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Dokument n° GEN 01
Bericht des Vorsitzenden
GESCHWISTERLICHES MITEINANDERTEILEN IN EINER GEMEINSCHAFT DES GLAUBENS
1. Als Zentralausschuss stehen wir am Anfang eines Weges, den wir, so hoffe und vertraue ich, gemeinsam in Dankbarkeit für Gottes wunderbare Gabe der Einheit gehen werden. Dieser gemeinsame Weg erwächst aus einer schönen, wenn auch schwierigen ökumenischen Verpflichtung, die uns trotz der vielen Unterschiede, die zwischen uns bestehen, hier zusammengebracht hat. Die Schönheit der ökumenischen Erfahrung erleben wir vielleicht nicht trotz unserer Unterschiede, sondern vielmehr inmitten der enormen gegenseitigen Bereicherung, die wir aus unserer Verschiedenheit schöpfen.
2. Dieser erste Bericht des Vorsitzenden hat stärker den Charakter eines Zeugnisses, als dass er eine umfassende Analyse der Welt vornehmen würde, in der wir leben. Ich werde darin auf mein eigenes Umfeld Bezug nehmen, jedoch nicht versuchen, ein umfassendes Bild der ökumenischen Landschaft zu zeichnen. Allerdings hoffe ich, einige der Schlüsselthemen, mit denen die ökumenische Bewegung und daher auch der ÖRK heute konfrontiert sind, paradigmatisch anzusprechen. Leo Tolstoi schrieb einmal (ich zitiere aus dem Gedächtnis), dass, wer sein eigenes Dorf gut kennt, auch Weltbürger werden kann. Einer der großen Autoren des Landes, aus dem ich komme, João Guimarães Rosa, schrieb etwas ganz Ähnliches, als er in seinem Meisterwerk “Grande Sertão: Veredas” die existenzialistische Analyse eines einsamen Menschen in einer verlassenen Gegend in dem Satz zusammenfasste “o sertão é o mundo” (“diese verlassene Gegend ist die Welt”). Von diesen beiden Autoren, dem einen aus Russland und dem anderen aus Brasilien, mit ihren ganz ähnlichen Einsichten können wir viel lernen. Sie kommen aus sehr verschiedenen Kontexten und erzählen sehr unterschiedliche Geschichten – und doch haben sie dieselbe Wahrnehmung von unserer Existenz in der Welt.
3. In diesem Bericht will ich meinen Glauben und meine Hoffnung mit Ihnen teilen, in der Erwartung, dass Sie in der Diskussion, die folgen wird, in diesen Prozess des Miteinanderteilens eintreten werden. Denn die allererste Aufgabe, die wir erfüllen müssen, besteht nicht darin, ein neues Programm für den ÖRK zu beraten und anzunehmen – obwohl der größte Teil unserer Tagesordnung und Zeit der Herausforderung gewidmet sein wird, ein Programm zu gestalten, das den Beschlüssen der Vollversammlung treu ist, verantwortlich mit den verfügbaren Mitteln umgeht und gleichzeitig berücksichtigt, dass diese Mittel nicht so reichhaltig sind, wie wir uns das wünschen würden, und das einen Beitrag zur Stärkung des Zeugnisses und des Dienstes (martyria and koinonia) unserer Kirchen leistet.
4. Unsere wichtigste und grundlegende Aufgabe wird darin bestehen, zwischen uns selbst die tiefe Gemeinschaft wiederherzustellen, die wir während der Vollversammlung in Porto Alegre in Gottesdienst und Bibelarbeit, in den ökumenischen Gesprächen und im mutirão, ja selbst in unseren Vollversammlungsausschüssen und Plenarsitzungen erlebt haben. Auf unserer ersten Tagung als Zentralausschuss in Porto Alegre, unmittelbar nach Abschluss der Vollversammlung, hatten wir faktisch keine Zeit für dieses geschwisterliche Miteinanderteilen und vielleicht waren wir – unter der schweren Last der wichtigen Beschlüsse, die wir damals in einer einzigen Abendsitzung fassen mussten, - auch nicht in der Stimmung dazu. Wir schulden es jedoch uns selbst und den Kirchen, die wir vertreten, dass wir als Zentralausschuss die Gemeinschaft leben, die der Heilige Geist uns immer wieder schenken und unter uns stärken will.
