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Studien und Texten der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung


Den Studien und Texten von Glauben und Kirchenverfassung kommt keine eigene Autorität zu; sie gewinnen in der ökumenischen Diskussion in dem Maße an Bedeutung, wie sie sich für die Kirchen in ihrer Auseinandersetzung mit theologischen und praktischen Fragen, die sie weiterhin trennen, als hilfreich erweisen. Die meisten Texte von Glauben und Kirchenverfassung gehen an einen breiten Empfängerkreis, um eine möglichst umfassende Diskussion über Fragen der Einheit unter den Kirchen in Gang zu setzen. Aber nicht alle Texte befinden sich im gleichen Entwicklungsstadium oder haben den gleichen "Status" bei der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung. Allgemein gesprochen, kann man unterscheiden zwischen Berichten besonderer Konsultationen, die nur die Diskussion und den Grad der Übereinstimmung unter den Teilnehmenden wiedergeben, und Texten, die im Rahmen eines umfassenderen Studienprozesses von der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung geprüft und überarbeitet worden sind. Solche Texte können den Kirchen offiziell mit der Bitte um Stellungnahme zugesandt werden; ausnahmsweise kann ein Text, wie beispielsweise "Taufe, Eucharistie und Amt", auch mit der Bitte um offizielle Stellungnahme "auf der höchsten hierfür zuständigen Ebene der Autorität" an die Kirchen weitergeleitet werden.

Dies macht deutlich, dass bei den Texten von Glauben und Kirchenverfassung - wie im Übrigen bei allen Texten - berücksichtigt werden muss, woher diese Texte stammen und welche Absicht sie verfolgen. Darauf wird in der Einleitung zu jedem Text hingewiesen und diese Erläuterungen sollten sehr aufmerksam gelesen werden.

 

I. Einheit: Die Kirche und ihr Auftrag


Wesen und Auftrag der Kirche - Ein Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Auffassung
Hauptziel dieser Studie ist es, das zum Ausdruck zu bringen, was die Kirchen zum jetzigen Zeitpunkt zu Wesen und Auftrag der Kirche gemeinsam sagen können, und innerhalb dieser Übereinstimmung zu untersuchen, in welchem Maße die die Kirchen weiterhin trennenden Fragen überwunden werden können. Bei dem vorangegangenen Text Taufe, Eucharistie und Amt lief der Prozess auf einen Text hinaus, der als eine Konvergenzerklärung verstanden werden konnte. Der vorliegende Text soll den Kirchen erlauben, erste Schritte auf dem Weg zur Feststellung einer solchen Konvergenz zu machen, wie sie sich mittlerweile in einem multilateralen Kontext herausgebildet hat.
Berufen, die eine Kirche zu sein (Der Porto Alegre Ekklesiologie-Text)
Dieser kurze Text (ca. 2500 Wörter) wurde von den Mitgliedskirchen des ÖRK auf der Vollversammlung in Porto Alegre (Februar 2006) als Grundlage für ihre erneuerte Verpflichtung zur Suche nach sichtbarer Einheit angenommen. Er lädt die Kirchen zu neuen Gesprächen über die Qualität ihrer Gemeinschaft und über die Fragen ein, die sie weiterhin trennen. Diese Gespräche sollen im Geist des Miteinanders, aber auch der Offenheit und kritischen Auseinandersetzung erfolgen. Die ÖRK-Mitgliedskirchen werden um eine offizielle Stellungnahme bis zur nächsten Vollversammlung gebeten; auch Studiengruppen und Einzelne werden eingeladen, Stellung zu beziehen.
Die Einheit der Kirche als Koinonia: Gabe und Berufung (Erklärung zur Einheit, Vollversammlung von Canberra)
Dieser von Glauben und Kirchenverfassung ausgearbeitete Text ist eine der "Erklärungen zur Einheit", die über die Jahre hinweg von ÖRK-Vollversammlungen angenommen worden sind. Er stellt den Versuch dar, die Elemente zu benennen, die zur "vollen Gemeinschaft" der Kirchen gehören.
Taufe, Eucharistie und Amt (Studie der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung No. 111,"Lima-Papier")
Dieser bekannte Text (auch "Lima-Papier" genannt), der 1982 in Lima, Peru, vom Plenum der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung angenommen wurde, untersucht die wachsende Übereinstimmung - und die bleibenden Differenzen - in grundlegenden Bereichen des Glaubens und Lebens der Kirchen. Dieses ökumenische Dokument, das die bisher weiteste Verbreitung gefunden hat und mit dem die Kirchen sich am umfassendsten beschäftigt haben, hat bereits als Grundlage für viele zwischenkirchliche Vereinbarungen "gegenseitiger Anerkennung" gedient und bleibt bis heute gemeinsamer Bezugspunkt.
Towards a Common Date of Easter
In den meisten Jahren feiern evangelische und römisch-katholische Christen Ostern an einem anderen Tag als orthodoxe Christen (2007 und 2011 werden eine Ausnahme darstellen). Dieser Text, der von Glauben und Kirchenverfassung in Zusammenarbeit mit dem Rat der Kirchen im Mittleren Osten vorbereitet wurde, untersucht die Gründe, die zu den unterschiedlichen Osterterminen geführt haben, und unterbreitet einen Vorschlag, wie die Kirchen ein gemeinsames Datum für die Feier des Osterfests finden könnten.
Häufig gestellte Fragen zum Osterdatum
(Frühere Fassung) Das Wesen und die Bestimmung der Kirche - Ein Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Auffassung
Dieser Text, der eine Vorstufe der Ekklesiologie-Studie von Glauben und Kirchenverfassung darstellt, wurde 2000 bei Lembeck veröffentlicht und wird jetzt durch die Studie "Wesen und Auftrag der Kirche" ersetzt, die in der englischen Fassung 2005 als Faith and Order Paper Nr. 198 veröffentlicht worden ist. Der Text ist hier mit aufgenommen worden, um einen Vergleich zwischen den beiden Textfassungen zu ermöglichen.

