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6.09.06 14:13

ÖRK bedauert Scheitern der Doha-Gespräche

 

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat sein Bedauern über das Scheitern der Doha-Gespräche zur Liberalisierung des Welthandels zum Ausdruck gebracht.

 

 

Die Gespräche bei der Welthandelsorganisation waren im Juli 2006 gescheitert, als die so genannte Gruppe der Sechs (G6) - USA, EU, Indien, Brasilien, Japan und Australien - sich nicht auf Eckpunkte eines neuen Handelsabkommens einigen konnten. Der Zentralausschuss des ÖRK rief bei seiner Tagung in Genf Kirchen dazu auf, "ihre Regierungen zu ermutigen, sich weiterhin für multilaterale Handelsmechanismen einzusetzen, mit neuen multilateralen Handelsordnungen, die gerecht und demokratisch sind."

 

 

Der Abbruch der Doha-Gespräche bedeute, dass die reichen Staaten weiterhin den Löwenanteil der weltweiten Handelsströme bekämen, so die Erklärung des Zentralausschusses, während Entwicklungsländern ein besserer Zugang zu den Märkten verwehrt bleibe. Ärmere Entwicklungsländer seien davon am schlimmsten betroffen, da sie über keinerlei Druckmittel verfügten und leicht ausgebeutet werden könnten.

 

 

Die Tatsache, dass Industriestaaten im Rahmen der Welthandelsorganisation erfolgreich ihre Bedingungen durchsetzen können, ersticke die Möglichkeiten der Entwicklungsländer, als gleichwertige Partner im Welthandel aufzutreten, erklärte der Zentralausschuss. Bischof Thomas F. Butler von der Kirche von England - Mitglied des Zentralausschusses seit 2003 und Mitglied des Ausschusses für öffentliche Angelegenheiten - sagte vor Journalisten, die Welthandelsorganisation müsse demokratischer werden, vielleicht durch die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Organisationen.

 

 

Handelsvereinbarungen müssten sich daran ausrichten, das Interesse von schwächeren Staaten zu schützen, so die Erklärung des Zentralausschusses. Nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung von Armut seien ebenso anzustrebende Ziele wie das Recht auf Nahrung und Wasser. Die Erklärung schliesst mit der Bestätigung der theologischen Basis für das Engagement für gerechten Handel, als Einsatz für die 'Geringen', die Armen und Ausgeschlossenen.

 

 

Mehr Informationen über die Arbeit des ÖRK zum Thema der wirtschaftlichen Globalisierung und Handel (auf Englisch)

 

 

 

 

Mehr Informationen über die Welthandelskampagne der Ecumenical Advocacy Alliance (EAA) (auf Englisch)

 

 

 

 

Weitere Informationen zur Tagung des Zentralausschusses finden Sie auf der ÖRK-Website