Rückblick auf die neunte Vollversammlung
5. Ich spreche jetzt aus der Perspektive der gastgebenden Kirchen. Die Vorbereitung der Neunten Vollversammlung des ÖRK war in jeder Hinsicht ein Gemeinschaftswerk, an dem viele mitgearbeitet haben. Für unsere Gemeinden in Brasilien bot sie auch die einzigartige Gelegenheit, der ökumenischen Bewegung an vorderster Stelle zu dienen. Sie reagierten sehr positiv auf den Aufruf, den ÖRK in verschiedenen Bereichen der vorbereitenden Arbeit zu unterstützen. Die Vorbereitung selbst war ein wahrhaftes ökumenisches “mutirão” – dieses portugiesische Wort kennen Sie mittlerweile alle nur zu gut -, Hunderte von Menschen stellten ihre Zeit und Kraft zur Verfügung, um zu zeigen, wie engagiert die lateinamerikanischen und brasilianischen Kirchen zusammen mit dem ÖRK einen angemessenen Raum schaffen wollten, in dem die ökumenische Bewegung sich versammeln, beten und über ihre eigene Zukunft diskutieren konnte.
6. Eine Frage, die wir uns während der Vorbereitungsmonate stellten, war, wie wir die Vollversammlung durch Austausch und Kommunikation mit unseren Gästen unterstützen könnten, aber gleichzeitig auch einen wichtigen Beitrag zum Prozess der Neugestaltung der ökumenischen Bewegung leisten könnten. Könnte das, was wir in unserem eigenen Umfeld erlebt haben, für unsere Brüder und Schwestern, die in anderen Kontexten leben, hilfreich sein? Der Hauptgrund, der die Menschen zur Mitarbeit motivierte, war, dass jeder/e einzelne in seinem/ihren eigenen Kontext etwas zu diesem globalen Unterfangen beitragen konnte. Auch wir als Kirchen wollten diese Art von Beitrag zur ÖRK-Vollversammlung leisten. Jede unserer Konfessionen und Ausdrucksformen des Glaubens misst bestimmten wichtigen Elementen große Bedeutung bei, die auch in den anderen Kirchen der ÖRK-Gemeinschaft in unterschiedlichen Ausprägungen bekannt sind. Die gemeinsame Andacht und die lebendige Musik auf der Vollversammlung dienten in ihrer wunderbaren Vielfalt als Symbol dieser reichen Gaben. Wir haben versucht, den Menschen zu vermitteln, dass wir es als großes Geschenk empfinden würden, gemeinsam verschiedene Gottesdienstformen so vieler Kirchen und unterschiedlicher Konfessionsfamilien kennen zu lernen. Genauso wichtig war es uns, unseren Gästen unsererseits zu zeigen, wie wir den einen Glauben an unseren Herrn und Heiland Jesus Christus zum Ausdruck bringen. Menschen, die an der Organisation der Vollversammlung mitgewirkt hatten, beschrieben ihre Teilnahme und die Vollversammlung selbst als eine Erfahrung tiefer geistlicher Gemeinschaft, als Raum der Begegnung und des Austauschs und als Gelegenheit zum Dialog mit der ganzen ökumenischen Familie.
7. In gewisser Weise endete die Vollversammlung für uns nicht am 23. Februar. Der ökumenische Chor z.B. hat seither bei kirchlichen Veranstaltungen gesungen. Vor einigen Wochen, zu Beginn dieses Monats, hat der Nationalrat der christlichen Kirchen in Brasilien (CONIC) ein Seminar durchgeführt, in dem über die ekklesiologischen Konsequenzen der Neunten Vollversammlung des ÖRK für die Kirchen in unserem Land diskutiert und eine Auswertung vorgenommen wurde. Das Seminar fand in Guarulhos, São Paulo, unter dem Thema “In deiner Gnade, Gott, verwandle unser Land” statt. Sie können in diesem Thema einen kritischen Unterton heraushören: es nimmt Bezug auf die massiven Korruptionsskandale, die in Brasilien unlängst die ganze politische Klasse erschüttert haben. Aber wir haben auch über die Beziehungen unter unseren Kirchen, die religiöse Landschaft in Brasilien, die Notwendigkeit und die Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs und der interreligiösen Zusammenarbeit sowie die praktischen Implikationen des Vollversammlungsdokuments Berufen, die eine Kirche zu sein gesprochen. Dieses Seminar war eine inspirierende Veranstaltung, die uns allerdings nicht nur Grund zur Freude gab. Ganz im Gegenteil: wir empfanden auch tiefen Schmerz, da wir noch ganz unter dem erschütternden Eindruck der von der Versammlung der Methodistischen Kirche von Brasilien im Juli getroffenen Entscheidung standen, aus “Organisationen, in denen die römisch-katholische Kirche und nicht-christliche Gruppen vertreten sind“ auszutreten, was zu einer Aufkündigung der Mitgliedschaft im CONIC führte. (Diese schwerwiegende Entscheidung scheint mir symbolhaft für die Schwierigkeiten zu stehen, mit denen die ökumenische Bewegung heute nicht nur in Brasilien konfrontiert ist. Aber darauf werde ich später zurückkommen. ) Gleichzeitig möchte ich meiner Freude darüber Ausdruck geben, dass die Unabhängige Presbyterianische Kirche von Brasilien, die an der Vollversammlung in Porto Alegre in geschwisterlichem Geist teilgenommen hat, die Mitgliedschaft im ÖRK beantragt hat, eine Angelegenheit, die auf dieser Tagung des Zentralausschusses behandelt werden wird.