II. Anbetung und Taufe


So We Believe, So We Pray: Towards Koinonia in Worship (The Ditchingham Letter and Report)
"Brief an die Kirchen" und Bericht von der ersten Konsultation (Ditchingham, England) im laufenden Studienprogramm von Glauben und Kirchenverfassung zu Gottesdienst und Einheit der Christen. Dieser Text, der aus Materialien der liturgischen Erneuerungsbewegung schöpft und in Zusammenarbeit mit führenden Liturgen/innen ausgearbeitet wurde, konzentriert sich auf die gemeinsamen Strukturen christlicher Gottesdienste, auf Aspekte der Inkulturation im gottesdienstlichen Leben und die Frage, wie die Kirchen im Gottesdienst ihre Einheit in Christus bereits zum Ausdruck bringen.
Becoming a Christian: The Ecumenical Implications of Our Common Baptism
Bericht der zweiten Konsultation im Rahmen des Studienprogramms von Glauben und Kirchenverfassung zu Gottesdienst und Einheit der Christen. Angesichts der zentralen Rolle, die der "gegenseitigen Anerkennung der Taufe" durch die Kirchen als Grundlage der ökumenischen Bewegung zukommt, untersucht der Text Bedeutung und Struktur des Taufgottesdienstes und geht der Frage nach, inwieweit die Taufe Wesen und Praxis der christlichen Ethik bestimmt.
Eine Taufe: Auf dem Weg zur gegenseitigen Anerkennung der christlichen Initiation [vorläufiger Text]
Dieser vorläufige Text untersucht die gemeinsamen Überzeugungen der Kirchen - und ihre fortdauernden Differenzen - im Blick auf Bedeutung und Praxis der Taufe. Ausgehend von einer Empfehlung in "Taufe, Eucharistie und Amt" stellt der Text den liturgischen Akt der Taufe in einen lebenslangen Prozess des Hineinwachsens in Christus hinein und versucht, eine breitere Anerkennung der Taufe unter den Kirchen zu fördern. Kirchen, Studiengruppen und Einzelne sind eingeladen, bis Ende Oktober 2006 Stellungnahmen und Reaktionen zum Text einzusenden.
Celebrations of the Eucharist in Ecumenical Contexts - A Proposal
Dieser inoffizielle Text enthält Vorschläge für die Planung eucharistischer Gottesdienste in ökumenischen Kontexten, die von einer Reihe von Liturgen/innen, Theologen/innen und Pfarrern/innen auf eigene Initiative und Verantwortung zusammengestellt worden sind. Der Text wurde von einer Arbeitsgruppe im Rahmen einer Konsultation ausgearbeitet, die von Glauben und Kirchenverfassung und dem Ökumenischen Institut Bossey zur Reflexion über die zehnjährigen Erfahrungen der Kirchen mit der inoffiziellen "Lima-Liturgie" durchgeführt wurde.

