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21.02.08 10:40

ÖRK- Zentralausschuss nimmt Stellung zu Gaza, Streubomben und Respekt zwischen den Religionen

 

Mitglieder des Zentralausschusses knüpften bunte Stoffbahnen zu einem Regenbogenzelt, dass die Eingangshalle des Ökumenischen Zentrums mit einem Friedenszeichen überspannte.

Getreu dem biblischen Auftrag sich für die Rechte der Schwachen und Unterdrückten stark zu machen, nahm der Zentralausschuss des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) auf seiner Tagung vom 13. bis 20. Februar in Genf zu einer Reihe von Fragen Stellung, die die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft erfordern. Zusätzlich zu drei Erklärungen, die sich mit Demokratie und Wahlprozessen befassen, wurden eine Erklärung zur Frage der Streumunition sowie Protokollpunkte zu Klimawandel, zur humanitären Lage im Gazastreifen und über den sensiblen Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt.

 

Weitere Themen, mit denen sich der Ausschuss in seiner Sitzung zu öffentlichen Angelegenheiten auseinandergesetzt hat, waren die aktuelle Lage in Sri Lanka, Ost-Kongo und Kosovo.

 

Ächtung von Streubomben

 

Anerkennung für die Staaten, die sich - "wie Norwegen, Peru, Österreich, Neuseeland und Irland" - für einen internationalen Vertrag zur Ächtung von Streumunition und Unterstützung der Überlebenden einsetzen, brachte der Zentralausschusses in einer am Mittwoch verabschiedeten Erklärung zum Ausdruck. Eine Streubombe setzt bei ihrer Aktivierung zahlreiche Explosionskörper aus einem Behälter frei. Da ein Großteil dieser Submonitionen, die darauf ausgelegt sind, Menschen in einem großen Umfeld zu töten oder zu verwunden, zunächst nicht zündet, bleibt sie "nach dem Konflikt als tödliches Erbe für die örtliche Bevölkerung - Kinder, Frauen und Männer" - liegen, beklagt das Gremium.

 

Humanitäre Lage im Gazastreifen

 

Mit einem Protokollpunkt zur humanitären Lage im Gazastreifen knüpfte der Zentralausschuss an einen Brief des ÖRK-Generalsekretärs vom Januar an, in dem er an die Mitgliedskirchen appellierte, sich für die Menschen in Gaza einzusetzen. "Der Horizont für die Menschen an diesem Ort, der zu den bevölkerungsreichsten der Erde zählt, scheint sich mit jedem Tag zu verengen," heißt es in dem Protokollpunkt. Daher ruft das Leitungsgremium die ökumenische Gemeinschaft auf, "in der Öffentlichkeit und gegenüber ihren Regierungen die Stimme für die Menschen in Gaza zu erheben und auf eine Beendigung der Abriegelung und kollektiven Bestrafung sowie einen ausgehandelten Waffenstillstand zu drängen".

 

Sensibler Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt

 

Das "klare und unmissverständliche biblische Gebot 'die Fremdlinge zu lieben'" und die Erkenntnis, dass unsere Nächsten, die Jesus uns lieben lehrt, oft die sind, in denen wir uns nicht wiedererkennen, ruft der ÖRK-Zentralausschuss in seinem Protokollpunkt zum religiösen Imperativ, Sensibilität und Versöhnung in einer sich wandelnden Gesellschaft zu fördern. "Migranten, die oft tief in religiösen Traditionen und Praktiken verwurzelt sind, bringen neue Dimensionen in öffentliche Debatten ein, die die etablierten säkularen Lebensmuster sowohl bereichern als auch herausfordern." Der Text ermutigt die ÖRK-Mitgliedskirchen, auf ein "Klima des tiefen Respekts, des Miteinander-Redens und gegenseitigen Verständnisses im öffentlichen Raum" hinzuwirken. Auch mit Blick auf den angekündigten Koran-feindlichen Film eines niederländischen Politikers drängt der Zentralausschuss christliche Verantwortungsträger, "direkt, konsequent und selbstkritisch zu ihrer eigenen Gemeinschaft zu sprechen, um sie zu den höchsten ethischen Standards der Nächstenliebe anzuhalten und anderen Gemeinschaften versöhnend die Hand zu reichen, wenn diese Gemeinschaft, ihre Angehörigen oder ihr Glaube angriffen oder verletzt wurden."

 

Kosovo

 

Zur aktuellen Entwicklung im Kosovo verwies der ÖRK-Zentralausschuss auf einen Protokollpunkt, in dem er bei seiner letzten Tagung im September 2006 zur "Verwirklichung eines multiethnischen und multireligiösen Kosovo" aufgerufen hatte. Der ÖRK-Generalsekretär erhielt den Auftrag, in einem Brief an die Heilige Synode der Serbischen Orthodoxen Kirche Unterstützung für deren jüngsten Aufruf zu Beharrlichkeit und friedlichem Miteinander auszudrücken.