8. In diesem Zusammenhang haben wir uns auf dem Seminar des CONIC die Vision von der Gemeinschaft in Erinnerung gerufen und uns neu darauf verpflichtet, die in der Erklärung von Canberra mit folgenden Worten beschrieben und in Porto Alegre bekräftigt wurde: “Unsere Kirchen haben erklärt, dass die Einheit, auf die wir hoffen und für die wir beten und arbeiten, eine Koinonia ist, die gegeben ist und zum Ausdruck kommt im gemeinsamen Bekenntnis des apostolischen Glaubens, in einem gemeinsamen sakramentalen Leben, in das wir durch die eine Taufe eintreten und das in der einen eucharistischen Gemeinschaft miteinander gefeiert wird, in einem gemeinsamen Leben, in dem Glieder und Ämter gegenseitig anerkannt und versöhnt sind, und in einer gemeinsamen Sendung, in der allen Menschen das Evangelium von Gottes Gnade bezeugt und der ganzen Schöpfung gedient wird.“ (Berufen, die eine Kirche zu sein).
“Rechenschaft über die hoffnung, die in uns ist ”
9. Lassen Sie mich diesen Bericht unter das biblische Motto stellen: “Heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.” (1. Petr 3,15) Unsere Aufgabe ist es, Rechenschaft von der Hoffnung zu geben, die in uns ist, wie der Apostel sagt, und wir werden aufgefordert, zu dieser Aufgabe jederzeit bereit zu sein. Daher versammeln wir uns hier als Gemeinschaft der Hoffnung. Ich bin sicher, dass wir uns zutiefst der Verantwortung bewusst sind, die wir übernommen haben, als wir unsere Nominierung akzeptiert und dann in den Zentralausschuss gewählt worden sind. Wir sehen dies als Teil der Berufung Gottes, die wir annehmen wollen und mit Gottes Hilfe zu erfüllen versuchen. Wir alle sind dazu berufen, dem Rat im Namen unserer Kirchen zu dienen. Ebenso bringen wir alle vermutlich Pläne mit zu dieser Tagung. Und darüber hinaus haben wir auch Träume, den Traum von einem ÖRK als einem wahrhaft privilegierten Instrument der ökumenischen Bewegung als Ganzer. Wir alle geben unsere persönliche Antwort auf unsere Berufung als Glieder des Volkes Gottes, als Mitglieder des Zentralausschusses, die von ihren Kirchen auf einer weltweiten ökumenischen Versammlung gewählt worden sind.
10. Wir tun all dies im Vertrauen auf die Zusage, die Jesus seinen Jüngern gegeben hat: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende” (Mt 28,20). Lassen Sie mich wiederholen: Wir bilden eine Gemeinschaft der Hoffnung. Wenn wir von Hoffnung sprechen, so meinen wir damit zum einen eine natürliche Gabe, ein universelles Merkmal der ganzen Menschheit. Die treibende Kraft in unserem Leben und in der Geschichte der Menschheit ist die Hoffnung. Die Hoffnung, die uns antreibt, kann auf Erwartungen aufbauen, die wir haben und aus denen wir Kraft für die Zukunft schöpfen. Eltern hoffen, dass ihre Kinder körperlich und geistig heranreifen und im persönlichen wie im beruflichen Leben für Werte eintreten werden, die zumindest an die ihren heranreichen. Völker und Nationen erhoffen bessere Lebensbedingungen für ihre Bürger und Bürgerinnen und tiefere, von Solidarität geprägte Beziehungen unter ihnen. Wie trocken und kalt sind die Vorschläge und Projekte politischer Parteien z.B., wenn sie den Menschen keine Hoffnung, keine Träume und keine Vision für eine menschlichere Zukunft geben können! Die Menschheit sehnt sich nach Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, um an die Schlüsselbegriffe eines der bedeutsamsten Programme in der Geschichte des ÖRK zu erinnern.
