Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland
| Kirchenfamilie: | Altkatholische Kirchen |
|---|---|
| Hauptsitz in: | Deutschland |
| Vertreten in: | |
Mitgliederzahl*:Zur MitgliederzahlDie statistischen Angaben zur Zahl der Kirchenmitglieder, Kirchen, Gemeinden, Pfarrer/innen usw. stammen, wenn nicht anders angegeben, von den Kirchen und Organisationen selbst. Die ÖRK-Mitgliedskirchen wenden unterschiedliche Methoden zur Definition ihrer Mitgliedschaft an: in den Staatskirchen werden praktisch alle Bürger/innen getauft und somit als Mitglieder gezählt; andere Kirchen führen alle Getauften, auch wenn sie sich nicht aktiv am Kirchenleben beteiligen, als Mitglieder an; sodann gibt es Kirchen, in denen nur getaufte Erwachsene oder Getaufte, die am Abendmahl teilnehmen, gezählt werden, usw. Es ist kein Versuch unternommen worden, die Mitgliederzahlen nach solchen Kategorien zu klassifizieren, weil es dafür keine vereinbarten Kriterien gibt. | 25,000 |
| Priester/-innen: | 86 |
| Diakone/-innen: | 12 |
| Gemeinden: | 45 |
| Mitglied von: | WCC (1948) |
| Assoziiertes Mitglied von: | |
| Regelmäßige Publikationen: | Christen Heute, Kirchenzeitung (monthly, in German) |
| Website: | www.alt-katholisch.de |
Unmittelbar nach dem Ersten Vatikanischen Konzil von 1870 hielt eine Reihe deutscher Theologen eine Versammlung von Theologen verschiedener Universitäten und von Laien ab, um gegen die neuen Dogmen von der Unfehlbarkeit und vom Jurisdiktionsprimat des Bischofs von Rom zu protestieren (Königswinter-Erklärung vom 14.8.1870). Auf einer zweiten Tagung wurde eine formelles Manifest ausgearbeitet, in dem erklärt wurde, dass das „Erste Vatikanische Konzil“, welches die Unfehlbarkeit definiert hatte, kein wahres Konzil gewesen sei, da es weder frei, noch einmütig, noch ökumenisch gewesen sei. Nachdem alle Widerständler vom Vatikan exkommuniziert worden waren, wurde ein Bistum in Deutschland eingerichtet, das einen Bischof wählte, welcher 1873 von dem niederländischen altkatholischen Bischof von Deventer (Niederlande) geweiht wurde. Längst fällige Reformen wurden in Angriff genommen und erfolgreich durchgeführt, wie z.B. eine synodal Struktur der Kirche, der liturgische Gebrauch des Deutschen und die Ehe-Erlaubnis für Geistliche. Das Bistum der Alt-Katholiken wurde vom König von Preußen und den Großherzögen von Hessen und Baden als „katholisches Bistum“ anerkannt.
Die Alt-Katholiken zählen zu den Pionieren der ökumenischen Bewegung. 1871 wurde in München der erste Alt-Katholische Kongress abgehalten, auf dem Mitglieder anglikanischer, orthodoxer und lutherischer Kirchen anwesend waren. 1874-75 fanden auf Einladung des Ständigen Ausschusses der Synode zwei Konferenzen in Bonn statt, die der Förderung der christlichen Einheit dienten. 1889 beschlossen die altkatholischen Bischöfe in Europa, die Utrechter Union zu bilden. Seit 1931 besteht volle Kirchengemeinschaft mit den Kirchen der anglikanischen Gemeinschaft („Bonner Abkommen“) und seit neuerer Zeit auch mit der Philippinischen Unabhängigen Kirche, der Spanischen Reformiert-Bischöflichen Kirche sowie der Lusitanischen Kirche von Portugal. Der Dialog mit den orthodoxen Kirchen wird fortgesetzt. 1985 wurde mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Vereinbarung über eucharistische Gastfreundschaft unterzeichnet. Das Katholische Bistum der Alt-Katholiken arbeitet auch weiterhin für die Einheit der Christen, indem es Zeugnis von der Wahrheit des Evangeliums ablegt und auf die ständige Notwendigkeit von Reformen in der Kirche hinweist.
Priester und Priesterinnen werden am Alt-Katholischen Seminar der Universität Bonn und am Bischöflichen Seminar „Johanneum“ ausgebildet. Seit 1994 stehen alle ordinierten Ämter Frauen offen. Die erste Priesterin wurde 1996 geweiht. Die Kirche ist in der Diakonie sowie der Familienberatung aktiv und verfügt über ein Zentrum für Leben und Glauben. 1993 wurde bei Berlin eine Ökumenische Franziskanische Brüderschaft gegründet, die obdach- und arbeitlosen Männern Unterkunft und Seelsorge anbietet. Seit 2004 untersteht der kleine Mönchsorden von Port Royal, eine 1999 gegründete ökumenische Zisterziensergemeinschaft, der Jurisdiktion des Katholischen Bistums.
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