Vereinigung der deutschen Mennonitengemeinden
| Kirchenfamilie: | Mennonitengemeinden |
|---|---|
| Hauptsitz in: | Deutschland |
| Vertreten in: | |
Mitgliederzahl*:Zur MitgliederzahlDie statistischen Angaben zur Zahl der Kirchenmitglieder, Kirchen, Gemeinden, Pfarrer/innen usw. stammen, wenn nicht anders angegeben, von den Kirchen und Organisationen selbst. Die ÖRK-Mitgliedskirchen wenden unterschiedliche Methoden zur Definition ihrer Mitgliedschaft an: in den Staatskirchen werden praktisch alle Bürger/innen getauft und somit als Mitglieder gezählt; andere Kirchen führen alle Getauften, auch wenn sie sich nicht aktiv am Kirchenleben beteiligen, als Mitglieder an; sodann gibt es Kirchen, in denen nur getaufte Erwachsene oder Getaufte, die am Abendmahl teilnehmen, gezählt werden, usw. Es ist kein Versuch unternommen worden, die Mitgliederzahlen nach solchen Kategorien zu klassifizieren, weil es dafür keine vereinbarten Kriterien gibt. | 5,724 |
| Pastoren/-innen: | 13 |
| Gemeinden: | 27 |
| Mitglied von: | WCC (1948) |
| Assoziiertes Mitglied von: | |
| Regelmäßige Publikationen: | Die Brücke. Täuferisch-Mennonitische Gemeindezeitschrift (all in German) |
| Website: | www.mennoniten.de |
1536 schloss sich Menno Simons, Gemeindepfarrer im holländischen Friesland, den Anabaptisten an, die verschiedener Herkunft waren, aber mehrheitlich aus der Schweiz und aus Süddeutschland stammten. Sie wurden sowohl von der katholischen Kirche als auch von den lutherischen Reformatoren verfolgt.
Zu den anabaptistischen Überzeugungen gehörten die Erwachsenentaufe und die Trennung von Kirche und Staat. Diejenigen, die in ihre Auslegung der Jüngerschaft Gewaltlosigkeit einschlossen, wurden „Mennoniten“ genannt. Später lehnten sie jegliche hierarchische Kirchenstruktur, die Säuglingstaufe und die Lehre von der Realpräsenz in der Eucharistie ab. Die Mennoniten haben sich für ein ein gemeindliches Kirchenmodell entschieden.
Die Vereinigung Deutscher Mennonitengemeinden wurde 1886 gegründet und gehört der größeren „Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland“ an, zu der nicht alle deutschen Mennonitengemeinden gehören. Verschiedene andere Gemeinden haben eigene Organisationen gebildet, insbesondere die rund 40 000 Mennoniten, die ab den 1970er Jahren aus Russland nach Deutschland übergesiedelt sind. Bis zum 19. Jahrhundert lebten die Mennoniten als „Fremde und Gäste“ in der Gesellschaft, heute sind sie in vielen Bereichen engagiert. Ihre Betonung der Religionsfreiheit und gewaltlosen Friedensstiftung hat neue theologische Grundlagen gefunden, die die Identität der Gemeinden stärken. Die Geschichtsforschung beurteilt das Verhalten der Anabaptisten während der Reformation heute kritischer. Die Begegnung mit der Ökumene und die Vernetzung mit anderen Mennoniten in aller Welt – vor allem im Mennonitischen Zentralkomitee (Nothilfe) und in der Mennonitischen Weltkonferenz – haben dem Engagement für Frieden, Dienst und Mission neue Impulse gegeben.
Auf der achten Vollversammlung des ÖRK beantragte ein deutscher Delegierter, zu Beginn des neuen Jahrhunderts eine „Dekade zur Überwindung von Gewalt: Kirchen für Frieden und Versöhnung“ auszurufen. Diese Dekade ist zu einem Schwerpunkt des ökumenischen Engagements der Mennoniten geworden. Zusammen mit anderen historischen Friedenskirchen haben die Mennoniten in allen Teilen der Welt eine neue Serie von ökumenischen Dialogen über zeitgenössische Friedenstheologien in Gang gesetzt.
Im Verlauf der vergangenen 20 Jahre haben verschiedene bilaterale Gespräche auf nationaler und internationaler Ebene stattgefunden: mit dem Baptistischen Weltbund (1989-1992), dem Reformierten Weltbund (seit 1984) und der römisch-katholischen Kirche. 2005 wurde ein Dialog mit dem Lutherischen Weltbund aufgenommen, nachdem bereits mehrere Dialoge auf nationaler Ebene mit lutherischen Kirchen in Frankreich, Deutschland und den USA stattgefunden hatten. Heute lebt die Mehrheit der 1,3 Millionen Mennoniten auf der südlichen Erdhälfte. Dies hat das „Gesicht“ der Mennonitengemeinden verändert und wird das auch weiterhin tun.
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