11. Und doch wird unsere Hoffnung unablässig durch eine Vielzahl von Ereignissen und Mächten herausgefordert, die diese zerstören wollen und die besten Hoffnungen scheinbar als naiv und unrealistisch entlarven. Unsere Hoffnungen können als „Utopie“ eingestuft werden. Und wir kennen die mögliche Doppelbedeutung dieses Wortes nur zu gut. Auf der einen Seite geht es um weit mehr als bloße Ereignisse, die in Zukunft eintreten können oder nicht; es geht hier primär um jene innere Kraft, die uns antreibt, auf ein Ziel zuzugehen, das wir uns selbst gesetzt haben oder das wir anstreben. Auf der anderen Seite kann der Begriff Utopie auch zum Ausdruck bringen, dass die Ziele so hoch gesteckt werden, dass sie völlig unrealistisch (und sogar gefährlich, weil illusorisch) sind. Sie werden nie erreicht werden. Unsere geschichtlichen und täglichen Erfahrungen liefern uns mehr als genug Beweise für das Scheitern dieser Art von Utopie. Und doch kann die Menschheit nicht ohne Hoffnung leben. So leben wir denn in der Spannung zwischen der Vision, die uns antreibt, und der Versuchung, anderen, die unterschiedliche Visionen und Hoffnungen haben, unsere Vision aufzuzwingen.
12. Der scharfe Kontrast zwischen diesen beiden Arten, Hoffnung zu erleben und damit umzugehen, wirft unweigerlich die Frage auf, worauf wir unsere Hoffnung gründen, wie der Apostel im 1. Petrusbrief feststellt. Er ermahnt uns, allzeit bereit zu sein und Rechenschaft von der Hoffnung zu geben, die in uns ist. Gibt es nun eine letztgültige Hoffnung, die den harten Realitäten dieses Lebens standhält?
13. Ich will diese Frage einen Moment zurückstellen und zunächst kurz auf die tiefe Kluft eingehen, die zwischen unseren christlichen Normen und Erwartungen an das Gute im Menschen einerseits und der ernüchternden Realität des Bösen in dieser Welt andererseits besteht. Diesem Problem müssen wir uns auch in unseren Kirchen und der ökumenischen Bewegung stellen. Haben wir nicht oft das Gefühl, angesichts der Widersprüche in der Geschichte des Christentums und im Leben unserer Kirchen laut aufschreien oder innerlich aufbegehren zu müssen? Christliche Mission soll Zeugnis von Gottes Liebe, die in Jesus Christus Fleisch geworden ist, und von der Kraft des Heiligen Geistes geben, der die Menschen auf den Weg des Glaubens und der Liebe führt. Aber Mission ist auch als Instrument menschlicher Macht verstanden und benutzt worden und hat zu Kreuzzügen, Eroberungen, Kolonialisierung und Unterdrückung sowie deren Legitimation geführt. Es gibt so viele Beispiele für christliche Liebe, die bis in den Märtyrertod gegangen ist und das eigene Leben für andere aufgeopfert hat; aber es gibt tragischerweise genauso viele Beispiele für die Marginalisierung, ja den Ausschluss anderer aus dem Leben der Kirche (wie Laien, Frauen, Angehörige benachteiligter ethnischer Gruppen, Kranke oder Menschen mit Behinderungen, Arme, um nur einige zu nennen, die in unseren Kirchen so oft keine würdige Rolle spielen). Kirchen haben Kriegen ihren Segen gegeben, ja selbst Kriege geführt, Sklaverei und Rassismus legitimiert, die Armen ihrem schrecklichen Schicksal überlassen.
14. Das heißt jedoch nicht, dass wir bei diesen dramatischen und tragischen Ereignissen und Prozessen verharren dürften. Die Widersprüche zwischen „hehren Idealen“ und „harten Realitäten“ finden sich auch in unseren besten Bemühungen. Erlauben Sie mir, ein Beispiel aus der Geschichte der ökumenischen Bewegung zu zitieren. Das hundertjährige Jubiläum der Weltmissionskonferenz von Edinburgh rückt näher und wir wissen alle nur zu gut, dass ihre Vision von einem gemeinsamen christlichen Zeugnis von Christus - zusammen mit der Vision vom gemeinsamen Engagement der Kirchen in sozialen Fragen und der Überwindung lehrmäßiger Spaltungen in einem Prozess des Dialogs, Studiums und des wachsenden gegenseitigen Verständnisses - die ökumenische Bewegung im 20. Jahrhundert entscheidend geprägt hat. An die vielen positiven Ergebnisse, die in den vergangenen hundert Jahren in all diesen Bereichen erzielt wurden, muss an dieser Stelle nicht erinnert werden. An vielen, vielen Orten haben sich die Beziehungen unter den Kirchen im Vergleich mit früheren Jahrhunderten beträchtlich verbessert. Dennoch müssen wir uns die Frage stellen, ob wir dem erklärten Ziel der sichtbaren Einheit innerhalb der christlichen Familie wirklich näher gekommen sind. Zyniker könnten sehr wohl sagen, dass das „Jahrhundert der Kirche“ oder das „Jahrhundert der Ökumene“, wie das 20. Jahrhundert oft genannt wird, sein Ziel verfehlt bzw. nicht erreicht hat. Und wir selbst, die wir diesen Zynismus keineswegs teilen, sehen es als notwendig an, über die „Neugestaltung der ökumenischen Bewegung“ nachzudenken. Seit Harare haben wir uns auf der Grundlage einer erneuerten „gemeinsamen Vision“ und eines erneuerten „gemeinsamen Verständnisses“ mit der Zukunft der ökumenischen Bewegung befasst. Und schließlich hoffen wir, durch unser Engagement für ein „globales Forum“ der ökumenischen Bewegung eine breitere Basis und neuen Antrieb zu geben.
