In den biblischen Geschichten von Frauen, die Wasser an Brunnen holen, geht es stets um Hoffnung und Bekehrung. Rebecca zeigt sich Abrahams Knecht gegenüber freundlich und großzügig und wird die Ehefrau Isaaks. Die Samariterin erkennt die Quelle lebendigen Wassers, als Jesus alle gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit in Frage stellt und sich ihr nähert. Doch diese positiven Erfahrungen stehen in scharfem Gegensatz zur alltäglichen Lebenswirklichkeit vieler Frauen und Mädchen in aller Welt.
Frauen und Mädchen trifft es besonders hart, wenn kein sauberes Wasser und keine funktionierenden Sanitäreinrichtungen zur Verfügung stehen. Oft ist das Wasserholen ihre Aufgabe - eine anstrengende Aufgabe, die viel Zeit und Energie erfordert, eben die Zeit und Energie, die sie benötigen würden, um Geld zu verdienen oder zur Schule zu gehen. Der Mangel an sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen wird von Frauen und Mädchen, beispielsweise während ihrer Menstruation, als besonders hart empfunden.
Er setzt sie auch dem Risiko aus, Opfer von Gewalt zu werden. Viele Frauen und Mädchen werden sexuell belästigt oder vergewaltigt, wenn sie Wasser holen oder nach draußen gehen, weil es im Haus keine Toiletten gibt. Da das Wasserholen eine sehr kraftzehrende und zeitaufwändige Aufgabe ist, kann es auch dazu führen, dass die häusliche Gewalt zunimmt, weil die Frauen nicht in der Lage sind, alle Hausarbeiten zu verrichten, die die Männer von ihnen erwarten.
Bibelbetrachtung: Wasser, Quelle des Lebens und nicht Quelle der Gewalt
Pfarrerin Dr. Priscille Djomhoue, Professorin an der Protestantischen Universität von Zentralafrika in Kamerun, untersucht biblische Geschichten von Frauen an Brunnen und die Erfahrungen, die sie dort machen. Lesen Sie mehr...
Hintergrundmaterialien:
Amnesty International hat die Lage von Frauen in Kibera (Kenia), einem der größten Elendsviertel in der Welt dokumentiert, wo Frauen fortwährend von Gewalt bedroht sind. Lesen Sie mehr...
Was Sie tun können:Unterstützen Sie den Aufruf von Amnesty International an die kenianische Regierung, die Einhaltung der Verpflichtungen von Grundeigentümern sicherzustellen, in den Slums und informellen Siedlungen von Nairobi Toiletten und Waschmöglichkeiten einzurichten. Lesen Sie mehr... |