III. Apostolischer Glaube


Towards Sharing the One Faith
Die Studie von Glauben und Kirchenverfassung zum apostolischen Glauben mit dem Titel "Gemeinsam den einen Glauben bekennen" untersuchte die Bedeutung des Nizänums als Grundlage für den Glauben der Christen und Kirchen in der heutigen Zeit. Der vorliegende Text mit dem Titel "Towards Sharing the One Faith" ist eine Studienanleitung zum Nizänum wie auch zu dieser Studie.

IV. Interpretation - Die Bedeutung von Worten und Symbolen


Ein Schatz in zerbrechlichen Gefäßen: Eine Anleitung zu ökumenischem Nachdenken über Hermeneutik
Dieser Text untersucht den komplexen, aber oft auch kreativen Bereich der Hermeneutik - der Auslegung von Texten, Symbolen und Riten - und ihre Rolle bei der Suche nach der sichtbaren Einheit der Kirche. Er lädt uns ein, darüber nachzudenken, wie christliche Traditionen gegenseitig mit ihren Worten und Symbolen umgehen und wie sie diese beurteilen. Damit soll ein Beitrag zum gegenseitigen Verständnis unter Christen und Kirchen geleistet werden.

V. Theologische Anthropologie


Christliche Perspektiven zur theologischen Anthropologie
Dieser Text, der aus der Studie von Glauben und Kirchenverfassung zur theologischen Anthropologie hervorgegangen ist, beschäftigt sich mit der Frage, vor welchen Herausforderungen das traditionelle Verständnis vom Menschen, der "nach dem Bilde Gottes geschaffen" ist, steht. Er gelangt zu zehn gemeinsamen Aussagen, die als Grundlage für die gemeinsame Reflexion und Aktion der Kirchen in Situationen, in denen Wert und Würde des Menschen bedroht sind, vorgelegt werden.

VI. Kirche und Welt: Einheit und das Leben der Kirche in der Welt


Participating in God's Mission of Reconciliation - A Resource for Churches in Situations of Conflict
Dieser Text ist das Ergebnis der Studie über Ethnische Identität, nationale Identität und die Suche nach der Einheit der Christen, die von Glauben und Kirchenverfassung in Zusammenarbeit mit dem ÖRK-Team für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung durchgeführt wurde. Er bietet Materialien für Kirchen in Konfliktsituationen an, in denen insbesondere ethnische und nationale Faktoren eine Rolle spielen, und formuliert konkrete Vorschläge dafür, wie christliche Einheit das Zeugnis der Kirchen für Versöhnung und Gerechtigkeit stärken könnte.
Ekklesiologie und Ethik
Diese Texte sind aus dem gemeinsam von Glauben und Kirchenverfassung und dem ÖRK-Team für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung durchgeführten Studienprogramm zu Ekklesiologie und Ethik hervorgegangen. Sie sind das Ergebnis von Tagungen in Rønde/Dänemark, Jerusalem/Israel und Johannesburg/Südafrika und beschäftigen sich mit der Berufung der Kirchen, in der heutigen Welt eine Gemeinschaft zu sein, die über ethische Fragen nachdenkt - und ethisch handelt.
Kirche und Welt: Die Einheit der Kirche und die Erneuerung der menschlichen Gemeinschaft
Das vorliegende Studiendokument ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse von sieben internationalen Konsultationen, die in Afrika, Asien, in der Karibik, in Ost- und Westeuropa, Latein- und Nordamerika zu jeweils spezifischen Aspekten von Einheit und Erneuerung durchgeführt wurden, der Beiträge aus örtlichen Studiengruppen, der Überlegungen der Leitungsgruppe für Einheit und Erneuerung sowie deren Berater/innen und der Beratung und Überprüfung durch die Ständige Kommission und Plenarkommission. Dieser Prozeß dauerte von 1984 bis 1989.