Die Herausforderung des religiösen pluralismus
15. Der Bericht des Vorsitzenden ist nicht der Ort, an dem die Programmbereiche des ÖRK vorgestellt und diskutiert werden. Bestenfalls kann er die Aufmerksamkeit auf zentrale Fragen lenken, mit denen die ökumenische Bewegung (und der ÖRK) konfrontiert sind. Natürlich ist die ökumenische Agenda sehr umfangreich: Theologie, Mission, öffentliche Angelegenheiten. Wir müssen unseren Dialog über theologische Themen, z.B. im ekklesiologischen und ethischen Bereich, beharrlich fortführen. Unser Missionsverständnis und unser missionarisches Engagement müssen immer zu unseren zentralen Anliegen gehören. „Bewahrung der Schöpfung“ ist eines unserer Schlüsselwörter, „Frieden und Gerechtigkeit“ ein weiterer großer Arbeitsbereich. Fragen wie die illegitime Verschuldung von Ländern des Südens stehen ganz oben auf der Tagesordnung der Kirchen im lateinamerikanischen Raum, aus dem ich komme. Wir sind zutiefst besorgt und enttäuscht über das Scheitern der Verhandlungen über den internationalen Handel in der Doha-Runde, den fortgesetzten Protektionismus der reichen Länder und ihre andauernde Subventionierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Es beunruhigt uns, dass die internationale Gemeinschaft nicht bereit oder in der Lage ist, die bestehenden multilateralen Organisationen und Instrumente zu stärken. Es macht uns zornig, dass Gewalt und Krieg schamlos als Mittel zur Konfliktlösung (bzw. um anderen die eigene Ordnung aufzuzwingen) eingesetzt werden. Das Leid unschuldiger Menschen schreit zum Himmel, wie wir einmal mehr im Nahen Osten und anderswo erlebt haben. Die Stärkung einer Kultur des Friedens und der Ruf nach einer friedlichen Beilegung von Konflikten werden immer wichtiger und dringender.
16. All diese Fragen – und andere mehr – könnten und sollten weiter ausgeführt werden, da sie auf unserer ökumenischen Tagesordnung einen wesentlichen Platz einnehmen. Aber an dieser Stelle muss ich mich aus zeitlichen Gründen beschränken. Ich möchte jedoch eine Frage – die Frage des religiösen Pluralismus - herausgreifen und einige Bemerkungen dazu machen. In vielen Teilen der Welt ist die religiöse Landschaft heute durch intensive Mobilität und wachsende Vielfalt gekennzeichnet. Das ist zweifellos der Fall in Lateinamerika und der Karibik. Auch im Christentum selbst stellen wir Pluralismus und wachsende Vielfalt fest. So galt Lateinamerika z.B. über Jahrhunderte hinweg, zumindest in religiöser Hinsicht, als homogene Region. Mit “homogen” war hier römisch-katholisch gemeint. Heute ist die Region zunehmend durch religiösen Pluralismus geprägt. Ein erstaunlicher Wandel findet statt. In Brasilien zeigt ein Vergleich der Volkszählung von 1991 mit der nur neun Jahre später durchgeführten Volkszählung von 2000, dass der prozentuale Anteil der römischen Katholiken von 83% auf 73.5% der Bevölkerung gesunken ist, während die “evangelicales”, eine Kategorie, die alle protestantischen und pfingstlich orientierten Kirchen umfasst, ihren Anteil von 9% auf 15% erhöht hat. Rund zwei Drittel davon sind Pfingstler oder Neopfingstler, die in den letzten Jahrzehnten ein außergewöhnlich starkes Wachstum zu verzeichnen hatten und sich in vielen, vielen unabhängigen Kirchen organisiert haben.
