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Evangelische Kirche Helvetischen Bekenntnisses

Kirchenfamilie:Reformierte Kirchen
Hauptsitz in:Österreich
Vertreten in:
Mitgliederzahl*:

Zur Mitgliederzahl

Die statistischen Angaben zur Zahl der Kirchenmitglieder, Kirchen, Gemeinden, Pfarrer/innen usw. stammen, wenn nicht anders angegeben, von den Kirchen und Organisationen selbst. Die ÖRK-Mitgliedskirchen wenden unterschiedliche Methoden zur Definition ihrer Mitgliedschaft an: in den Staatskirchen werden praktisch alle Bürger/innen getauft und somit als Mitglieder gezählt; andere Kirchen führen alle Getauften, auch wenn sie sich nicht aktiv am Kirchenleben beteiligen, als Mitglieder an; sodann gibt es Kirchen, in denen nur getaufte Erwachsene oder Getaufte, die am Abendmahl teilnehmen, gezählt werden, usw. Es ist kein Versuch unternommen worden, die Mitgliederzahlen nach solchen Kategorien zu klassifizieren, weil es dafür keine vereinbarten Kriterien gibt.

14,097
Pastoren/-innen:18
Gemeinden:9
Mitglied von:
 WCC (1948) 
Assoziiertes Mitglied von:
Regelmäßige Publikationen:Reformiertes Kirchenblatt (in German)
Website: http://www.reformiertekirche.at

Zusammen mit der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses  ist diese Kirche Teil der Evangelischen Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses A.u.H.B. in Österreich.

Aus Gründen der rechtlichen Anerkennung durch den Staat haben die lutherischen und reformierten Kirchen in Österreich eine kirchliche Einheit namens Evangelische Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses gebildet. Sie arbeiten in vielen Bereichen eng zusammen, bleiben jedoch hinsichtlich ihrer konfessionellen Identität und Verwaltung unabhängig. Die rechtliche Doppeleinheit, zu der sich die beiden Kirchen entschlossen haben und mit der sie sich verpflichten, den Weg der Reformatoren weiterzugehen, bildet die Grundlage für die Beteiligung der lutherischen und reformierten Kirchen Österreichs im ÖRK, ähnlich den deutschen lutherischen und reformierten Kirchen, die über die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im Rat mitwirken. Die lutherischen Kirchen sind über die Evangelische Kirche A.B. Mitglieder im LWB, die reformierten Kirchen über die Reformierte Kirche Mitglieder im RWB.

Die Reformation erreichte das Gebiet des heutigen Österreich bereits sehr früh und betraf Ende des 16. Jahrhunderts zwei Drittel der Bevölkerung. Gleichzeitig setzte eine systematische Gegenreformation im Habsburger Reich ein. Evangelische Prediger mussten das Land verlassen, Kirchen wurden zerstört und Bücher und Schriften verbrannt. Bürger wie Bauern mussten entweder auswandern oder zum Katholizismus zurückkehren. Mehr als drei Generationen lang mussten sie sich zwischen Glaube und Heimat entscheiden. Tausende wanderten aus, viele kehrten offiziell zur katholischen Kirche zurück, doch blieben einige in ihrem Herzen evangelisch. Über Jahrzehnte konnten „Geheimprotestanten“ überleben, vor allem in schwer zugänglichen Gebirgstälern des heutigen Kärnten und Oberösterreich. Während jener Verfolgungszeit waren evangelische Gottesdienste nur in Wien gestattet. 1781 erließ der Kaiser das Toleranzpatent, und mit dem Protestantenpatent von 1861 wurde den evangelischen Christen volle Freiheit des Bekenntnisses und der öffentlichen Religionsausübung gewährt. Zur Zeit der „Los-von-Rom“-Bewegung im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert traten viele Katholiken evangelischen Kirchen bei. Die ideologische Ausrichtung in den 1930er Jahren war für die evangelische Kirche eine starke Belastungsprobe. Es gab einzelne Mahner, Männer und Frauen, die Widerstand geleistet haben, aber die Kirche insgesamt folgte deren Beispiel nicht. Der Zustrom deutscher Flüchtlinge aus Mittel- und Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg sowie aus Ungarn nach dem Volksaufstand von 1956 hat die Mitgliedschaft der evangelischen Kirchen erneut ansteigen lassen.

Lutherische und reformierte Christen in Österreich arbeiten seit vielen Jahren in geistlichen und organisatorischen Fragen zusammen, was nicht zuletzt daran liegt, dass beide evangelischen Bekenntniskirchen sowohl lutherische als auch reformierte Mitglieder haben. Das Protestantengesetz von 1961 sicherte den beiden Kirchen rechtliche Autonomie zu sowie öffentliche Unterstützung der Fakultät für evangelische Theologie, des Religionsunterrichts in den Schulen, der Militärseelsorge wie auch der kirchlichen Wohlfahrtseinrichtungen. Die Kirche im Herzen Europas bemüht sich sehr um den Dialog mit verschiedenen christlichen Gemeinschaften in den Nachbarländern, insbesondere in der Tschechischen Republik, der Slowakei, in Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien und Montenegro sowie in Italien, Deutschland und der Schweiz. Über die Evangelisch-Theologische Fakultät in Wien trägt sie zur laufenden theologischen Debatte in Europa bei. 

 

Letzte Aktualisierung:01.01.2006 

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