ÖRK-Zentralausschuss plädiert für dauerhafte Friedenslösung in Norduganda
Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat an die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union appelliert, sich für eine dauerhafte Friedenslösung im Konflikt zwischen der Regierung Ugandas und der « Lord’s Resistance Army » (LRA) einzusetzen. In einer «Erklärung zur Not von Kindern in Konflikten mit Schwerpunkt auf Norduganda» verurteilte der Zentralausschuss die von der LRA begangenen Grausamkeiten und rief sie dazu auf, « die Bedingungen eines Waffenstillstandes anzuerkennen und unverzüglich alle Gewaltakte, einschliesslich Entführungen, zu beenden. » Die Regierung Ugandas wird eindringlich dazu aufgerufen, den Schutz aller Zivilpersonen sicherzustellen. Besonders das Leiden von Kindern müsse beendet werden.
Die Verwicklung von Kindern in kriegerische Auseinandersetzungen sei nicht nur ein Verbrechen gegen die beteiligten Kinder, sondern auch gegen Gott, heisst es in der Erklärung, die im Konsens von den 150 Delegierten der 348 Mitgliedskirchen verabschiedet wurde. Das Evangelium erinnere daran, dass Kinder « hoffnungsvolle Zeichen einer bedingungslosen Liebe Gottes und seiner Verheissungen an die Menschheit » sind. Jeder Angriff auf Kinder und ihre Kindheit « muss daher als inakzeptabel und unerträglich verurteilt werden ». Die Not der Kinder, ihr Elend und Leiden in Krieg und Gewalt, sei « von Sierra Leone bis nach Liberia, vom Sudan bis in die Demokratische Republik Kongo » nach wie vor unermesslich. Millionen von Kindern auf der ganzen Welt, insbesondere in Afrika, seien nicht Zuschauer, sondern Zielscheiben in bewaffneten Konflikten.
Der Zentralausschuss wies besonders auf die Situation von Kindersoldaten hin. Sie würden entführt, häufig unter Einsatz von Drogen zu Gewalttaten gezwungen und körperlich und psychisch misshandelt. Nach Beendigung eines Konfliktes sei die Reintegration der aus dem Kriegsdienst entlassenen Kindersoldaten ein schwieriger und komplexer Prozess. In Norduganda seien in den letzten 20 Jahren « Tausende junger Kinder entführt, gefoltert, vergewaltigt, praktisch versklavt und manchmal von der LRA getötet » worden. Die Delegierten riefen die Regierung Ugandas dazu auf, konkrete Pläne zu entwickeln, wie langfristig früheren Kindersoldaten geholfen werden kann.
Die Erklärung würdigt den Einsatz der ugandischen Kirchen im Bemühen um eine friedliche Lösung der Krise. Ein wichtiger Schritt sei die Gründung der Acholo Religious Leaders Peace Initiative (ARLPI) im Jahr 1998 gewesen, die vom Gemeinsamen Christenrat von Uganda unterstützt wurde.
Weitere Informationen zur Tagung des Zentralausschusses finden Sie auf der ÖRK-Website



