benutzte und ihnen sieben ägyptische für solche Laute hinzufügte, die es im Griechischen nicht gab, um die ägyptische Gebrauchssprache phonetisch wiederzugeben. Öffentliches Interesse an theologischen Studien sowie an koptischer Geschichte und Tradition hat die Kirche zur Gründung des Instituts für koptische Studien in Kairo veranlasst. Zurzeit sind dort über hundert Postgraduate-Studierende eingeschrieben.

Die koptischen Laien und Laiinnen beteiligen sich aktiv am Leben der Kirche. Zu den Gemeinderäten gehören in der Regel verschiedene Unterausschüsse, die zur Erfüllung der seelsorgerlichen und sozialen Bedürfnisse der Gemeinschaft mit den Geistlichen zusammenarbeiten. Diözesangemeinschaften und Ortsgemeinden haben eine große Zahl von Wohlfahrtsgesellschaften eingerichtet, die ein breites Spektrum von geistlichen, bildungsrelevanten und Wohltätigkeitsdiensten anbieten. 

Letzte Aktualisierung:01.01.2006 

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