Ökumenisches Patriarchat
| Kirchenfamilie: | Östlich-orthodoxe Kirchen |
|---|---|
| Hauptsitz in: | Türkei |
| Vertreten in: | |
Mitgliederzahl*:Zur MitgliederzahlDie statistischen Angaben zur Zahl der Kirchenmitglieder, Kirchen, Gemeinden, Pfarrer/innen usw. stammen, wenn nicht anders angegeben, von den Kirchen und Organisationen selbst. Die ÖRK-Mitgliedskirchen wenden unterschiedliche Methoden zur Definition ihrer Mitgliedschaft an: in den Staatskirchen werden praktisch alle Bürger/innen getauft und somit als Mitglieder gezählt; andere Kirchen führen alle Getauften, auch wenn sie sich nicht aktiv am Kirchenleben beteiligen, als Mitglieder an; sodann gibt es Kirchen, in denen nur getaufte Erwachsene oder Getaufte, die am Abendmahl teilnehmen, gezählt werden, usw. Es ist kein Versuch unternommen worden, die Mitgliederzahlen nach solchen Kategorien zu klassifizieren, weil es dafür keine vereinbarten Kriterien gibt. | 5,255,000 |
| Bischöfe/-innen: | 133 |
| Priester/-innen: | 5,935 |
| Gemeinden: | 0 |
| Mitglied von: | WCC (1948) |
| Assoziiertes Mitglied von: | |
| Regelmäßige Publikationen: | Episkepsis (Chambesy), Kleronomia (Thessaloniki), Gregorios Palamas (Thessaloniki), Church and Theology (London), Stachys (Vienna), Enhmerosis (Geneva), Orthodox Observer (New York) Greek Orthodox Theological Review (Brooklyn) |
| Website: | www.patriarchate.org |
* Geografische Verteilung der Mitgliederschaft:
- Türkei: 5,000
- Europa: 1,500,000
- Asien: 800,000
- Lateinamerika: 150,000
- Nordamerika: 2,800,000
Die Geschichte Konstantinopels als Patriarchat begann im Jahre 330, als der Kaiser Konstantin beschloss, seine Residenz von Rom in die kleine Stadt Byzanz am Bosporus in östlichen Teil seines Reiches zu verlegen. Mit dieser Geschichte verbunden ist die Überlieferung, dass der hl. Andreas im 1. Jahrhundert in die Gegend kam und eine Gemeinde gründete. Die Kirche von Byzanz taucht in der Geschichte zunächst als Bischofssitz der Diözese von Herakleia in Thrakien auf. Sie entwickelte sich nach der Errichtung des Neuen Rom bzw. Konstantinopels zu einem großen kirchlichen Zentrum. Das Zweite Ökumenische Konzil (381) in Konstantinopel sprach dem Bischof der Stadt den zweiten Rang hinter dem Bischof von Rom zu. Das Vierte Ökumenische Konzil (451) in Chalcedon gab der Organisation der Kirche von Konstantinopel ihre definitive Prägung. Ab 520 wurde das Oberhaupt der Kirche als Ökumenischer Patriarch bekannt. Nach dem großen Schisma zwischen Rom und Konstantinopel im 11. Jahrhundert wurde der Patriarch zum primus inter pares aller Patriarchen der orthodoxen Kirchen.
Das Patriarchat von Konstantinopel wird auf der Grundlage der Beschlüsse der ökumenischen Konzile, der heiligen Kanones sowie der langen Geschichte, Tradition und Praxis der Kirche regiert. Der Patriarch wird von einer Versammlung der „Endemousa“ gewählt - einer aus allen Metropoliten, die die türkische Staatsangehörigkeit besitzen und in der Türkei residieren, bestehenden Synode. Der Heilige Synod ist das offizielle oberste Leitungsgremium des Patriarchats und befasst sich mit geistlichen Angelegenheiten wie der Ernennung der Metropoliten als Mitglieder im Synod, der Wahl neuer Bischöfe, der Beaufsichtigung der Klöster etc. Gemäß dem Vertrag von Lausanne (1923) ist die türkische Regierung zum Schutz der griechischen Christen in Konstantinopel verpflichtet. Die Jurisdiktion des Patriarchats erstreckt sich auf die Gläubigen in Europa (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Belgien, Schweiz, die autonome Kirche von Finnland und die russische Exarchie von Westeuropa) sowie auf die Erzbistümer von Australien und Neuseeland. Der Erzbischof von Amerika (mit Sitz in New York) untersteht als Oberhaupt der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Nordamerika ebenfalls der allgemeinen Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchen. Auch die lateinamerikanischen Diözesen gehören in den Jurisdiktionsbereich des Ökumenischen Patriarchats.
Das Ökumenische Patriarchat war unter den Pionieren, die zur Bildung und Entwicklung der ökumenischen Bewegung beigetragen haben. Besonders bekannt ist seine Enzyklika von 1920 „An die Kirche Christi in aller Welt“. Seit 1955 hat es einen ständigen Vertreter am Hauptsitz des ÖRK in Genf. Das Patriarchat hat an der Koordinierung interorthodoxer Beziehungen teil, speziell an der Vorbereitung des Heiligen Synods der orthodoxen Kirchen. Es führt bilaterale theologische Gespräche mit der römisch-katholischen Kirche, der Anglikanischen Kirchengemeinschaft, den altorientalischen Kirchen, den altkatholischen Kirchen, dem LWB und dem RWB; bilaterale Gespräche mit dem Weltrat methodistischer Kirchen (WMC) sowie theologische Gespräche auf nationaler Ebene in verschiedenen Teilen der Welt (u.a. mit der EKD). Das Ökumenische Patriarchat nimmt auch an der Konferenz der Sekretäre/innen weltweiter christlicher Gemeinschaften teil, die jährlich zusammentritt.
Ein multimediales Porträt des Ökumenischen Patriarchen bei der Einweihung einer neuen orthodoxen Kirche in der Schweiz bietet die Website "Keeping the Faith" (auf Englisch).
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