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Der ÖRK und das christliche Zeugnis

In Ausübung ihrer Mission kann die Kirche nicht wahrhaftig Kirche sein, ohne Zeugnis (martyria) abzulegen von Gottes Willen für das Heil und die Verwandlung der Welt.

Das Zeugnis Christi – der in seiner Person das Zeugnis aller Propheten des Alten Testaments und aller Boten Gottes zusammenfasst – ist grundlegend für die Kirche, die an Pfingsten Zeugnis von der Auferstehung ablegt. Die neutestamentlichen Berichte über Leben und Glauben der ersten Christen heben zentrale Dimensionen des christlichen Zeugnisses hervor: den Missionsbefehl an die Apostel; der ganzen Welt die gute Nachricht von Gottes Liebe zu bringen; in Wort und Tat das kommende Reich Gottes zu verkünden, das in "Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist" besteht"; und Zeugnis vor den Mächtigen dieser Welt abzulegen.

Lesen Sie den Artikel zum Thema "Zeugnis" aus dem Dictionary of the Ecumenical Movement

Welchen Beitrag leistet der ÖRK zum christlichen Zeugnis?

Der ÖRK dient den Kirchen als Werkzeug, um mit einer Stimme gegen Ungerechtigkeit, Gewalt und Zerstörung zu sprechen, Meinungen und Erfahrungen untereinander auszutauschen und sich gegenseitig dazu herauszufordern, nach neuen Wegen des Zeugnisses von Jesus Christus in allen Lebensbereichen – im persönlichen, kulturellen und sozioökonomischen Bereich – zu suchen.

Der im Aufbau begriffene ÖRK und der Internationale Missionsrat schufen 1946 ein Instrument für das christliche Zeugnis im Blick auf die internationale politische Ordnung: die Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA). Diese gehörte mit zu den ersten Nichtregierungsorganisationen, die Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen erhielten.

Auch heute noch vertritt die CCIA den ÖRK und seine Mitgliedskirchen im UNO-System. Eine Reihe anderer ÖRK-Programmbereiche leisten ebenfalls einen Beitrag zum christlichen Zeugnis.

Einige Beispiele:

Was sagt der ÖRK über das christliche Zeugnis?

Die Gründungsvollversammlung des ÖRK erklärte 1948 in einem Beschluss zur "Autorität des Rates": "Der Rat möchte den Kirchen, die ihn gebildet haben und seine Mitglieder sind, als ein Werkzeug dienen, mit dessen Hilfe sie ihren gemeinsamen Gehorsam gegenüber Jesus Christus zusammen bezeugen und in Angelegenheiten, die ein vereintes Handeln erfordern, zusammen arbeiten können."

1950 erklärte der ÖRK-Zentralausschuss ausgehend von diesem Beschluss: "Die Mitgliedskirchen des Rates sind bereit, sich im Gespräch miteinander darum zu bemühen, von dem Herrn Jesus Christus zu lernen, wie sie Seinen Namen vor der Welt bezeugen sollen."

Tatsächlich haben die Kirchen den ÖRK bei vielen Gelegenheiten als Plattform genutzt, um über die verschiedenen Aspekte des christlichen Zeugnisses zu diskutieren und der christlichen Stimme in der Welt durch ihre Zusammenarbeit Gehör zu verschaffen.

Einige Beispiele: