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5.09.06 15:25

Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Krieg im Libanon und in Nordisrael

 

Kirche im Kosovo, zerstört im Juni 1999

Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat in seiner Sitzung in Genf am 5. September Vorschläge zur Errichtung einer neuen ökumenischen Friedensinitiative für den Nahen Osten befürwortet. Er hat seine Sorge über die dramatischen humanitären Konsequenzen und mutmasslichen Kriegsverbrechen während des jüngsten Krieges im Libanon und Nordisrael wiederholt.

 

In einer "Erklärung zum Krieg im Libanon und in Nordisrael und zum ökumenischen Engagement für den Frieden im Nahen Osten" beschlossen die Mitglieder des Zentralausschusses die Einrichtung eines ökumenischen Palästina-Israel-Forums unter der Federführung des ÖRK, das "neue und bestehende Friedensarbeit der Kirchen koordinieren und anregen" soll. Es soll darauf zielen, in Übereinstimmung mit den Resolutionen der Vereinten Nationen die Besetzung von palästinensischem Gebiet zu beenden und das "Engagement für interreligiöses Handeln für Frieden und für Gerechtigkeit zum Wohl aller Völker der Region zu beweisen."

 

"Kirchen, andere Gruppierungen aus der Zivilgesellschaft und verschiedene Regierungen wünschen sich ein radikales Engagement der internationalen Gemeinschaft für eine friedliche und gerechte Lösung des Libanonkonfliktes und der damit verbundenen Konflikte im Nahen Osten", so die Erklärung.

 

"Möge eine vereinte ökumenische Gemeinschaft – vereint im Gebet und im Handeln – einen neuen und wesentlichen Beitrag für einen gerechten Frieden im Nahen Osten leisten."

 

Das neue ökumenische Forum war zuvor vom Generalsekretär des ÖRK, Dr. Samuel Kobia, vorgeschlagen worden. Er hatte zudem angekündigt, in naher Zukunft die Kirchen des Nahen Ostens besuchen zu wollen.

 

Die Erklärung folgte dem Bericht einer Delegation des ÖRK, die im August Beirut und Jerusalem besucht hatte, und einer Rede des libanesischen Regierungsmitglieds Dr. Tarek Mitri, der auf die verheerenden Auswirkungen des Konfliktes hingewiesen hatte.

 

Der Zentralausschuss brachte in der Erklärung seine "Bestürzung und tiefe Trauer" angesichts des Leidens und der Todesopfer im Libanon und in Nordisrael zum Ausdruck. Er zeigte sich "alarmiert angesichts der Verletzungen des Völkerrechts über bewaffnete Konflikte durch die Kombattanten in diesem Krieg und durch die mangelnde Fähigkeit der internationalen Gemeinschaft, den Schutz der Zivilpersonen und eine verhältnismässige Anwendung von militärischer Gewalt zu garantieren".

 

Der Zentralausschuss ruft zu einer dauerhaften und bedingungslosen Waffenruhe und zur Aufhebung der Blockade des Libanons auf.

 

Die Erklärung ruft die Vereinten Nationen dazu auf, eine internationale Untersuchung von Völkerrechtsverletzungen im jüngsten Konflikt einzuleiten. Der Zentralausschuss besteht darauf, dass "alle Gefangenen freigelassen oder einem ordentlichen Gerichtsverfahren im Libanon, in Israel oder in den besetzten palästinensischen Gebieten unterzogen werden, das den internationalen Normen diesbezüglich entspricht."

 

Der Text der "Erklärung zum Krieg im Libanon und in Nordisrael und zum ökumenischen Engagement für den Frieden im Nahen Osten" steht  auf der ÖRK-Webseite zur Verfügung stehen

 

Die jüngsten Erklärungen des ÖRK zum Nahen Osten sind abrufbar  

 

Weitere Erklärungen von Kirchen und kirchennahen Gruppen finden Sie (auf Englisch) auf den Seiten der Dekade zur Überwindung von Gewalt

 

Weitere Informationen zur Tagung des Zentralausschusses finden Sie auf der ÖRK-Website