17. Dies ist das Bild innerhalb des Christentums. Gleichzeitig beobachten wir einen anderen Prozess, der weniger Aufmerksamkeit auf sich lenkt, aber tief greifende Folgen hat. Es handelt sich hierbei um die Wiederentdeckung religiöser Traditionen indigener Gemeinschaften, insbesondere derer, die ihren Ursprung in der Spiritualität afrikanischstämmiger Gemeinschaften haben. Um Verfolgung oder Diskriminierung aus religiösen Gründen zu vermeiden, wurden diese religiösen Praktiken früher heimlich ausgeübt, ohne dass die Gesamtgesellschaft davon gewusst oder sich dafür interessiert hätte. Statistisch gesehen, können die Zahlen der Volkszählung aufgrund der faktisch doppelten Religionszugehörigkeit, die in der Zählung nicht erfasst wurde, unterschiedlich ausgelegt werden; in Angaben über persönliche religiöse Bindungen wird häufig lieber die „offiziellere“ Religion genannt, selbst wenn die effektiv praktizierte Religion des/der Befragten eine andere ist. Allerdings ist hier ein deutlicher Wandel festzustellen.
18. Auf den ersten Blick mag es uns erstaunen, dass die Zahl derer, die sich als „religionslos“ bezeichnen, ständig ansteigt. Ihr Anteil ist in Brasilien von 1991 bis 2000 von 4.8% auf 7.3% gestiegen und wächst vor allem in Städten unter Menschen mit höherer Schulbildung und Jugendlichen.
19. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die konstante Tendenz zu religiösem Pluralismus in den kommenden Jahren umgekehrt werden könnte. Vielmehr lässt alles darauf schließen, dass dieser Prozess sich noch verstärken wird. Alles deutet darauf hin, dass das Spektrum der religiösen Pluralität in Lateinamerika in Zukunft noch bunter aufgefächert werden wird, als dies heute schon der Fall ist. Religiöser Pluralismus ist eines der herausragenden Merkmale der Gesellschaften in vielen Teilen der heutigen Welt.
20. Die Gründe für diese Mobilität und Vielfalt sind natürlich vielschichtig und sind sowohl in den “traditionellen” Kirchen als auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu suchen. Ich möchte an dieser Stelle keine Analyse dieses komplexen Gesamtbildes vornehmen. Lassen Sie mich einfach nur sagen, dass die Realität des wachsenden religiösen Pluralismus zum Teil parallel zu ähnlichen Tendenzen in anderen Bereichen verläuft und dass sie ein Spiegelbild der postmodernen Fragmentierung der Gesellschaft einerseits und des „religiösen Marktplatzes“ einer globalisierten Wirtschaft andererseits darstellt.
21. Kein Wunder, dass im religiösen Bereich feindseliges Konkurrenzdenken herrscht, das häufig zu aggressiver Mission und Evangelisation führt. Unter den evangelischen und evangelikalen Kirchen („evangelicales“) sind antikatholische Stimmung und Rhetorik weit verbreitet. Begriffe wie “Götzendienst”, “Synkretismus”, “Hexerei” werden bedenkenlos auf andere Kirchen oder religiöse Praktiken angewandt. Dieses religiös aufgeheizte Klima hat sich, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, in einigen der eher „traditionellen“ oder „historischen Kirchen“ ausgebreitet und nimmt immer stärker zu. In diesem Zusammenhang möchte ich an den Beschluss der Methodistischen Kirche von Brasilien erinnern, aus dem CONIC auszutreten, der ironischerweise nur wenige Tage vor jener Versammlung des Weltrats Methodistischer Kirchen in Seoul gefasst wurde, auf der die lutherisch/römisch-katholische Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre bestätigt wurde.
22. Ist es unser Schicksal, dass wir in einem religiösen Wettbewerb aller gegen alle stehen? Es kann nicht den geringsten Zweifel geben, dass die allergrößte Herausforderung, mit der wir konfrontiert sind, darin besteht, den ökumenischen Dialog und die Zusammenarbeit unter den Kirchen wie auch mit verschiedenen religiösen Traditionen zu stärken und neue Wege zu gehen. Wenn wir vermeiden wollen, Konflikte, wenn nicht sogar neue Formen des „heiligen Krieges“ untereinander zu schüren oder in gnadenlosen Wettbewerb miteinander zu treten, dann bleibt nur eine Option, die biblisch und theologisch verantwortlich ist: ökumenischer Dialog und Zusammenarbeit.