VII. Vereinte und vereinende Kirchen


Botschaft der 8. Konsultation der vereinigten und sich vereinigenden Kirchen, Johannesburg, Südafrika, 29. Oktober - 5. November 2008
Alle sechs bis sieben Jahre veranstaltet die ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung eine Tagung vereinigter und sich vereinigender Kirchen. Diese Kirchen entstehen aus Unionsprozessen, an denen häufig mehrere Konfessionsfamilien beteiligt sind. Weil diese Kirchen vereint sind oder sich vereinigen, legen sie in besonderer Weise Zeugnis von den Bemühungen um sichtbare Einheit der Christen und Kirchen ab. Während ihrer 8. Internationalen Konsultation 2008 haben sie ihr Engagement, "auf dem Weg zu sichtbarerer Einheit weiter voranzugehen", bekräftigt und erneuert, die Verbindung von Einheit, Versöhnung und Gerechtigkeit ganz besonders hervorgehoben und Fragen herausgestellt, die sie auf ihrem Weg in die Zukunft behandeln wollen.
Botschaft der 7. Internationalen Konsultation der vereinigten und sich vereinigenden Kirchen, Driebergen, Niederlande, 2002
Bei diesem Text handelt es sich um den Bericht der letzten internationalen Konsultation der vereinigten und sich vereinigenden Kirchen. Er beschäftigt sich vor allem mit Fragen der Einheit, Mission und Identität und bringt die einzigartigen Sichtweisen und Erfahrungen dieser Kirchen in Dialog mit der ökumenischen Bewegung insgesamt.
Kommuniqué zur 7. Internationalen Konsultation der vereinigten und sich vereinigenden Kirchen
Dieser kurze Text enthält sowohl allgemeine Informationen über die vereinigten und sich vereinigenden Kirchen, die positiven Ergebnisse ihrer Einigungsbemühungen und die besonderen Herausforderungen, vor denen sie heute stehen. Er bietet auch Hintergrundinformationen über die 7. Internationale Konsultation dieser Kirchen.
Built Together: The Present Vocation of United and Uniting Churches (Eph. 2:22), Message from the 6th International Consultation of United and Uniting Churches, Ocho Rios, Jamaika, 1995
Der Bericht der vorletzten Internationalen Konsultation der vereinigten und sich vereinigenden Kirchen.

IX. Andere Studien


Kircher aller - Eine vorläufige Erklärung
Diese vorläufige Erklärung, an deren Ausarbeitung die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung beteiligt war, liefert Einsichten in wichtige theologische Fragen, die in Beziehung zum Thema der Behinderung stehen. Sie will den Kirchen helfen, sich mit der Frage der Integration, aktiven Beteiligung und vollen Teilnahme von Menschen mit Behinderungen am geistlichen und sozialen Leben der Kirche im Besonderen und der Gesellschaft im Allgemeinen zu beschäftigen und sich dafür einzusetzen. Der Text liegt auch auf Englisch, Französisch und Spanisch vor.
Religiöse Pluralität und christliches Selbstverständnis
Dieser inoffizielle Text ist das Ergebnis einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern/innen der ÖRK-Teams für Interreligiöse Beziehungen, Mission und Evangelisation und Glauben und Kirchenverfassung und ihren jeweiligen Kommissionen bzw. Beratungsgremien. Er versucht, einen neuen Ansatz in den schwierigen und kontroversen Fragen des christlichen Selbstverständnisses in einer religiös pluralen Welt zu entwickeln. Der Text hat vorläufigen Charakter, da er bislang noch keinem offiziellen ÖRK-Gremium unterbreitet bzw. von einem solchen angenommen worden ist, und wird hier als Diskussionsgrundlage vorgelegt.

XI. Semana de Oración por la Unidad de los Cristianos


Gebetswoche für die Einheit der Christen
Das vollständige Textheft, das jedes Jahr gemeinsam von Glauben und Kirchenverfassung (ÖRK) und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen (römisch-katholische Kirche) herausgegeben, veröffentlicht und gedruckt wird, steht online zur Verfügung. Es enthält den Entwurf eines ökumenischen Gottesdienstes, eine Einführung in das Thema der Gebetswoche, eine Beschreibung der ökumenischen Situation in der Region, die die Materialien für die Gebetswoche vorbereitet hat, sowie eine Auswahl von acht Tagestexten mit Meditationen. In den Kirchen des Nordens wird die Gebetswoche traditionell vom 18.-25. Januar, in anderen Teilen der Welt in der Zeit um Pfingsten begangen. Die Materialien werden in der Hoffnung vorgelegt, dass sie je nach örtlicher Situation abgeändert und angepasst werden und auch während des übrigen Jahres Verwendung finden.