Gemeinsame christlich-islamische Delegation für den Sudan angeregt
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat seine Sorge angesichts der fortgesetzten Grausamkeiten bekräftigt, die sich in Darfur/Sudan ereigneten. In einer Erklärung rief der ÖRK-Zentralausschuss den Weltkirchenrat dazu auf, die sudanesische Regierung zur Anerkennung der UN-Resolution 1706 zu drängen, wie auch zur Anerkennung des umfassenden Friedensabkommens vom Mai dieses Jahres. Damit würde die Regierung des Sudan ihrer Verantwortung für den Schutz seiner Bevölkerung nachkommen.
Der Zentralausschuss bat das Generalsekretariat des ÖRK in Abstimmung mit den Kirchen des Sudan die Möglichkeit einer hochrangigen Delegation von Kirchenvertretern und Mitgliedern der islamischen Gemeinschaft zu prüfen. Diese könne Regierungsvertreter des Sudan und des Darfur besuchen und Hilfe anbieten, die für die friedliche Beilegung des Konfliktes notwendig sein könne.
Der Exekutivausschuss des ÖRK hatte seine Sorge angesichts der Situation im Darfur bereits in einer Erklärung vom Mai 2006 geäussert. Er hatte darin die mit dem Friedensabkommen verbundene Hoffnung ausgedrückt und die Unterstützung der Resolution des UN-Sicherheitsrates zur Stationierung einer Friedenstruppe in der Region erklärt. Die UN-Resolution ruft die sudanesische Regierung auf, humanitären Zugang zum Darfur zu ermöglichen und UN-Truppen zuzulassen, die bei der friedlichen Lösung der andauernden Tragödie helfen könnten.
Die ursprüngliche Reaktion der sudanesischen Regierung auf die Resolution war zögerlich. Dennoch drängt der ÖRK die Regierung des Sudan zur Zustimmung, zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen, die sich aus dem Friedensabkommen ergeben, und dazu "dieses furchtbare Leiden zu beenden."
Der Zentralausschuss beklagt, dass "die Grausamkeiten auch nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens weitergehen". Er bat die Mitarbeiter des ÖRK zu prüfen, ob in Bezug auf die Krise im Darfur die Bezeichnung "Genozid" angemessen sei.
Der Text des "Protokollpunktes zum Sudan" steht auf der ÖRK-Webseite zur Verfügung
Weitere Informationen zur Tagung des Zentralausschusses finden Sie auf der ÖRK-Website