23. Wir müssen uns den Divergenzen stellen, die innerhalb des Christentums selbst bestehen. Drängende, kontroverse Fragen, die sowohl die kirchliche Lehre als auch Ethik betreffen, lösen in vielen unserer Kirchen beträchtliche interne Konflikte und Spannungen, wenn nicht sogar neue Spaltungen aus. Hinzu kommt, dass diese Spannungen auch quer durch die ökumenische Bewegung und den ÖRK verlaufen. Ein Kirchenleiter sagte mir einmal, er könne die Ökumene nicht unterstützen, weil das Christentum gegenwärtig durch Spaltungsprozesse wachse und insbesondere diejenigen Kirchen wachsen würden, die dieses Prinzip - Wachstum durch Spaltung - bewusst befürworteten. Meine Antwort lautete, dass ich es für unangebracht hielte, diese Frage phänomenologisch zu diskutieren, weil dies meines Erachtens mit dem biblischen Zeugnis und der Berufung der Kirche unvereinbar sei. Er war jedoch überzeugt, dass er (im Gegensatz zu den „evangelicales“) lediglich Christi Missionsbefehl ernst nehme.
24. Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass unsere Kirchen versucht sein können, ihr ökumenisches Engagement zurückzufahren, und dass sie versuchen, sich gegen die zentrifugalen Kräfte der Fragmentierung zu „verteidigen“, indem sie sich hinter ihren eigenen theologischen oder institutionellen Mauern verschanzen. Innerhalb unserer eigenen Konfessionsfamilie können wir mehr erreichen, so könnte das Argument lauten. Viele Christen sind enttäuscht, dass die Kirchen unnötige Vorsicht walten lassen, wenn es darum geht, praktische Konsequenzen aus den positiven Ergebnissen der theologischen Dialoge zu ziehen. Oder sie stellen Rückschritte auf dem gemeinsamen ökumenischen Weg fest und interpretieren die fortdauernden Spaltungen als unvereinbar mit den vollmundigen Erklärungen über die Bedeutung des Strebens nach Einheit.
25. Wir müssen uns sehr viel eingehender mit den Ursachen der Schwierigkeiten befassen, mit denen wir heute in der ökumenischen Bewegung zwangsläufig konfrontiert sind. Können wir beispielsweise die Frage der Hermeneutik, insbesondere der biblischen Hermeneutik, im ökumenischen Kontext behandeln? Unterschiedliche Auslegungen der Schrift und unterschiedliche Ansätze bei der Auslegung der Schrift sind die Hauptursache vieler, wenn nicht der meisten unserer Spannungen und Spaltungen. Wir sind permanent der Versuchung religiöser Aufspaltung auf der einen und der des religiösen Fundamentalismus auf der anderen Seite ausgesetzt. Selbst diejenigen, die sich für gemeinsame Studienarbeit aussprechen, lesen und interpretieren die Bibel (und ihre konfessionellen Traditionen) aus ihrer jeweils eigenen Perspektive. Kann der ÖRK, nachdem wir das Konsensverfahren angenommen haben und die Angst vor Mehrheitsentscheidungen in Fragen wie diesen vom Tisch ist, ein sicherer Ort der Begegnung werden, an dem wir in respektvollem Dialog frei und intensiv über unsere biblische Hermeneutik diskutieren können, im festen Vertrauen darauf, dass diejenigen, die einen anderen hermeneutischen Ansatz vertreten, genau wie wir alle Gottes Wort treu sein wollen? Sind wir bereit, der Versuchung zu widerstehen, uns gegenseitig Untreue gegenüber der Heiligen Schrift vorzuwerfen, und stattdessen in einen vertrauensvollen, verbindlichen Dialog miteinander zu treten? In der ökumenischen Bewegung benötigen wir zweifellos einen langen, langen Atem. So lasst uns denn beten, dass der Heilige Geist uns helfen und in alle Wahrheit leiten möge.
“ Hoffnung, wo nichts zu hoffen ist ”
26. Ich habe zu Beginn gesagt, dass unsere primäre Aufgabe darin besteht, untereinander eine Gemeinschaft des Glaubens als Schwestern und Brüder in Christus aufzubauen. Aber dies sollte und wird uns nicht darin hindern, offen und ehrlich über die anstehenden Fragen zu diskutieren. Der ÖRK darf nicht auf eine minimalistische Aufgabenstellung reduziert werden, sondern muss, wie wir uns schon in Erinnerung gerufen haben, das privilegierte Instrument der ökumenischen Bewegung bleiben. Die ökumenische Bewegung darf nicht so verstanden werden, dass sie auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner aufbaut, denn sie wird von einer sehr viel größeren und anspruchsvolleren Vision angetrieben.
