Zentralausschuss mit einer Reihe von Entschlüssen zu Ende gegangen
Mit einer Reihe von Entschlüssen zur künftigen Ausrichtung und zur Programmarbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) ist am Mittwoch in Genf die Sitzung des ÖRK-Zentralausschusses zu Ende gegangen. "Die Entscheidungen dieser vergangenen Woche ermöglichen dem ÖRK ein dynamisches, integriertes und entschlossenes Engagement im Blick auf die Herausforderungen, vor denen unsere Kirchen und die Welt am Beginn des 21. Jahrhunderts stehen," erklärte der Generalsekretär des ÖRK, Dr. Samuel Kobia, zum Abschluss der Tagung.
Programmatische Schwerpunkte
In Übereinstimmung mit den Entscheidungen der ÖRK-Vollversammlung vom Februar dieses Jahres wurde eine grundsätzlich überarbeitete Programmstruktur beschlossen. Insgesamt sechs Themenschwerpunkte wurden festgelegt : der ÖRK und die ökumenische Bewegung im 21. Jahrhundert; Einheit, Mission und Spiritualität; Öffentliches Zeugnis und der Einsatz für Frieden; Gerechtigkeit, Diakonie und Verantwortung für die Schöpfung; Ökumenische und religiöse Bildung; Interreligiöser Dialog und Zusammenarbeit.
Die Presse- und Medienarbeit wird in den kommenden sieben Jahren eine verstärkte Bedeutung erhalten. Der ÖRK verstärkt seine Bemühungen, sein Profil und seinen Einfluss auf internationaler Ebene klarer sichtbar zu machen.
Generalsekretär Samuel Kobia betonte am Ende der Tagung die Dringlichkeit des Christlich-Islamischen Dialogs und unterstrich die Bedeutung des interreligiösen Dialogs für alle Aspekte der Arbeit des Weltkirchenrates.
Globale Themen
Der Nahe Osten stand im Zentrum einer Reihe von Erklärungen. So wurde unter anderem die Einrichtung eines neuen Ökumenischen Forums für Frieden in der Region beschlossen, die der Generalsekretär in seinem Bericht am Beginn der Tagung vorgeschlagen hatte. Weitere wichtige Themen waren HIV/Aids, gerechter Handel, die Situation von Kindersoldaten, besonders in Norduganda und die politische Situation im Kosovo, im Sudan, auf den Philippinen und in Sri Lanka.
Die grosse Anzahl von Erklärungen hänge damit zusammen, dass der Zentralausschuss nur einmal im Jahr zusammen kommt. "Wir drücken mit diesen Erklärungen unsere Sorge und unsere Solidarität demgegenüber aus, was Menschen auf der ganzen Welt durchmachen," erklärte Samuel Kobia bei der abschliessenden Pressekonferenz. "Und wir rufen die Mächtigen dieser Welt auf : diese Themen dürft ihr nicht vergessen !" Es seien aber auch klare Prioritäten für die zukünftige Arbeit zu erkennen. Kobia verwies auf die Diskussion über das Ekklesiologie-Papier : "Aufgerufen, die eine Kirche zu sein", das die Vollversammlung beschlossen hatte. Er wünsche sich vor allem, junge Leute in die Debatte einzubeziehen, sagte Kobia und kündigte an, dazu verstärkt die neuen Medien wie das Internet zu nutzen.
Neue Kommissionen und beratende Organe
Der Zentralausschuss beschloss den Zusammenschluss von vier bestehenden Kommissionen zu einer gestärkten Kommission zu Internationalen Beziehungen. Diese sollte die Kohärenz, Interaktion und Kooperation auf der strategischen und auf der programmatischen Ebene fördern, erklärte Samuel Kobia. Das neue Gremium werde die ökumenischen Aktivitäten in einer Reihe von Bereichen koordinieren, darunter öffentliche Angelegenheiten, Diakonie, Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie.
Jugendgremium
Ebenfalls in Übereinstimmung mit den Prioritäten der ÖRK-Vollversammlung wurde ein neues Jugendgremium eingerichtet, das die Beteiligung von jungen Leuten am ÖRK und die Unterstützung junger Verantwortungsträger in der Ökumene fördern soll. Das Jugendgremium soll die Sichtbarkeit junger Menschen im Leben und in der Arbeit des Weltkirchenrates verstärken.
Personal und Finanzen
Trotz eines leichten Rückgangs im Einkommen sei die finanzielle Situation des ÖRK stabil, lautete das Ergebnis der Finanz- und Haushaltsprüfung durch den Zentralausschuss. Die Personalausstattung werde entsprechend der veränderten Programmstruktur neu organisiert.
Alle Beteiligten hätten beachtliche Arbeit geleistet, erklärte der Vorsitzende des Zentralausschusses, Dr. Walter Altmann, zum Abschluss. Nur sechs Monate lagen zwischen der Vollversammlung in Porto Alegre und dieser Tagung, aber sowohl das Team in der ÖRK-Zentrale in Genf als auch die Mitglieder des Zentralausschusses hätten engagiert gearbeitet. "Dieser Prozess hat unsere Gemeinschaft und unser Engagement gestärkt", so Altmann. Angesichts der Herausforderungen in aller Welt sagte Altmann : "Die ökumenische Bewegung wird gebraucht wie nie zuvor."
Weitere Informationen zur Tagung des Zentralausschusses finden Sie auf der ÖRK-Website