27. Wir streben die volle Gemeinschaft an und es erfüllt uns mit Schmerz, dass wir bislang noch keine greifbareren Fortschritte auf dem Weg zur Gemeinschaft am Tisch des Herrn gemacht haben. Ökumenischer Dialog und Zusammenarbeit stellen kein strategisch motiviertes Ringen um verhandelbare Positionen dar, die wir frei akzeptieren oder ablehnen können. Es ist vielmehr eine Leidenschaft für die Einheit, die uns antreibt, weil wir Jesu Gebet gehört und in unserem Herzen empfangen haben, in dem er den Vater darum bittet, dass seine Jünger eins sein mögen, so wie er und sein Vater eins sind (Joh 17,21). Wir erkennen und bekennen die Spaltungen unter uns als Sünde gegen Gott. Aber wir bekennen auch, dass der Heilige Geist uns durch das Evangelium und die Taufe Einheit schenkt, und wir nehmen diese gottgegebene Einheit im Glauben an. Aufbauend auf dieser Überzeugung verpflichten wir uns, die volle und sichtbare Einheit unter den Kirchen anzustreben.
28. Somit ist die Ökumene nicht etwas, das optional wäre, sondern sie stellt eine zwingende Notwendigkeit dar. Sie ist ein Wesensmerkmal unseres Glaubens. Mit leidenschaftlichem Engagement setzen wir uns für die ökumenischen Beziehungen ein. Es ist diese Leidenschaft, die uns auch hierher zur Tagung des ÖRK-Zentralausschusses geführt hat. Sicher gibt es auf dem ökumenischen Weg viele Hindernisse und Schwierigkeiten. Die Ökumene kommt nicht so schnell voran, wie wir das möchten. Wie ich bereits gesagt habe, kommen unsere Kirchen wohl auch nicht so schnell voran, wie sie das könnten. Aber, wie der Apostel Paulus in einem anderen Kontext, nämlich in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth – eine in so vielfacher Hinsicht gespaltene Gemeinde - sagt: „Uns ist bange, aber wir verzagen nicht” (2. Kor 4,8).
29. Lassen Sie mich nun abschließend darauf zurückkommen, dass wir Rechenschaft von der Hoffnung geben müssen, die in uns ist. Ich habe die Frage gestellt, ob es eine letztgültige Hoffnung gibt, die den harten Realitäten des Lebens standhält, Realitäten, die anscheinend in so eklatantem Widerspruch zur Hoffnung stehen. Ein bekanntes brasilianisches Sprichwort lautet: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Das bedeutet, dass die Hoffnung alles andere überleben wird, egal wie groß die Ernüchterung ist und wie viele Frustrationen und Erwartungen Realität werden. Die Hoffnung wird sie alle überleben. Aber, wenn man genauer darüber nachdenkt, schwingt in diesem zunächst so positiv klingenden Sprichwort doch eine unerwartet resignative Note mit. „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Das bedeutet, dass die Hoffnung stirbt, auch wenn sie zuletzt stirbt. Gibt es nun aber eine Hoffnung, die nicht stirbt?
30. In seinem Zeugnis von der Auferstehung erinnert der Apostel Paulus die Korinther daran, dass, wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, wie einige von ihnen glauben, auch Christus nicht auferstanden und damit unser Glaube vergeblich ist (1. Kor 15,13-14,17). Und er öffnet unsere Augen für die Größe der Hoffnung, die wir in Christus haben, für die Transzendenz der Hoffnung in Christus: “Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen” (V. 19). Hoffen wir allein in diesem Leben… Kehren wir die Perspektive doch einfach einmal um. Wenn unsere Hoffnung dieses Leben transzendiert, dann wird sie zu Gottes entscheidender Gabe für das ewige Leben - und wird bestimmend auch für dieses Leben. An anderer Stelle erinnert der Apostel Paulus die Römer an Abraham (und warum sollten wir hier nicht auch Sarah nennen?). Abraham glaubte an Gottes Verheißung, dass er und Sarah, obwohl sie beide schon in fortgeschrittenem Alter waren, ein Kind haben würden und dass er zum Vater vieler Völker werden würde. Durch diesen Glauben wurde er gerechtfertigt. Sein Glaube war auch Hoffnung. Er glaubte „auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen war” (Rm 4,18). Er verglich die vielen kleinen Hoffnungen mit der einen Hoffnung in Gott. Es war letztlich ein Vergleich, der nicht möglich war. Denn die Hoffnung in Gott transzendiert alle anderen Hoffnungen. Daher können wir beten: “In deiner Gnade, Gott, verwandle unsere Hoffnung.” Verwandle unsere schwachen Hoffnungen in jene Hoffnung, die aus der Auferstehung Christi erwächst und daher die ganze Welt verwandelt. Ist es nicht diese Hoffnung, die der ökumenischen Bewegung neues Leben bringen wird? So lasst uns denn hoffen, „wo nichts zu hoffen ist“.
Walter Altmann
Vorsitzender
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